Petershagen. Hätte Hochwasser die Deiche bedroht, wäre das Schlimmste verhindert worden. "Diese Großübung hat uns gezeigt, dass wir auf einen Ernstfall optimal vorbereitet sind", sagt Daniel Meyer als Fazit der Großübung. Er ist Feuerschutzdezernent der Bezirksregierung – und rundum zufrieden.
Die knapp 1.000 Einsatzkräfte vom Technischen Hilfswerk (THW), von den Johannitern, Feuerwehr, DRK und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) haben nach seinen Worten ganze Arbeit geleistet. "Zu einer Katastrophe wäre es nicht gekommen", sagt der Mann, der für die Organisation verantwortlich war.
Der vergangene Samstag, fünf Stunden zuvor. Auf dem Wasserübungsplatz im Petershagener Ortsteil Windheim nähert sich das Szenario der entscheidenden Phase. Es ist 11 Uhr, es regnet und es ist kalt. Dass über diese Bedingungen niemand so recht traurig ist, liegt nahe. "Bei Hochwassergefahr ist es selten trocken", sagt Meyer, bei dem sämtliche Fäden zusammenlaufen – und der nach eigenen Worten alles im Griff hat. "Im Ernstfall muss das hier klappen."
Dass es nach Plan läuft, merkt der Laie auf den ersten Blick nicht. Frauen und Männer in roten oder blauen Uniformen laufen auf dem weiträumigen Areal hin und her. Auf der Weser fahren viele kleine Boote, rund 20.000 Sandsäcke werden mit Lkw gebracht und jede Menge Folien ausgelegt. An der Böschung machen sich Taucher bereit. "Wir sorgen jetzt für die Deichsicherung", sagt Holger Schmäing von der DLRG, und: Sekunden später seilen sich die ersten Taucher ab ins Wasser.
Es beginnen die wohl spektakulärsten Momente der Großübung. Unter Wasser wird eine etwa zwei Meter breite Folie ausgelegt, die mit Säcken beschwert wird – und einige Meter über den Deich hervorragt. Damit die Strömung nicht unter die Folie greifen kann, befestigt man einen weiteren Streifen flussaufwärts und sichert ihn ebenfalls mit Säcken. "Auf diese Weise wird der Deich im Ernstfall ausgetrocknet", sagt Schmäing.
Etwas mehr als zwei Stunden später ist alles verlegt – und die gröbste Gefahr vorbei. Die Einsatzkräfte können einigermaßen aufatmen, denn sie haben ihre Bewährungsprobe bestanden. "Bei so einer Übung muss alles miteinander verzahnen", sagt Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, die als Zuschauerin mit vor Ort ist. Alle zwei Jahre wird zur "nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr" eine Großübung veranstaltet, bei der die Helfer aus dem Regierungsbezirk gemeinsam eine drohende Katastrophe simulieren. "Dieses Mal haben wir Hochwasser", sagt Thomann-Stahl.
Samstagabend ist die Übung mit dem markanten Namen "Weserwelle 2010" beendet. Zwei Tage hat sie insgesamt gedauert – und nicht nur die Verantwortlichen sind allmählich müde. Was bleibt, sind eine logistische Meisterleistung und das gute Gefühl, dass viele Orte im Ernstfall nicht überschwemmt werden.
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