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23.03.2010
BAD DRIBURG
Sexpartys: Erzbischof Becker entlässt Pastor
Theologe (41) aus Bad Driburg betrieb Homepage für Homosexuelle
VON SABINE BRINKMANN UND MATTHIAS BUNGEROTH

Muss durchgreifen

Bad Driburg. Der Bann des Erzbischofs traf den 41-jährigen Pastor aus Bad Driburg sofort. Nachdem Michael A. Montag in einem Gespräch eingeräumt hatte, dass er homosexuelle Sexpartys in einem Dortmunder Club organisiert hatte, wurde er mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert. Die Staatsanwaltschaft Paderborn ist eingeschaltet.

Schon Ende Februar hatte das Erzbistum Paderborn anonyme Hinweise auf die privaten Aktivitäten des Geistlichen gegeben, wie Ägidius Engel, Sprecher des Erzbistums Paderborn, auf Anfrage der Neuen Westfälischen bestätigte. A. soll auch eine homosexuelle Homepage im Internet betrieben und zu Workshops eingeladen haben, bei denen den Teilnehmern "der richtige Umgang mit dem Rohrstock" beigebracht worden sein soll.

Der Pastor habe jedoch die Vorwürfe bis zum Montag bestritten, erklärte Engel. Dies habe er erst jetzt eingeräumt. Am 4. März habe der Generalvikar die Staatsanwaltschaft Paderborn eingeschaltet. Deren Sprecher, Oberstaatsanwalt Horst Rürup, bestätigte dies. Er fügte hinzu: "Die Frage, ob da strafbares Verhalten vorliegt, können wir noch nicht beurteilen." Die Hinweise seien diesbezüglich "äußerst vage". Der Hinweisgeber werde auswärtig zeugenschaftlich vernommen. Er erwarte in drei bis vier Wochen eine schriftliche Stellungnahme in dieser Sache.

Michael A. ist ausgebildeter Diplomtheologe und Sozialpädagoge. Er studierte Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Aber auch kaufmännisch bildete er sich aus, er absolvierte ein kaufmännisches Training "Bildungsmanagement" an der Grundig Akademie Nürnberg und ein betriebswirtschaftliches Seminar bei den Beruflichen Fortbildungszentren (BFZ) der Bayerischen Wirtschaft in München. Er war Heimleiter in zwei Seniorenwohnsitzen im Raum München und Geschäftsführer im Verein für soziale Aufgaben in München. Der in Iserlohn aufgewachsene Theologe war Pastor des Pastoralverbundes Bad Driburg und hier schwerpunktmäßig für die Gemeinde St. Urbanus im Bad Driburger Stadtteil Herste zuständig. Er selbst war Montag nicht erreichbar.

Seelsorger in Altenheimen und Krankenhäusern

Aufgrund struktureller Veränderungen mit einer Verringerung der Priesterstellen hatte Pastor Rath, Leiter des Pastoralverbundes Bad Driburg und stellvertretender Dechant des Kreises Höxter, zu Beginn des Jahres die Versetzung von Michael A. zum Juni 2010 nach Hagen angeordnet. Erzbischof Becker hatte A. unter anderen Aufgaben die kommissarische Leitung des Pastoralverbundes Hagen-West schon ab Mai 2010 angedacht. Schwerpunkt seiner Arbeit lag stark auf seelsorgerischer Tätigkeit in Altenheimen und Krankenhäusern. Innerhalb des Pastoralverbundes Bad Driburg nahm A. neben der Krankenhausseelsorge im St. Josefs-Hospital Bad Driburg auch allgemeine Aufgaben wahr.

Doch nach der Amtsenthebung ist eine Rückkehr des Pastors in eine Gemeinde nun nicht mehr möglich, wie Ägidius Engel betont. Aus dem Umfeld der Gemeinde wurde bekannt, dass die homosexuellen Neigungen des Theologen grundsätzlich bekannt waren. Mit dem Ausleben seiner Sexualität verstößt der Geistliche allerdings gegen seine Standespflichten, die ihm sexuelle Enthaltsamkeit auferlegen. Verstoße er gegen diese, habe er hierfür Rechenschaft abzulegen, wie Engel sagte.

