Sonnabend, 11.02.2012
Homepage-Ticker | RSS | Twitter | Impressum | Kontakt | AGB | Mediadaten


Schrift

17.03.2010
PADERBORN/ROSTOCK
Fußball-Aufsichtsrat landet in der Zelle
Torsten Völker beschwert sich über harten Polizeieinsatz in Paderborn
VON HUBERTUS GÄRTNER

Erhebt Vorwürfe | FOTO: DPA

Paderborn/Rostock. Randalierende Fußball-Fans im Berliner Olympiastadion, zahlreiche Festnahmen bei der Zweitliga-Partie zwischen dem SC Paderborn und FC Hansa Rostock: Auf den ersten Blick fügen sich die Nachrichten vom letzten Wochenende zu einem großen Schreckens- und Krawallszenario zusammen.

Doch es gibt auch einen Ton, der in das Bild nicht passt. Er stammt vom stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Hansa Rostock, Torsten Völker. Der 36-Jährige arbeitet in der Marketingabteilung eines weltweit tätigen Getränkeunternehmens und müsste im Umgang mit anderen Menschen allein schon deshalb gute Manieren an den Tag legen. Am vergangenen Sonntag wurde Völker in Paderborn allerdings gemeinsam mit 35 weiteren Hansa-Fans von Polizeibeamten dreieinhalb Stunden in Gewahrsam genommen. Außerdem hat er nun eine Anzeige wegen Beamtenbeleidigung am Hals.

Polizeisprecher | FOTO: REINHARD ROHLF

Völker versteht die Welt nicht mehr. Um vier Uhr früh sei er am Sonntag zusammen mit etwa 50 Hansa-Fans in Rostock losgefahren. "Das Durchschnittsalter in unserem Bus lag bei 35 Jahren, jeder kannte jeden beim Namen", sagt Völker. Gegen 11 Uhr sei der Bus in Paderborn angekommen. Man habe in der Innenstadt nach einer Kneipe Ausschau gehalten, um in aller Ruhe noch ein Bier zu trinken. Als Zeichen dafür, dass man in friedlicher Absicht komme, habe er schon auf dem Weg in die Gaststätte seine Visitenkarte einem Polizisten gezeigt, sagt Völker.

"Wir fühlen uns völlig ungerecht behandelt"

In der Kneipe habe man sich dann "über Gott und die Welt unterhalten". Es seien "drei Gläser zu Boden gefallen" und "eine Zierleiste am Tresen abgebrochen". Ein "kleiner Versicherungsschaden" - mehr sei wirklich nicht passiert, beteuert Völker. Plötzlich habe die Polizei mitgeteilt, dass für die Fan-Gruppe nun ein Shuttle-Bus für die Fahrt zum Stadion zur Verfügung stehe. "Wir haben anständig unsere Deckel bezahlt und sind in den Bus
eingestiegen". Doch anstatt zum Paderborner Stadion fuhr dieser umgehend zum Polizeirevier. Dort seien die Beamten in den Bus gestürmt, hätten massiv Pfefferspray eingesetzt, die 35 Fans überwältigt und in Zellen gebracht. "Wir fühlen uns völlig ungerecht behandelt", sagt Völker. Es ist nicht das erste Mal, dass Fußball-Fans der Paderborner Polizei mangelndes Fingerspitzengefühl vorwerfen. Auch Anhänger von Union Berlin hatten dies unlängst getan.

Polizeisprecher Michael Biermann macht eine andere Rechnung auf. In der besagten Kneipe sei es am Sonntag zu einer Sachbeschädigung sowie zu Pöbeleien gegenüber anderen Gästen gekommen. Der Aufforderung des Wirtes, das Lokal zu verlassen, hätten die Hansa-Fans ignoriert. Insgesamt seien elf Strafverfahren eingeleitet worden. Die Ingewahrsamnahmen seien alle mit richterlichem Beschluss erfolgt, betont Biermann. Auch gegen das Hansa-Aufsichtsratsmitglied Völker werde ermittelt. "Reiß dich zusammen, du Vogel!" - mit diesen Worten soll Völker einen Beamten angeschrien haben.


Schrift

Kommentare
Hallo, der Anschein läßt die Vermutung zu, dass wie in sehr, sehr vielen Fällen, die Polizeibeamten nicht ausreichend vorbereit sind, um angemessen zu handeln.

