Bielefeld. Die Heizung in ihrer Wohnung ist seit Wochen defekt, herrenlose Bierkisten versperren im Treppenhaus den Weg, die anderen Mieter sind nicht ihr Fall. Katrin Möller aus Bielefeld möchte umziehen. Es soll wieder eine Wohnung in der Innenstadt sein. Guter Dinge griff sie vor Wochen zum Hörer und sprach bei diversen Vermietern vor. Rund 40 Anrufe später dann die bittere Erkenntnis: "Uns will keiner."
"Uns", das sind Katrin Möller, selbstständige Nagelmodellistin, und ihre Mitbewohner: Yorkshire-Terrier "Sir Murphy" (4) und Münsterländer Akimo (2). Wer Möllers Wohnung betritt, sieht jedes Vorurteil gegen Hundehalter im Keim erstickt. Weder Hundehaare noch angeknabberte Tischbeine sind hier auszumachen. Wer durch die Tür kommt, bekommt obendrein galant die Hundenase in die Kniekehle gestupst.
"Geht ja nicht anders. Immerhin gehen hier meine Kunden ein und aus", sagt Katrin Möller. Das Zimmer kurz hinterm Eingang ist der Modellierraum. "Ich arbeite von zu Hause aus, habe meine Hunde den ganzen Tag im Blick. Aber davon wollen die Vermieter nichts wissen. Die hören nur "Hunde" und der Ofen ist aus." Auch ihre Annonce in der Zeitung habe wenig Erfolg gehabt. "Ich habe den Leuten sogar angeboten, sich bei mir hier umzusehen. Darauf ist aber keiner eingegangen."
Auf Aushänge achten
Anscheinend kein Einzelfall. Auch Erika Oberwinter, die ehrenamtlich im Bielefelder Tierheim tätig ist, berichtet von der Schwierigkeit, mit Hund eine Wohnung zu finden: "Als ich vor 20 Jahren nach Bielefeld kam, hatte ich einen Hund und arge Probleme, unterzukommen."
Auch im Tierheim sei sie ständig mit Menschen konfrontiert, die mit Hund keine Wohnung finden, oder Probleme mit ihrem Vermieter haben. "Mit Hund eine Wohnung finden, und dann auch noch in der Innenstadt, das kostet Zeit." Sie rät Hundehaltern auf Wohnungssuche, die Aushänge bei Tierärzten oder in Tierheimen zu beachten. "Da ist öfter mal was dabei."
"Man kann die Vermieter schlecht zwingen, Leute mit Hunden aufzunehmen", sagt Joachim Knollmann, Geschäftsführer des Mieterbundes OWL. Viele hätten Sorge, die Tiere könnten Teile der Einrichtung zerstören. "Gerade in Mehrparteienhäusern ist Hundehaltung oft problematisch, weil es Menschen gibt, die schlicht Angst vor den Tieren haben oder allergisch sind."
Lisa Bültmann vermietet seit Jahrzehnten Wohnungen in Bielefeld. Aber nicht mehr an Tierhalter. Zerkratzte Türen, "Hundesammler", Dreck im Treppenhaus: "Wir hatten immer Ärger und irgendwann war Schluss. Ich selbst mag Tiere sehr – aber nicht in meinen Häusern." Katrin Möller versucht es nun mit einem Aushang, den sie in der Innenstadt verteilen will. "Ich bin mit meinem Latein am Ende."
So ist es recht
Ob Mieter in ihrer Wohnung ein Haustier halten dürfen hängt vom Mietvertrag ab. Erlaubt der Mietvertrag die Tierhaltung, kann sich der Mieter Hund oder Katze zulegen. Verbietet der Mietvertrag jegliche Form von Haustierhaltung ist das unwirksam. Kleintiere darf der Mieter immer halten. Hundehaltung allerdings darf der Vermieter verbieten oder seine Erlaubnis verlangen.
Für Schäfer usw., sonst nein.
Viele beziehen Harz IV , haben meistens mehrere Köter, rauchen usw. und jammern.
Weg mit den Viechern.