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26.07.2010
Loveparade-Teilnehmer aus OWL erzählen
"Es waren einfach zu viele Menschen"
VON JENS REDDEKER UND JENS REICHENBACH

Bilder auf dem Handy | FOTO: BARBARA FRANKE

Duisburg/Bielefeld. Äußerlich machen sie am Tag nach der Katastrophe von Duisburg einen gefassten Eindruck. Die fünf Bielefelder Yannick Schmidt, Raul El-Souaf, Lennart Preuth, Daniel Intrup (alle 17) und Michael Michalowsk (19) sind dem Schlimmsten bei der Loveparade gerade noch entkommen. Anders erging es zwei jungen Menschen aus OWL. Eine 19-jährige Bielefelderin und ein 18 Jahre alter Bad Oeynhausener verloren bei der Technoparade ihr Leben.

Aber selbst die fünf Bielefelder steckten zeitweise mittendrin in den angsteinflößenden Menschenmassen am Festivalgelände. Das Schlimmste erlebten sie in der Mittagszeit vor dem Einlass zum Party-Areal: "Es wollten einfach alle rein. Da wurde es eng. Und dann mussten auch noch Polizei und Sanitäter da durch", erzählt Lennart Preuth.

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Als es die fünf Jungs nach stundenlangem Schieben und Ausharren vor dem Eingang endlich aufs Loveparade-Gelände geschafft hatten, fragten sie nach dem Weg zur Hauptbühne. "Aber da konnte uns keiner den Weg sagen", kritisiert Yannick Schmidt die Organisation. Schließlich bahnten sie sich auf eigene Faust den Weg zur Bühne und waren auch dort, als am anderen Ende des Geländes Technofans um ihr Leben rangen. Vom Unglück erfuhren sie erst gegen 20 Uhr per SMS. Die Handynetze waren ausgefallen. Die Bielefelder fragen sich, wieso die Veranstalter nicht schon vorher viel mehr Ein- und Ausgänge für das Gelände eingeplant hätten: "Dafür, dass dieser eine Tunnel gleichzeitig Ein- und Ausgang war, waren es einfach zu viele Menschen."

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Welches Drama sich am Tunnel abgespielt hatte, erfuhr auch Loveparade-Besucher Sören Harting aus dem Kreis Minden-Lübbecke erst durch Zufall: "Als ich irgendwann zur Toilette gehen wollte, hat mich ein Beamter zurückgewiesen und gesagt, dass dort Tote geborgen werden", berichtet er. Weil die meisten Besucher nichts von den Todesfällen erfahren hätten, sei kräftig weitergefeiert worden. Doch für Harting war das Ende der Party gekommen: "Mein Kumpel und ich hatten dann keine Lust mehr zum Feiern."

"Dann bin ich noch einmal zusammengebrochen"

Beklemmende Erfahrungen am Geländeeingang und am Tunnel machte auch Sebastian Gerdes. Der Bielefelder musste sogar mit ansehen, wie eine Panik ausbrach: "Ich stand oben auf der Brücke. Die Leute, die es geschafft haben, die Mauer hochzukommen, sind in Tränen ausgebrochen. Einige haben geblutet. Ich selbst habe auch was abbekommen." Am Abend wollte er mit seiner Gruppe einfach nur noch weg. Raus aus Duisburg. Doch das Erlebte konnte keiner im Auto vergessen: "Kurz nach Duisburg sind wir auf einen Parkplatz gefahren und in Tränen ausgebrochen." Gerdes brachte seine Mitfahrer danach trotzdem noch sicher nach Bielefeld, doch nach der Rückkehr konnte er einfach nicht mehr: "Dann bin ich ein zweites Mal zusammengebrochen."

