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25.06.2010
OWL
Region soll unter dem Logo "Teuto" vermarktet werden
Studie zum Tourismus in OWL
VON HUBERTUS GÄRTNER

Aktiv | FOTO: REINHARD ROHLF

Höxter. Im Tourismus hat die Region Ostwestfalen-Lippe ein riesiges Potenzial. Sie schafft es aber noch nicht, all ihre Schätze zu heben und für die Kunden schmackhaft zu machen. Gründe dafür sind vor allem das uneinheitliche Erscheinungsbild und die mangelhafte Vernetzung der Angebote. In einer wissenschaftlichen Expertise wird deshalb vorgeschlagen, sich in Zukunft verstärkt unter dem Logo "Teuto" zu vermarkten.

Der sogenannte Masterplan war im Auftrag der OWL Marketing GmbH von der Lüneburger Agentur "Projekt M" ausgearbeitet worden. Er wurde gestern durch Professor Edgar Kreilkamp und Andreas Lorenz auf dem 5. Teutoburger Wald Tourismustag auf Schloß Corvey (Kreis Höxter) vorgestellt. Etwa 140 Teilnehmer, darunter Landräte, Bürgermeister, Wirtschaftsförderer und Touristik-Experten aus der Region waren erschienen, um die neue Strategie zu diskutieren.

Kreilkamp und Lorenz bemängeln in ihrer Studie, dass die Region ein zerrissenes Erscheinungsbild im Tourismus biete. In den einzelnen Kreisen gebe es zahlreiche "unterschiedliche Wort-Bild-Marken", mit denen um Kunden geworben wird. Sie reichen vom "Mühlenkreis" oder "Wittekindsland" bis zum "Land des Hermann".
Umfrage
Unter welchem Begriff soll die Region in Zukunft touristisch vermarktet werden?





Teuto steht für Wandern, Naturerlebnis und Mountainbiking

Der Teutoburger Wald spiele leider "eine untergeordnete Rolle", sagte Kreilkamp. In Befragungen habe sich aber herausgestellt, dass der Teutoburger Wald bei 78 Prozent aller befragten Touristen bekannt sei. Alle anderen Kreise und Marken der Region sowie auch das Logo "Ostwestfalen-Lippe" hätten einen sehr viel geringeren Bekanntheitsgrad. Der Teutoburger Wald nehme in puncto Bekanntheit Platz 68 von insgesamt 134 Reisezielen ein.

Obwohl in seinem Umkreis sehr viele kulturelle Sehenswürdigkeiten vorhanden sind, werde der "Destinationsmarke Teutoburger Wald" bislang aber weder besondere Qualität oder gar Einzigartigkeit zugeschrieben. Der Teutoburger Wald stehe für Wandern, Naturerlebnis und Mountainbiking, man assoziiere mit ihm die Attribute "natürlich", "freundlich", "gesund" und "entspannend".

Als Konsequenz daraus, müsse für die touristische Vermarktung der Region eine "stragetischen Neupositionierung" entwickelt werden, die die Themen "Gesundheit" und "Natur und Aktiv" noch mehr als bisher in den Vordergrund rücke, betonten die Autoren des Masterplans. "Die einzigartige Verbindung zwischen hoher Gesundheitskompetenz und Natur- und Aktivurlaubsangeboten wie Wandern und Radfahren in geschichtsträchtiger Kulturlandschaft ist das klare Alleinstellungsmerkmal des Tourismus im Teutoburger Wald", sagte Kreilkamp. Vor allem beim Gesundheitstourismus habe die Region das Potenzial, in wenigen Jahren zu einer Top-Adresse in Deutschland zu werden.

Info

Wirtschaftsfaktor

Nach Angaben der Agentur "Projekt M" wurden in der Region Teutoburger Wald im vergangenen Jahr durch den Tourismus knapp 2,6 Milliarden Euro Umsatz generiert. Etwa 1,7 Milliarden Euro (67,1 Prozent) des Umsatzes seien durch den Tagestourismus, rund 876 Millionen Euro (32,9 Prozent) durch den Übernachtungstourismus erzielt worden. Insgesamt seien 6.499.238 Übernachtungsgäste gezählt worden. Im Vergleich zu 2001 habe die Anzahl der Betten um etwa 3.000 Betten abgenommen. Ziel müssten "Umsatzsteigerungen vor allem im Übernachtungstourismus bei touristischen Reisen sein", schreibt die Agentur.

