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13.05.2010
BRAKEL
Busfahrerin setzt Kind auf die Straße
BBH räumt Fehlverhalten ein / Grundschüler sei ausfällig geworden
VON DAVID SCHELLENBERG

Rausgeflogen | FOTO: HELGA KROOSS

Brakel. Der Vorwurf von Kaan Sarp und seinen Geschwistern wiegt schwer: Eine Busfahrerin soll den zehnjährigen Grundschüler am Dienstag auf der Heimfahrt einfach ausgesetzt haben: Wegen zu lauten Lachens. Das Unternehmen Bus Bahn Hochstift (BBH) bestätigte den Vorfall, schildert ihn aber anders.

Carfer Sarp ist aufgebracht. Als er am Dienstagmittag seine beiden Töchter und Sohn Kaan aus der katholischen Grundschule Brakel zu Hause erwartete, kamen nur zwei an. Der dritte, Kaan, musste laufen, weil er unterwegs von der Busfahrerin ausgesetzt worden war.

Gegen 12.35 Uhr war der Schulbus mit der Nummer 553 an der katholischen Grundschule losgefahren. "Unterwegs waren die Kinder sehr laut. Deshalb hielt die Busfahrerin an und ermahnte die Kinder leiser zu sein", schildert Sarp die Berichte seines Filius’ gegenüber der Neuen Westfälischen.

Die Busfahrerin habe sogar gedroht, alle Schüler aus dem Bus zu werfen und sei erst weitergefahren, als es wieder ruhig war. "Solche Einschüchterungen gegenüber Kindern sind nicht in Ordnung, auch wenn es laut war", empört sich der Vater.

Als sein Sohn auf der Fahrt plötzlich laut anfing zu lachen, habe die Busfahrerin abermals angehalten und den Zehnjährigen einfach vor die Tür gesetzt – etwa 700 Meter vom Elternhaus entfernt. "Es geht nicht um die Wegstrecke. Es ist skandalös, überhaupt ein Kind vor die Tür zu setzen. Es hat ja keine Rangelei gegeben, es hat nur laut gelacht", sagt der Vater. Er wirft der Busfahrerin vor, ihre Aufsichtspflicht verletzt zu haben – zumal das Kind auf freier Strecke ausgesetzt worden sei.

Stimmt nicht, entgegnet Michael Pölz, Niederlassungsleiter von BBH in Paderborn. "Nach Angaben der Busfahrerin musste das Kind an einer Haltestelle aussteigen. Der Junge habe sie in den vergangenen Wochen des öfteren mit obszönen Bemerkungen beschimpft", sagt Pölz. Deshalb sei der Fahrerin wohl der Kragen geplatzt. "Wir wollen nichts beschönigen, aber so ein Vorfall hat immer zwei Seiten", sagt Pölz.

Der Vater hingegen wirft der Busfahrerin vor, sich mit dieser Version rausreden zu wollen. "Er ist ein Opfer, das sie sich rausgepickt hat", sagt Sarp.

Pölz stellt klar, dass die Busfahrerin, die für ein Busunternehmen der BBH arbeitet, den Zehnjährigen trotz der Probleme nicht hätte vor die Tür setzen dürfen. "Es gibt eine klare Anweisung, dass Kinder nicht aus dem Bus geworfen werden dürfen", so der Niederlassungsleiter. Deshalb sei sie offiziell ermahnt worden. Dienstrechtliche Konsequenten gebe es nicht.

Pölz betont aber auch, dass die Ereignisse in Brakel kein Einzelfall seien. "Geschichten, dass es auf Busfahrten Probleme mit den Kindern gibt, hören wir von unseren Fahrern täglich. Es ist zwar glücklicherweise die Ausnahme, dass Schüler aussteigen müssen, es kommt aber öfter als zweimal im Jahr vor", so Pölz. Eine Statistik darüber führt BBH nicht.

Beim Schulträger, der Stadt Brakel, fühlt man sich für die Vorfälle im Bus nicht verantwortlich. "Wir haben zwar die Aufgabe, den Schülertransport sicher zu stellen, jedoch keine Aufsichtspflicht in den Bussen", sagt Rudolf Schröder, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice. Es sei schließlich auch nicht möglich, für jede Schulbusfahrt eine Aufsichtsperson zur Verfügung zu stellen.

