Bielefeld (buck). Die drei Entführer syrischer Abstammung, die am Montagabend eine 18-jährige Frau und ihr Baby aus ihrer Wohnung in Hörstel-Riesenbeck (Kreis Steinfurt) gezerrt, in ein Auto gesteckt und nach Bielefeld gebracht hatten (die NW berichtete), wollten ihr Opfer möglicherweise umbringen. Das zumindest glaubt die ermittelnde Münsteraner Staatsanwaltschaft.
Bei den drei Männern handele es sich um zwei Brüder und einen Schwager des Ehemannes der jungen Frau, wie Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer, Pressesprecher der Anklagebehörde, jetzt auf Anfrage erklärte. Die Frau sei in ihrer syrischen Heimat offenbar einem anderen Mann versprochen gewesen.
Die drei Männer hatten den 25-Jährigen aufgefordert, seine Ehefrau umzubringen und so die Familienehre wieder herzustellen. Als der sich weigerte, hätten die drei die Frau kurzerhand in ein Auto verfrachtet und zunächst zur Wohnung der Brüder des 25-Jährigen an der Herforder Straße in Bielefeld gebracht.
"Das Ziel war dem Vernehmen nach Syrien", sagt Schweer. Nach Aussage der jungen Frau habe man ihr angedroht, sie noch in Bielefeld oder in ihrer Heimat Syrien umzubringen. Der Vater der 18-Jährigen hatte offenbar eine Heimführung der Frau vorgeschlagen, um sie in Syrien zu töten.
Die drei Männer sitzen seit gestern in Münster in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet: Verabredung zu einer Tötung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung.
"Die Männer schweigen bisher zur Tat", sagte Rechtsanwalt Carsten Ernst von der Kanzlei Binder & Partner, die die drei Syrer vertritt. Ihnen droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe.














