Gütersloh. Der Schnee, in Ostwestfalen für gewöhnlich Jahr für Jahr vergeblich herbeigesehnt, hat uns in diesem Winter reichlich beglückt. Nun stellen sich deutliche Ermüdungserscheinungen ein. Die Sehnsucht nach dem Frühling wird immer drängender. Vor allem bei den Hobbygärtnern.
Dirk Buddenberg vom städtischen Fachbereich Grünflächen, rät jedoch dazu, die Ungeduld zu zügeln. Hier und da würden zwar schon die Winterlinge blühen und sich die Triebe mehrjähriger Stauden zeigen, doch ein Zeichen für den Beginn der Gartensaison sei das nicht. Für den Rückschnitt etwa von Rosen sei es noch zu früh. Frische Schnitte würden bei Frost nur eine Angriffsflächen bieten.
Bislang halten sich die Frostschäden etwa im Botanischen Garten trotz klirrender Kälte in den vergangenen Monaten in Grenzen. "Die Schneedecke hat wie eine Isolierung gewirkt." Hier und da werden mediterrane Gewächse wie der Lavendel vor dem Palmenhaus ersetzt werden müssen. Doch das sei nichts Ungewöhnliches. Buddenberg meint ohnehin, dass der Winter so ungewöhnlich streng nicht gewesen ist, nur ungebührlich lang. Die Natur liege im "Zeitplan" rund vier Wochen zurück.
Wer das Erwachen der Natur nicht erwarten kann, muss sich mit im schützenden Klima von Gewächshäusern gezogenen Frühlingsblumen begnügen. n Blumenhändlerin Gabriele Hilgenstöhler von "Poesie und Wohnen": "Wir hungern nach Sonne, Licht und Wärme." Sobald nur ein Sonnenstrahl die Wolken durchbrechen würden, steige die Nachfrage enorm an. Doch die vorgezogenen Frühlingsblumen seien an Kälte nicht gewöhnt. "Ins Wohnzimmer stellen und wenn sie verblüht sind, im Garten auspflanzen", so ihr Tipp.