Mit Sicherheit trifft der Fall, unabhängig von seiner strafrechtlichen Relevanz, das Erzbistum Paderborn vor dem Hintergrund jüngster Missbrauchsfälle durch katholische Geistliche zu einem höchst sensiblen Zeitpunkt.


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Kommentare
@dschungelratze Bunt und verrückt ist ok. Aber keine Kinder anfassen.

Unser Pfarrer in Bev. ist auch homosexuel und ein total netter Kerl, da fragt auch keiner hinterher. Solche Typen braucht unsere Kirche, bunt, verrückt und kreativ. Es wissen doch alle Vorgesetzten von irgendwelchen "Makeln" ihrer Priester vor Ort, daher sollte das Generalvikariat doch gleich Farbe bekennen und Änderungen anstreben. Das Mäntelchen der Verschwiegenheit wird sehr, sehr löchrig. ... und dank unseres schwulen Pfarrers sind seit einem Jahr auch immer wieder sehr "leckere" Kerlchen in unserer Kirche ;-) Danke Chris !!!!

(...) Mit den Grundsätzen der katholischen Kirche sind Dinge wie Betreiben einer Homo-Page und Sexparties etc. in keinster Weise vereinbar. Vielleicht ist sowas ok, wenn man evangelischer Pfarrer ist. Generell sollte jeder einmal darüber nachdenken, ob er mit der Kirchensteuer weiter die Kirche unterstützen will. Bei den zahlreichen Mißbräuchen etc., die es schon seit Jahrhunderten und auch heute noch zu geben scheint, sowie Mißständen in der weiteren Vergangenheit, kann ich langsam diese Kirche nicht mehr unterstützen. Ich glaube an Gott, und muss dafür nicht eine solch unaufrichtige Kirche haben, in der Opfer verhöhnt werden und der Klerus noch weiter fürstlich bezahlt werden. "Normale" Triebtäter werden für immer weggeschlossen und hier stehen sie noch sonntags auf der Kanzel oder werden, wenn überhaupt, suspendiert.

Homosexualität in der Bibel * 3. Mose 18,22: "Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel." * 3. Mose 20, 13: Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen. * Römer 1, 26f: Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein mußte, an sich selbst empfangen.

Nicht nur die Kirche hat sich in eine prikäre Lage gebracht, sondern alle Institutionen, die sich schuldig gemacht haben, an Kindern und Jugendlichen und auch an Erwachsenen, indem sie mit psychischer Unterdrückung Macht ausüben. Aber die Kirche ist es, die einen grundsätzlichen moralischen Anspruch an die Menschheit vertritt und hegt! Sie zeigt mit dem Finger auf anders gestrickte, von Gott geliebte, weil GESCHÖPFE, und sieht ihre eigene Sündhaftigkeit dabei nicht. Das ist ekelhaft! Noch schlimmer: sie nimmt sich das Recht, vor dem Menschenrecht Ihre Getreuen zu entlassen, wenn sie anderer Lebensüberzeugungen sind. Das halte ich für Mobbing und damit für kriminell! Kann denn deutsches Recht, grundgelegt durch Menscherecht, in der Kirche anders sein? Wo kommen wir denn da hin!? Schwul sein ist keine Schuld, sondern eine natürliche Begabung, wie jede andere (sexuelle) Orientierung auch. Jeder muß lernen, mit seinen Begabungen umzugehen und sie nicht zum Schaden, sondern für alle gewinnbringend einzusetzen! Das gilt auch für Priester - sie tun deswegen keinen schlechteren Dienst. Das in Zeiten der Krise, des Mißbrauchs wieder Sündenböcke gesucht werden, war vorauszusehen: da wird nicht gut hingesehen, wer denn wirklich beteiligt ist. Kann denn der Teufel mit dem Beelzebul ausgetrieben werden? Bischöfe, aufgepaßt, mitgemacht und abgetreten!!! Schaut euch eure Domplätze an: sind eure Vorhöfe besenrein? Hände weg von denen, auf die man sich in einer (ach so) christlichen Kriche doch noch verlassen kann. Wer aber sind diese? Einige wenige? Es ist vor allem das gläubige Volk, nicht die Obrigkeit - jene stiftet keinen Zusammenhalt mehr.



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