Auch knapp hundert Beamte der Bielefelder Bereitschaftspolizei waren im Einsatz – genau an der Unglücksstelle. "Allerdings sind wir mittags dort abgelöst worden", sagte Hundertschaftsleiter Wiegand Patzelt. "Dass es im Tunnel eng werden würde, war allen vorher klar. Aber dann ist die Menge oben am Rand des Geländes nicht weitergegangen", so Patzelt. Die Partytrucks, die dort entlangfuhren, haben viele Besucher zum Anhalten bewegt. "Dadurch kamen die Nachkommenden im Tunnel zum Stehen. Schon zu dem Zeitpunkt haben wir dazu geraten, oben mehr Ordner einzusetzen, um die Menschen weiter aufs Gelände zu leiten." Nach dem Unfall wurden die Bielefelder Beamten in den Unglückstunnel zurückgeschickt: "Wir sollten dort dem Rettungsdienst den Rücken freihalten. Aber man kann tausend Menschen nicht einfach aufhalten. Auch Polizisten sind in so einer Situation irgendwie hilflos."

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Ich bin entsetzt was da passiert ist.An diesem Abend standen alle meine Kollegen in bereitschaft um evtl.nach Duisburg zu fahren um andre Kollegen zu unterstützen bei dieser katastrophe.Ich hoffe das man diese Sache schnell aufklärt.Diese falsche Planung durfte einfach nicht passieren.Bin der meinung man hätte bei dieser Eventplanung einen ganz erfahrenen hinzuziehen sollen.Und warum grad Duisburg,Köln hätte diese Menschenkapazität besser verkraftet,zumal die ja auch Karneval jedes Jahr feiern.

Mir kommen die Tränen, wenn ich die Berichte im Fernseher sehe oder im Internet lese. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden. Von meiner Freundin habe ich gerade erfahren, dass Dennis aus B.O. auch ein Opfer der chaotischen Veranstaltung geworden ist. Er war der Freund einer Klassenkammeradin (ihrer Tochter). Ich hoffe nur für die Hinterbliebenen, dass die Verantwortlichen für ihre Fehler bestraft werden. Ab heute beklagen wir 21 Todesopfer, Grund genug die schreckliche Sache so schnell wie möglich aufzuklären. Mit einem Rücktritt des OB ist es nicht getan. 21 x fahrlässige Tötung = 21 Jahre Haft!!!!

Erst einmal viel Kraft an die Angehörigen,der Opfer:-(
Ich habe mir die Parde auf WDR angeschaut,Und habe nur gedacht wie gut das wie nicht gefahren sind du würdest umfallen bei der Menge.Selbst die berichte vom Bahnhof haben schon ein Kaos vorrausgesagt.
Habe bis Mitternacht die Sondersendung verfolgt.Das sich die Stadt nicht mal an die Angeörige gewidmet hat,Pfui!!!Und jetzt fängt das Kartenspiel an wer den Schwarzen Peter behält!!!
Das 7 Gebot heißt doch ganz einfach"DU SOLLST NICHT LÜGEN" Mußte ich jetzt auch mal einfach los werden.Da meine Tochter sich auch in dem Alter befindet sie ist 16j jung.

Wenn einer Stadt wie Duisburg der Ruhm wichtiger ist als die Sicherheit von Menschen, dann sollte man doch darüber nachdenken was da für Menschen diese Stadt regieren. Polizisten und Feuerwehrleute hatten schon vorher gewarnt, dass es zu solchen Vorkommnissen kommen könnte. Und ihr Verdacht hat sich bestätigt. Man kann keine Veranstaltung auf einem Gelände, das für 250.00 Menschen ausgerichtet ist, mit einer Menge von über 1.Mio füllen. Doch die Stadt gab dennoch Grünes Licht um ihr Ansehen steigen zu lassen. Populärer ist die Stadt geworden, aber zu welchen Preis?! 20 Menschen im Alter zwischen 19 und 38 Jahren ließen ihr Leben in Duisburg. Doch die Verantwortlichen suchen die Schuld bei anderen, wie z.B. bei den Besuchern, Probleme werden klein geredet. die Leute fordern den Rücktritt des OB, .. zurecht, denn wenn ihm die Sicherheit der Menschen egal ist, ist es doch klar das kein Bürger mehr Vertrauen zum Oberbürgermeister hat.

ich findes es traurig das inzwischen, wie eben im Netz erfahren habe 20 Menschen ums Leben kamen. Das konnte nie gut enden. Ich finde es sollte ein Strafverfahren gegen die Veranstalter eingeleitet werden.



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