Bielefeld-Brackwede. Just als die gesamte Familie von Muamer Hukic – besser bekannt als Boxweltmeister "Käptn Marco Huck" – Anfang der Woche zur zweiten Titelverteidigung des Cruisergewichtboxers nach Berlin abgereist war, schlugen unbekannte Einbrecher an der Windelsbleicher Straße zu. Sie stemmten gezielt nur diese eine Wohnungstür in dem Mehrfamilienhaus auf und durchwühlten dort die komplette Vier-Zimmer-Wohnung der Hukics. "Der Zeitpunkt des Einbruchs war sicherlich kein Zufall", bestätigte Polizeisprecher Friedhelm Burchard gestern auf Anfrage.
Die Eltern und die drei Geschwister von Marco Huck (25) reisen zu jedem seiner Kämpfe an – diesmal nach Berlin. Während Vater Rasim und Bruder Kenan grundsätzlich live in der Halle mitfiebern, erträgt Mutter Bisera die unglaubliche Spannung nur am Fernseher. Sie wollte die zweite Titelverteidigung ihres Sohnes mit ihren Töchtern Munevera und Muamera in Marcos Berliner Wohnung sehen.
Doch am Donnerstag rief eine aufgeregte Nachbarin bei Vater Rasim Hukic an, weil dessen Tür sperrangelweit offen stand. Zusammen mit seinem Sohn Kenan reiste er nochmal zurück und fand zu Hause ein wahres Chaos vor: "Die haben sogar Betten aufgeschlitzt, alle Zimmer durchwühlt, Schränke durchsucht", so Kenan. Laut Polizeisprecher Friedhelm Burchard fehlte ein Fernseher. Die Familie Hukic vermisst außerdem Schmuck der Mutter, Uhren des Vaters – und vom Boxchampion höchstpersönlich fehlen 10.000 Euro Bargeld. In der BILD kündigte Huck an: "Ich werde zur Ergreifung der Täter eine Belohnung aussetzen."
Dann gnade den Tätern Gott: Am Samstag machte der 25-Jährige dem Spitznamen "Ruck-Zuck-Huck" alle Ehre. Schon in der dritten Runde streckte er seinen Gegner endgültig zu Boden.