Schieder-Schwalenberg (lnw). Die Feuerwehr musste mit einem brennenden Strom wie bei einem Vulkanausbruch kämpfen: Ein riesiges Feuer hat in Schieder-Schwalenberg im Kreis Lippe eine Entsorgungsfirma in der Nacht zu Montag komplett in Schutt und Asche gelegt. Nach ersten Schätzungen liegt der Sachschaden bei mehr als zwei Millionen Euro. Menschen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht verletzt.
Aus zunächst unbekannter Ursache war eine Lagerhalle mit giftigen Lack-, Farb- und Ölresten in Flammen aufgegangen. Als die Rettungskräfte eintrafen, mussten sie einem ungeahnten Hindernis ausweichen. "Die Straße zum Einsatzort war abschüssig und stand auf einer Länge von 300 Metern lichterloh in Flammen", berichtete Feuerwehr-Sprecher Jens Bulmahn. "Es war wie glühende Lava." Ein Einsatzfahrzeug konnte nicht mehr ausweichen und wurde durch den glühenden Strom fahruntüchtig. Die Halle war bei Eintreffen schon völlig in Flammen. Rund 350 bis 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Sie mussten Löschwasser 2,5 Kilometer weit herbeischaffen.
Ihnen gelang es, trotz Funkenflug eine nahe Holzfabrik zu schützen. Die 2.000 Quadratmeter große Lagerhalle der Entsorgungsfirma mit giftigen Flüssigkeiten wurde ein Raub der Flammen. Das Unternehmen scheidet Flüssigkeiten von alten Lacken und Ölen ab und gewinnt daraus Brennstoff für Kraftwerke. Am Morgen war der Brand unter Kontrolle. Jedoch verhinderten Brandnester und Glut die Aufklärung der Brandursache, ein Hubschrauber machte Luftaufnahmen.
In der Lagerhalle des Entsorgungsbetriebs waren rund 100.000 Liter einer Flüssigkeit gelagert, die beim Verbrennen giftigen Rauch entwickelt. Die Bevölkerung wurde per Lautsprecheransagen aufgefordert, Türen und Fenster verschlossen zu halten. Nach Polizeiangaben besteht jedoch keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Da sich das Gelände etwas abseits an einer Waldgrenze befindet, kamen nach ersten Erkenntnissen keine Menschen zu Schaden.