Wollenwir mal bei den Fakten bleiben: Ein Gästefanbus fährt in die Gastgeberstadt. Der Bus hält in einer Seitenstraße in direkter Bahnhofsnähe zum Aussteigen. Ein Streifenwagen hält, eine Person aus der Fangruppe identifiziert sich mit seinem Namen und übergibt eine Visitenkarte, damit der Beamte zur Sicherheit eine Telefonnummer hat. Auf der Visitenkarte steht überhaupt nichts von der "zufälligen" ehrenamtlichen Funktion dieses Fans im Gastverein. An der nächsten Kreuzung entsteht durch aufgeregte Polizeibeamte, die sich der Gruppe u.a. mit Pfefferspray im Anschlag direkt entgegenstellen. Besagte Person eilt dazu (da aufgrund des Gesprächs mit dem Beamten im Streifenwagen ein Rückstand zur Gruppe besteht), erklärt zum zweiten Mal ganz sauber das Vorhaben, Aufsuchen einer Gastwirtschaft, ein, zwei Bier und anschl. in die lt. Sicherheitskonzept am Bahnhof bereitgestellten Shuttlebusse zum Stadion. Der Gruppenführer ist einverstanden, die Fans begeben sich Richtung Neuhäuser Str., Polizei begleitet Fans im Schrittempo mit den Autos. Neuhäuser Str., Richtung Stadtmitte, Eckkneipe mit Warsteiner Werbung schon gesichtet, plötzlich steigt Polizeigruppe aus, Weg versperrt, in die Stadt dürft ihr nicht, strikte Fantrennung und so. Alles klar, dann halt entrgegengesetzte Richtung - Stadion. Einige Fans entdecken in einer kleinen Seitengasse "Eckchen", begeben sich dort hin, andere die bereit weitergelaufen waren , werden zurück "beordert". Alle in die Kneipe! Polizei umstellt diese Kneipe. Drinnen Fans, ein paar Eingeborene, eine Wirt und eine Wirtin hinterm Tresen. Ein bisschen Aufregung, Wirtin geht zur Polizei. Polizei zitiert Herrn Völker nach draussen und teilt die Sorge der Wirtin mit. In der Zwischenzeit ist die Situation entspannt, Wirt/in zapft nach Bestellung Bezahlung am Tresen Ware gg. Geld fertig! KEIN WORT von Hausverbot, Ausschankschluss o.ä. 15-20 Minuten später wird Herr Völker erneut zum Gruppenführer Polizei zitiert (beide kennen sich ja nun schon seit der Kreuzung bestens). Aussage Polizeit, unten an der Neuhäuser Str. steht ein Shuttlebus für den Transfer zum Stadion, Herr Völker bedankt sich für die Unterstützung und sichert das geschl. sammeln der Fans für 12.45 Uhr zu. Das passiert exakt so....gegen Bedenken / Warnungen einger (jüngere Fans) steigen alle Fans in Polizeibegl. ein. Keinerlei Erwähnung eines richterlichen Beschlusses, Ankündigung einer plizeil. Masnahme etc. Die Fahrt geht nicht zum Stadion sondern in die Wache (Riemekestr.). In der Gastwirtschaft sind exakt drei Gläser heruntergefallen und eine Zierblende am Tressen. Nichts was man nicht mit Bargeld vor Ort, Haftplichversicherung o.ä. vor Ort hätte regeln können.

So damit ihr Bescheid wisst. Bis Samstag habe ich alles Bier in Bielefeld und Umgebung aufgekauft.

Mit Vereinsfunktionären, die "ihre Visitenkarte abgeben", haben wir in PB ja bereits unsere Erfahrungen gemacht. Natürlich muss man der Öffentlichkeit nachher erst einmal die berühmte Geschichte vom Pferd verkaufen. Das vorherige Übergeben von Visitenkarten ist allerdings eine gute Idee, das erleichtet die späteren Ermittlungen ...

