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03.04.2010
OWL
"Car-Freitag": Polizei stoppt Autoraser in Paderborn
3.000 Schaulustige wollen illegales Spektakel sehen

Paderborn/Bielefeld/Gütersloh (lnw/red). Mit einem massiven Einschreiten hat die Polizei am Freitag in Paderborn illegale Autorennen von Anhängern der Tuning-Szene verhindert. Für 67 Fahrer endete der berüchtigte "Car-Freitag" nach dem erzwungenen Tritt aufs Bremspedal mit einer Anzeige, viele wurden auch ihren Führerschein los.

Rund 500 Fahrer waren nach Paderborn zur Detmolder Straße gekommen, um mit ihren aufgemotzten Autos auf heißen Reifen über ganz normale Straßen zu brettern. Ein Großaufgebot von Ordnungshütern verhinderte die Rennen - zum Missvergnügen von rund 3.000 Schaulustigen, die sich in teils alkoholisiertem Zustand an dem illegalen Spektakel ergötzen wollten.

"Tiefer gelegte Autos mit Breitreifen und auffälliger Lackierung prägten das Bild", schilderte die Polizei das Treiben. Mit permanenten Geschwindigkeitskontrollen und technischen Überprüfungen verdarb sie so manchem Möchtegern-Rennfahrer das Vergnügen. Die Beamten sperrten Fahrspuren ab und machten den Fahrern damit die Streckenplanung kaputt. Gegen 2 Uhr in der Nacht zum Samstag hatten die "Car-Freitags"-Fahrer die Nase voll und verließen die Stadt wieder.

Mit Tempo 195 über den Ostwestfalendamm

In den anderen Städten Ostwestfalen war die Nacht für die Polizei nicht ganz so aufregend, doch auch in Bielefeld und Gütersloh kam es zu "Car-Freitags"-Einsätzen. Durch starke Präsenz in den Stadtgebieten und an bekannten Treffpunkten der Szene verhinderte die Polizei dort nach eigenen Angaben von Samstag Störungen durch Autofans und Rennaktivitäten.

Insgesamt habe der Polizeieinsatz dazu geführt, dass deutlich weniger getunte Autos und Zuschauer zu sehen gewesen seien als in den Vorjahren, so die Polizei.

Trotzdem fielen auch in diesem Jahr wieder Fahrer auf, die mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren. Den traurigen Rekord stellte ein Sportwagenfahrer auf dem Ostwestfalendamm auf, der dort mit einer Geschwindigkeit von 195 km/h fuhr.

Platzverweise in Gütersloh und Bielefeld

In Gütersloh mussten nach Kontrollen 297 Autofahrer ein Verwarnungsgeld zahlen, 53 müssen nach Polizeiangaben mit einer Anzeige rechnen. Ein Mercedes aus Gütersloh wurde mit 105 km/h auf dem Stadtring Kattenstroth gemessen. Ihn erwarten neben dem fälligen Bußgeld von 280 Euro auch ein zweimonatiges Fahrverbot und vier Punkte in Flensburg. Weitere fünf Fahrer erwartet ein einmonatiges Fahrverbot, da sie die mehr als 41 km/h zu schnell waren.

Um zu verhindern, dass auf der Bundesstraße 61 im Stadtgebiet Gütersloh ungenehmigte Rennen stattfanden, sprach die Polizei insgesamt 62 Platzverweise aus.

Bußgeldverfahren und Platzverweise

Mehr als zehn Raser werden auch in Bielefeld demnächst mindestens vier Wochen lang auf ihren Führerschein verzichten müssen. Aufgrund unzulässiger Fahrzeugumbauten wurden darüber hinaus noch eine Vielzahl von Bußgeldverfahren eingeleitet.

Gegenüber Schaulustigen, die sich auf Bielefelder Gehwegen und an Tankstellen eingefunden hatten, mussten mehr als 50 Platzverweise ausgesprochen werden.


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Kommentare
@Georg: Auf der Detmolder in Paderborn konnten am "Carfreitag" keine Rennen gefahren werden. Es war auch nicht geplant, dort Rennen zu fahren (Dass es ein paar Spinner gab, die das anders gesehen haben, ist geschenkt) Im Gegensatz zur Detmolder in Bielefeld, die früher ja ein Hotspot war (inkl. tragischer Unfälle), ist die Detmolder in PB auch weitgehend ungeeignet für illegale Rennen. Zum Cruisen hingegen ist die Detmolder in Paderborn prima. Und genau darum ging es am Carfreitag. Hättest du dir ruhig mal ansehen können. Davon ab: Die Cruiser wären den eher sportliche orientierten Szene-Mitglieder nur im Weg. Das ist übrigens ein Unterschied zu DKW-Zeiten oder zur Tuning-Szene noch vor 10 oder 15 Jahren. Mit "Showcars" fährt niemand Rennnen.

@Sven: Die Treffen der Bielefelder in der Senne gab's schon vor 15 Jahren. Also zu seeligen Polo II und G40-Zeiten. Das ist nun wirklich kein geheimer Treffpunkt (früher war es aber zumindest einer, wo keine unbeteilligten Dritten gefährdet wurden).

Sven, von wegen auf der Detmolder Straße werden keine Rennen gefahren: - Vor Jahren prahlte der Führerscheinfrischling Frank W. damit, dort Schnellster in Bielefeld mit Radarmessung von 143 km/h gewesen zu sein (Nähe Mc Do). Ein prima Kerl im Geschwindigkeitsrausch während der Probezeit, danach lange Zeit ohne Führerschein! - Ich, nun fast 60, war zu Fahrbeginn genauso bekloppt, die Kisten mussten rennen, was der Zweitaktmotor (DKW) her gab. Erst nach eigenem Erleben mit mehrfachem Salto und Schraube in einen Acker bei Hörste, bei der die Hinterräder nachher wie beim Flugzeug platt unterm Wagen und das Dach spitz wie ein Kottendach hochstand; wurde der Gasfuß ruhiger. Muss nicht jeder nachmachen, außerdem wird die Chance zum Alleinunfall weniger durch die zunehmende Verkehrsdichte! - In Norwegen, Trondheim, habe ich mal zufällig eine Szenerie erlebt, die mir angenehm in Erinnerung blieb: Die getunten Amischlitten standen abends mit geöffneter Haube, Unterbodenbeleuchtung, verchromtem Luftfilter usw. seitlich aufgereiht in der Innenstadt, es wurde kräftig im Peddicoat geschmust. Die US-Kisten fuhren langsam hindurch, Schaulaufen, keiner fuhr Rennen, und die Polizei blieb wachsam im Hintergrund. - Geht doch, sucht Euch ein Plätzchen, wo Ihr Euch zeigen könnt. Ich komme gern und staune.

Hey ich finds ja echt lustig wie die schreiben sie hätten Rennen verhindert^^. Also erstens werden an der Detmolder eh keine Rennen gefahren da kann also nichts verhindert werden. Und zweitens wurden wie jedes Jahr Zahlreiche rennen gefahren an der Polizei unbekannten Stellen^^.. Obwohl ich ziemlich erstaunt war als die Polizei plötzlich in der SENNE auftauchte. Aber war ein echt gelungener Abend Freue mich schon auf nächstes Jahr

Sehr schöne Diskusion hier.Das es noch was anderes gibt,das die Emotionen hoch kochen lässt als Politik.....



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