Angeblich ungefährliche Fischscheuch-Vorrichtung pausiert während Festival "Umsonst und Draußen"
Porta Westfalica. Völlig ungefährlich für Menschen – das soll die Fischscheuchanlage des Gemeinschaftskraftwerkes Veltheim sein. Dennoch wird die Anlage für das am Wochenende stattfindende Festival "Umsonst und Draußen" "routinemäßig" abgeschaltet. Das Festivalgelände, auf dem rund 20.000 Besucher erwartet werden, liegt genau neben der umstrittenen Vorrichtung.
Mit dem Unfall am vergangenen Freitag, bei dem ein Mann und ein Hund nahe der Anlage starben, habe das nichts zu tun, sagt Jörg Röthemeier, Mitglied der Geschäftsführung des Gemeinschaftskraftwerkes Veltheim. "Wir nehmen aber den Vorfall zum Anlass, um nochmals die Funktionsfähigkeit der Anlage zu überprüfen", kommentiert Röthemeier.
Das Todesopfer Oliver K. hatte auf dem Gelände einige der Festivalmitarbeiter besucht, die mit Aufbauarbeiten beschäftigt waren. Sie hörten die Schmerzensschreie der beiden. Die Geschäftsführung des Kraftwerks ist jedoch überzeugt, dass ihre Anlage nicht mit dem Tod der Verunglückten zusammen hängt. Als Todesursache stellte die Gerichtsmedizin Ertrinken fest.
Der Bielefelder Allgemeinmediziner Stephan Held sagt: "Sogar weitaus geringere Stromdosen, als die von der Fischscheuchanlage, können beim Menschen eine schmerzhafte Muskelverkrampfung auslösen und das Schwimmvermögen beeinträchtigen". So sei auch erklärlich, dass der eigentliche Tod durch Ertrinken eintritt, jedoch von einer, durch die Fischscheuchanlage verursachte, Muskelverkrampfung ausgelöst wurde.
Eine Gefahr, die von den Festival-Besuchern wohl nicht mehr befürchtet werden muss. Dennoch "haben wir diese gefährliche Stelle im Auge", sagt Lars Schulz, Sprecher der Veranstaltung. "Die Anlage wird weiträumig eingezäunt und ausgeleuchtet. Außerdem wird dort der Backstagebereich für die Künstler sein, die Festivalbesucher haben dort keinen Zutritt."