@Paderborner In Paderborn waren Bielefelder Polizisten am Werk! :-)



 Seite 1 von 4
weiter >
  >>


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder




Weitere Nachrichten aus OWL
BIELEFELD: Kommentar zum Ärger bei der Bielefelder Tafel
Die Führung der Bielefelder Tafel gibt ein trauriges Bild ab. Wenn der gemeinnützige Verein nicht bald daran etwas ändert... mehr
HERFORD - MIT VIDEO: Herforder ABC-Alarm wirft noch Fragen auf
Großer Alarm an der Raststätte Herford-Süd: Gestern wurde die Feuerwehr zu einem Einsatz längs der Autobahn gerufen. Ein Gefahrguttransporter auf dem... mehr

HÖXTER - UPDATE: Polizei blitzt Raser: Schwerer Unfall
Während der Tempokontrollen, die am Freitag landesweit vorgenommen wurden, hat sich bei Albaxen (Kreis Höxter) ein schwerer Unfall mit Verletzten... mehr
DETMOLD: Arzu Özmen starb durch Schüsse in den Kopf
Detmold (-sg-/cap). Die Staatsanwaltschaft Detmold hat am Freitag die Todesursache von Arzu Özmen bekannt gegeben. Demnach ist die 18-jährige Kurdin... mehr


OWL / NRW: Meistgeklickt heute vor ...

Anzeige

Fotos aus OWL
Warburger Land: Winter-Fotos der NW-Leser
Warburger Land: Winter-Fotos der NW-Leser
Espelkamp: Filmabend mit CAMCORE
Espelkamp: Filmabend mit CAMCORE
Isenstedt: Probe für neues plattdeutsches Theaterstück
Isenstedt: Probe für neues plattdeutsches Theaterstück
Bünde: Band-AG am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Bünde: Band-AG am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Hüllhorst: Schulkulturabend Gesamtschule Hüllhorst Ilex Halle
Hüllhorst: Schulkulturabend Gesamtschule Hüllhorst Ilex Halle
Rheda-Wiedenbrück: Messe "Bauen, Wohnen Renovieren" im A2 Forum
Rheda-Wiedenbrück: Messe "Bauen, Wohnen Renovieren" im A2 Forum


Videos
Regionale Wirtschaft
Unternehmen in OWL ohne Börsen-Euphorie
Ein neuer Börsenboom hat Amerika erfasst - spätestens seit der Ankündigung von Facebook, in den nächsten Monaten aufs Parkett zu gehen und bei den... mehr

GÜTERSLOH: Ex-Bertelsmannsprecher Strauß wechselt zur Deutschen Bank
Gütersloh (nw). Thorsten Strauß (44), zuletzt Bereichsvorstand Kommunikation der Bertelsmann AG, wird zum 1. Juni 2012 neuer Global Head of... mehr

Nobilia baut seine Marktposition aus
Verl. Der Küchenmöbelhersteller Nobilia übertrifft sich selbst und baut seine Marktführerschaft in Deutschland weiter aus. Während die Branche 2011 um... mehr

Octavian zu Balda: "Unlauteres Handeln"
Bielefeld. Versprechen, Verluste, Vorstandswechsel: Die Balda AG, einst im Ruf eines Parade-Investments, das mehr wert ist als es kostet... mehr

Respektable Rendite für Bertelsmann
Gütersloh (mika). Thomas Rabe misst Zahlen ohne Zweifel eine große Bedeutung zu – immerhin war er elf Jahre lang Finanzvorstand von RTL und (seit 2006... mehr


Kultur
Udo Jürgens fasziniert in Bielefeld
Schon seit Wochen war das Konzert von Udo Jürgens in der Bielefeld Seidensticker-Halle ausverkauft. Das Interesse an dem 77-Jährigen ist ungebrochen... mehr

Juliette Binoche in einem Film über weibliches Begehren
Berlin. Juliette Binoche ist eine Spezialistin für sensible Frauenfiguren. Sei es in dem Erfolgsfilm "Chocolat" oder dem leisen Drama "Caché" von... mehr

"Ich bin eine Fragestellerin"
Bielefeld. Ob "Carmen", "Alice im Wunderland" oder "Don Giovanni" – die Inszenierungen von Operndirektorin Helen Malkowsky meiden das Klischee... mehr

Walter Sittler spielt Erich Kästner
Bielefeld. Ein Schauspieler schlüpft in die Rolle eines Schriftstellers. Ein Trommelwirbel und die Verwandlung ist komplett. Walter Sittler trägt... mehr

"Kettcar"-Bassist Reimer Bustorff verrät, warum Bielefeld nicht in Songtexten vorkommt
Bielefeld. Die Songs der Indie-Rockband "Kettcar" pendeln zwischen tiefem Herzschmerz und der Freude, dass bei Aldi noch Licht brennt... mehr