Horn-Bad Meinberg. Nach Angaben von Bürgermeister Eberhard Block hat der Kreis Lippe den Prostituierten in Horn-Bad Meinberg nur noch eine Übergangsfrist gewährt. Es handele sich bei der von den Damen bislang genutzten Scheunenfläche um einen Außenbereich, der für Gewerbe dauerhaft nicht zulässig sei. Deshalb werde er geschlossen.
"Wir wollen den Realitäten dieses Gewerbes unter der Prämisse eines geordneten Zustandes aber Rechnung tragen", erklärte Block. Die Stadtverwaltung habe deshalb inzwischen mit den Prostituierten auf Horn-Bad Meinberger Gebiet gesprochen.
"Wir haben den Damen gesagt, dass wir als Lösung für eine begrenzte Anzahl an Wohnwagen auf dem Waldparkplatz am ,Waldschlößchen' Nutzungsrechte gegen eine Gebühr gewähren. Ansonsten müssten sie sich an Privatleute wenden, die Grundstücke besitzen, die planungsrechtlich zulässig sind", so der Verwaltungschef weiter. Daraufhin habe die Stadt eine Unmenge von Anträgen bekommen - obwohl sie eine Gebühr erheben wolle. Auch Männer hätten derartige Schreiben eingereicht. Noch sei aber keine Entscheidung dazu getroffen worden.
Führungszeugnisse nötig
Sechs bis sieben Nutzungsrechte sollen für den oberen Teil des Parkplatzes vergeben werden und weitere drei bis vier unterhalb der Brücke, wo sich ein kleiner Stichweg befinde. Kriterien will die Stadt mit der Polizei abstimmen.
Block: "So wollen wir sicherstellen, dass uns aus ordnungspolitischen Aspekten heraus keine Fehler passieren. Wir haben den Antragstellern gegenüber deutlich gemacht, dass nur die unmittelbar gewerbetreibenden Damen zugelassen werden und keineswegs die Aufsteller von Wohnwagen." Die Prostituierten müssten polizeiliche Führungszeugnisse vorlegen und nachweisen, dass sie im Besitz der Wohnmobile sind.
Die Fahrzeuge nachts irgendwo im Stadtgebiet abzustellen und morgens zum Parkplatz zu fahren, um sie dort stundenweise zu besetzen - das werde die Stadt keinesfalls mitmachen. Laut Block wäre es wünschenswert, dass die Wohnwagen ganz verschwinden und die Prostituierten stattdessen Wohnhäuser benutzten. "Das wollen die Damen aber nicht. Sie wollen weiterhin unmittelbar an der Straße anschaffen. Für uns ist es daher der Versuch, eine gewisse Ordnung zu erreichen. Dafür zu sorgen, dass auch alle anderen Prostituierten im Stadtgebiet unterkommen, ist primär nicht Aufgabe der Verwaltung", so Horn-Bad Meinbergs Bürgermeister.