Das weiß auch Michael Pölz. Für ihn liegt aber genau an dieser Stelle das Problem: "Unsere Busfahrer werden mit den Schülern allein gelassen. Und wir alle wissen, dass die Kinder nicht immer lieb und nett sind, gerade in Gruppen, oder wenn sie mit Frust aus der Schule kommen", sagt Pölz. Deshalb werde es immer wieder solche Vorfälle wie in dem Brakeler Schulbus geben.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Liebe e.K., meine Kinder finden Sie mittlerweile Symphatisch. Sie haben sich positiv verhalten und auch mein Sohn mag Sie. Er ist ruhig vorne und stört keinen mehr. Ich bedanke mich bei Ihnen und Ihrem neuen Verhalten. Ich hoffe daß Sie in Zukunft keine Probleme bekommen. Ich als Vater stehe immer zur Verfügung und bitte um Benachrichtigung bei Unstimmigkeiten. Ich wünsche allen alles Gute und verabschiede mich.
Liebe/r S.K. sie haben Recht damit, daß man Ruhe bewahren sollte, da diese Diskussion unendlich weitergehen könnte. Vielen Dank für die Klarstellung der Verhaltensregeln im Bus.Ich wünsche allen alles Gute.

Herr Sarp... glauben sie eigentlich an das was sie so schreiben?Ein halbwegs normal denkender Mensch kann da nur den Kopf schütteln.Ich muss keine Erzieherin sein um einen Schulbus mit Kindern zu fahren.Das Leben selber ist der beste Lehrmeister.Ich habe zwei Kinder 16 /19 großgezogen,von denen ich sagen kann,das sie wissen, wie sie sich in der Öffentlichkeit und Erwachsenen gegenüber zu verhalten haben.Dieses habe ich meinen Kindern vorgelebt und anerzogen.Mir ist auch nicht bekannt,das man sich als Busfahrer Orden verdienen muss. Diese Berufsgruppe ist schließlich ausgebildetes und geprüftes Personal zur Personenbeförderung und kein Karnevalsverein! Dieser Vorfall hat weder mit unserer Laune noch mit unserer Vergütung etwas zu tun.Die verzweifelte Suche Ihrerseits nach Rechtfertigunsgründen über das Verhalten ihres Sohnes zeigt nun mehr deutlich,das sie überhaupt nicht in der Lage sind,nachzuvollziehen,wie sich ihr Sohn, abseits der Familie der Öffentlichkeit gegenüber verhält.Nach wie vor werde ich meine Tätigkeit weiterhin gerne und ohne jegliche Vorurteile ausführen.
Auf diesem Wege möchte ich mich bei allen Lesern bedanken, die diesen Vorfall objektiv bewertet haben.
DIE BUSFAHRERIN

Lieber Herr Sarp, Sie sprechen in Ihren Kommentaren mitlerweile über Punkte, die doch gar nichts mit dem Vorfall zu tun haben und in Ihren Aussagen scheiden sich sehr wiedersprüchlich die Meinungen. Bitte bedenken Sie, dass sich alle Busfahrer im Raum Brakel untereinander kennen! Die "Explosion" der Kollegin war nur das, was alle Fahrer schon lange gedacht haben. Wir können noch unterscheiden, ob wir von einen 10 jährigen angelacht oder ausgelacht werden. Fakt ist doch das man von einem 4. Klässler erlernte Regeln erwarten kann und er diese auch in die Tat unsetzten vermag. Die ist kein Problem unserer Gesellschaft sondern der Erziehung. Jedes Kind ist individuell, ob Clown oder Angsthase, auch das erkennen wir. Ich glaube wir könnten noch tagelang über diese Geschichte schreiben und unsere Ansichten austauschen. Fair wäre nur gewesen, wenn die Autoren der Zeitungsberichte alle betroffenen Personen befragt und nicht nur eine Seite veröffentlicht hätten. Anhand der grossen Resonanz dieser Debatte können wir doch erkennen, dass es nicht in Ihre Richtung verlief und wir sollten diesen Tsunami endlich zum abebben bringen. Ich will damit meine Kollegin nicht komplett in ein positives Licht rücken, aber wie Sie evtl. wissen, hat sich die Schule auch schon bei der Presse zu diesem Vorfall gemeldet. P.S. Falls Sie eine Anspielung gegen mich mit Ihrem Satz aus dem heutigen Kommentar anstreben, kann ich Ihnen sagen, dass sich mein Freundes- und Bekanntenkreis von Südafrika über Kolumbien, Kroatien und Slovenien bis zu Türken aus Brakel erstrecket. Wir lachen gerne und viel miteinander, auch mit unserer Kollegin. Wir können sehr wohl noch lachen und lachen niemanden aus!

