Bad Bentheim (lni). Der Zoll hat bei einer Kontrolle an der deutsch-niederländischen Grenze bei Bad Bentheim 124 vom Aussterben bedrohte Riesenschlangen entdeckt. Sie waren für einen Händler in Herford bestimmt.
Die meisten der in einer Kiste zusammengepferchten Exemplare der "Grünen Baumpython" überlebten den Autotransport nicht: 109 Tiere waren in einem so schlechten Zustand, dass sie starben, bevor sie in die Auffangstation kamen, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover am Montag. Auf den Verkäufer aus Belgien, den Fahrer - seinen Sohn - und den Händler in Herford kommen nun Strafverfahren zu.
Für einen Import dieser Schlangenart ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz notwendig, sagte die Sprecherin. Der Fahrer habe bei der Kontrolle kein Nachweisdokument vorlegen können, sondern nur einen Kaufbeleg von einem angeblichen Züchter aus Italien. Dieses Dokument stellte sich aber als Fälschung heraus. Die Tierart unterliegt dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen.
Die verendeten Tiere litten unter extremem Wassermangel und starkem Parasitenbefall. "Auch das deutet darauf hin, dass sie nicht gezüchtet, sondern gefangen wurden", sagte die Sprecherin. Die Grüne Baumpython lebt vor allem in Papua Neuguinea. Sie kann eine Länge von bis zu 1,80 Meter erreichen. Bei den sichergestellten Tieren habe es sich um Jungtiere gehandelt, die nur 35 Zentimeter lang waren.
Die überlebenden Tiere wurden in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) inzwischen in die Wildtier- und Auffangstation Sachsenhagen (Kreis Schaumburg) gebracht. Sie sollen später an Zoos vermittelt werden.