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30.07.2010
PORTA WESTFALICA
Risiko-Anlage wird abgeschaltet
Angeblich ungefährliche Fischscheuch-Vorrichtung pausiert während Festival "Umsonst und Draußen"
VON ALINA REICHARDT

Gefahrlos feiern | FOTO: EDWIN DODD

Porta Westfalica. Völlig ungefährlich für Menschen – das soll die Fischscheuchanlage des Gemeinschaftskraftwerkes Veltheim sein. Dennoch wird die Anlage für das am Wochenende stattfindende Festival "Umsonst und Draußen" "routinemäßig" abgeschaltet. Das Festivalgelände, auf dem rund 20.000 Besucher erwartet werden, liegt genau neben der umstrittenen Vorrichtung.

Mit dem Unfall am vergangenen Freitag, bei dem ein Mann und ein Hund nahe der Anlage starben, habe das nichts zu tun, sagt Jörg Röthemeier, Mitglied der Geschäftsführung des Gemeinschaftskraftwerkes Veltheim. "Wir nehmen aber den Vorfall zum Anlass, um nochmals die Funktionsfähigkeit der Anlage zu überprüfen", kommentiert Röthemeier.

Das Todesopfer Oliver K. hatte auf dem Gelände einige der Festivalmitarbeiter besucht, die mit Aufbauarbeiten beschäftigt waren. Sie hörten die Schmerzensschreie der beiden. Die Geschäftsführung des Kraftwerks ist jedoch überzeugt, dass ihre Anlage nicht mit dem Tod der Verunglückten zusammen hängt. Als Todesursache stellte die Gerichtsmedizin Ertrinken fest.

Der Bielefelder Allgemeinmediziner Stephan Held sagt: "Sogar weitaus geringere Stromdosen, als die von der Fischscheuchanlage, können beim Menschen eine schmerzhafte Muskelverkrampfung auslösen und das Schwimmvermögen beeinträchtigen". So sei auch erklärlich, dass der eigentliche Tod durch Ertrinken eintritt, jedoch von einer, durch die Fischscheuchanlage verursachte, Muskelverkrampfung ausgelöst wurde.

Eine Gefahr, die von den Festival-Besuchern wohl nicht mehr befürchtet werden muss. Dennoch "haben wir diese gefährliche Stelle im Auge", sagt Lars Schulz, Sprecher der Veranstaltung. "Die Anlage wird weiträumig eingezäunt und ausgeleuchtet. Außerdem wird dort der Backstagebereich für die Künstler sein, die Festivalbesucher haben dort keinen Zutritt."

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Als Bürgerin kann ich mich nur für das menschenverachtende Verhalten der Geschäftsführung des Kraftwerkes schämen und den Angehörigen mein Beileid aussprechen.

wenn ich jemandem die Arme und Beine fessele um ihn anschliessend ins Wasser zu werfen, an was wird er dann wohl sterben? Ertrinken? Hmm, aber wenn er ertrunken ist kanns ja nichts mit der fesselung zu tun haben....

Der Staatsanwalt, der das Verfahren eingestellt hat, sollte gleich mit - selbstverständlich in Gegenwart von Presse und Öffentlichkeit - sich in das Wasser begeben und persönlich die Gefahrlosigkeit der Anlage testen.

Kein Zusammenhang? Wers glaubt, wird selig.

Herr Röthemeier - wenn Sie doch von der Ungefährlichkeit der Anlage so überzeugt sind, wie Sie glaubhaft machen wollen, dann beweisen Sie es, indem Sie vor LAUFENDEN Kameras an der Stelle in's Wasser gehen und sich eine Weile darin aufhalten, wo letzte Woche dieser bedauerliche UNFALL passierte - oder haben Sie doch Zweifel an Ihrer Darstellung, wenn es um Ihre Person geht???



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