Sehr geehrte S.K.,ich bin mit der Busfahrerin aus Brakel, die Erzieherin gelernt hat per du. Sie fährt ebenfals die Strecke und Sie sagte das Sie meinen Sohn mag. Da mein Sohn weiß, das wir uns kennen gibt es dort keine Probleme. Übrigens hat Sie die Kinder im Griff und lernen Sie von Ihr, wie das geht. Ein netter Busfahrer, der ebenfals hier fährt, kommt super mit Humor mit den Kindern im Bus aus. Die beiden haben sich den Respekt der Kinder und Eltern verdient und sollten einen Orden bekommen, da Sie mit Ihrem Beruf und Ihrer Einstellung im Klaren sind und es den Kindern vermitteln. Mein Sohn fährt seit 4 Jahren im Bus und erst jetzt explodiert die Busfahrerin? Ich sehe in dieser Diskussion die Probleme der Berufsgruppe und verstehe Ihre Sorgen, aber die Frust wird hier auf Kinder abgewälzt. Wenn ich höre 8 Euro die Stunde und die Frust über Arbeitsbedingungen, merke ich warum sich viele Aufregen. Die Probleme sind zuerst mit dem Arbeitgebern zu klären und dann haben auch viele Spaß bei der Arbeit. Das Lachen haben viele verlernt aber mit Humor geht vieles besser und das sollten viele wieder lernen. Wenn jemand den Frust mit zur Arbeit nimmt und diese auch herrausläßt, verursacht das eine negative Gegenreaktion. Lernen Sie wieder zu Lachen und Sie werden sehen, es geht Ihnen besser. Kind zu sein heißt auch zu Lernen und nicht sofort sich Erwachsen mit Wut im Bauch durch Leben zu gehen. Übrigens sind wir nach dem Gesetz und Überzeugung Deutsche. Bestes Beispiel ist die Nationalmanschaft. Wir Leben gerne in Brakel und möchten auch weiterhin hier Wohnen, denn Brakel ist die beste Stadt der Welt und unser Kreis Höxter bietet soviel schönes, man muß nur ab und zu mit den Augen eines Kindes sehen und den Tag damit mit Humor anreichern. Auch ich hatte es vergessen zu Lachen!!!!!

Hallo nochmal. Ich habe natürlich mein Kind wieder mit dem Bus zur Schule geschickt und auch zurrück. Es gibt keine probleme mehr mit ihm. Warum haben Sie uns nicht informiert und Ihr Leben sehr schwer gemacht. Mein Sohn sitzt ruhig vorne und andere waren laut oder? Das Problem ist, wenn wir Eltern nicht informiert werden können wir keine Unterstützung geben. Kaan ist ein liebes Kind, aber auch ein Clown und lacht viel. Er ist ein Kind und sehr verspielt. In der Schule hat er heute eine 2 in Mathematik nach Hause gebracht. Ich weiß das viele Kinder sich gegenseitig ärgern und es laut im Bus oder Schulbushaltestelle hergeht. Ich habe heute selber gesehen, wie viele Kinder sich benehmen. Lösung Busbegleiter wäre vielleicht eine gute Maßnahme. Ich wäre gerne bereit, dieses für 1 Tag zur Probe bei der BBH zu übernehmen. Ich will damit sagen, daß ich nicht nur Rede, sondern auch mit anpacken will. Mein Sohn macht keinen Ärger mehr, da ich hart durchgreife. Ich bin auch zu jedem Elternsprechtag gegangen, wie mein Vater bei mir. Ich unternehme sehr viel mit meinen Kindern und behüte und beschütze Sie zu Hause und in der Freizeit mit meiner Frau. Unsere Gesellschaft hat sich leider geändert und wir müssen gemeinsam neue Lösungen finden, denn alleine etwas zu erreichen ist sehr schwer. Hier sind Probleme und Ängste von vielen Menschen aufgetaucht, die wiederspiegeln was in der heutigen so abläuft. Diese Sache ist auch eine Lapalie, doch vielleicht ein Neubeginn um uns das Leben einfacher zu machen. Es ist ein Anlass um sich gegenseitig zu Unterstützen in vielen Bereichen z.b. in der Schule, im Bus usw. um alle als Gewinner herrauszukommen. Packen wir es an!!!!



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