Dazu sei es aber notwendig, dass sich alle Akteure "mit dem Namen, Logo und dem Werbeauftritt des Teutoburger Waldes identifizieren". "Marken wachsen von innen nach außen", sagte Lorenz. Bislang gebe es "Probleme auf zwei Ebenen": Nicht alle Kreise und Gemeinden in OWL sähen sich als ein Teil des Teutoburger Waldes. Zum anderen würden einzelne Sehenswürdigkeiten in den Vordergrund gestellt, wodurch mancherorts das Gefühl der Benachteiligung entstehe. Kreilkamp und Lorenz schlagen daher den neuen Markennamen "Teuto" vor. Mit dieser Bezeichnung könne sich "jeder identifizieren, denn sie bezieht sich nicht mehr allein auf den Teutoburger Wald sondern auf die Region". Außerdem, so die Autoren des Masterplans, werde die Bezeichnung "Teuto" "bereits heute vielfach benutzt".

Das Publikum konnte sich mit dem neuen Kürzel offenbar spontan anfreunden. Der Masterplan erntete jedenfalls keinen offenen Widerspruch. Die Akteure im regionalen Tourismus wollen nun neue Produkte entwickeln – und dabei die gut gemeinten Ratschläge beherzigen.


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Kommentare
es gibt genau zwei begriffe, die deutschlandweit eine halbwegs gute bekanntheit haben. teutoburger wald und weserbergland - sonst haben keine begriffe irgendeine chance bei überregioanler vermarktung - fragt mal nach in hamburg, bremen und berlin

OWL ist wirklich eine künstlich zusammgefügte Region, aber gerade deswegen auch sehr vielseitig. Gemeinsam kann sich die Region wirklich sehen lassen und man sollte nicht den Fehler machen ins alte Kirchturmdenken zurück zu fallen. Auf der anderen Seite sollte eine gemeinsame Vermarktung allerdings auch die Bewohner aller Gegenden der Region ansprechen und gerade das wird man mit der namendlichen Fixierung auf eine Teilregion nicht erreichen. Da kann man die Stellverteterposition des Namens für alle noch so sehr betonen. Daher sollte man sich lieber einen kurzen pregnanten Oberbegriff einigen, der das komplizierte Ostwestfalen-Lippe abkürzt und dabei nicht so abstrakt daher kommt, wie das Kürzel OWL. Sollte das gelingen und alle gleichermaßen ansprechen, dann wäre uns mehr geholfen, als mit einer Fixierung auf den zugegeben schönen "Teuto", die allerdings die Paderborner Hochfläche samt Egge, das Weser-/Lippische Bergland, die Warburger Börde oder das Wiehengebirge vernachlässigt.

Ein weiterer Versuch die kulturell unterschiedlichen Kreise des Regierungsbezirks Detmold in eine Schublade zu zwängen. Ostwestfalen-Lippe ist ein künstliches Raumgefüge, welches nicht historisch gewachsen ist. Als Warburger ist man weit entfernt vom Teutoburger Wald. Man sollte das Regionalmarketing auf die historischen Räume wie Hochstift Paderorn, Lippe, u.A., oder auf die wirklichen Naturräume trennen, denn weder das Mindener Land, noch die Warburger Börde und das Weserbergland haben etwas mit Teutoburger Wald gemeinsam. Man darf OWL nicht mehr auf Bielefeld und Teutoburger Wald reduzieren.

...nur das kein mensch in deutschland den mühlenkreis kennt. da denkt jeder direkt an mühlenhofmusikanten und langeweile. die o.g. attribute jedenfalls kommen einem nicht in den sinn. aber so ist es, in owl - jeder zieht in seine richtung zum nachteil des großen ganzen.

Ob Teutoburger Wald oder Teuto, ich sehe den "Mühlenkreis" nicht als Teil davon. Vorallem wenn man bedenkt das man von hier bis zum Teuto genauso lange braucht wie ins Weserbergland...


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