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30.07.2010
LÖHNE
"Zugbegleiter wurde nicht angesprochen"
Bahn-Stellungnahme zum Fall des Bewusstlosen

Löhne (jn). Auf unseren Bericht "Stundenlang bewusstlos im Intercity" (NW von Donnerstag, 29. Juli) reagierte die Bahn AG gestern mit einer eigenen Darstellung. "Aus unserer Sicht sieht der Fall ganz anders aus, als Frau Rothenroth ihn schildert", so Bahnsprecher Udo Kampschulte (Düsseldorf). Er hatte zuvor eine Stellungnahme abgelehnt.

Jana Rothenroth hatte gesagt, sie habe im Bahnhof Oeynhausen einen Zugbegleiter des Intercity aus Leipzig nach ihrem Vater gefragt, als dieser nicht ausstieg. "Unser Mitarbeiter, der bis Mittwoch in Urlaub war, versichert uns, er sei überhaupt nicht angesprochen worden", so Kampschulte.

Der Intercity lief wegen einer leichten Verspätung an diesem Tag auf einem anderen Gleis als üblich ein. "Womöglich war Frau Rothenroth gar nicht am richtigen Zug", mutmaßte Kampschulte.

Jana Rothenroth wehrt sich gegen diese Unterstellung: "Der Zug lief statt auf Gleis 2 am gleichen Bahnsteig auf Gleis 3 an. Ich musste also nur ein paar Schritte auf die andere Seite gehen." Außerdem sei der Zug aus Leipzig der einzige Intercity gewesen, der zu dem Zeitpunkt einlief: "Sonst waren da nur Regionalzüge", so Rothenroth.

Die Bahn bestreitet außerdem, dass Rothenroths Vater die ganze Zeit bis Köln bewusstlos im Erster-Klasse-Abteil gesessen habe. "Er muss durch den Zug gegangen sein, denn er fiel im Bistro auf, weil er einen verwirrten Eindruck machte", so Kampschulte.

Die Zugbegleiter hätten den 77-Jährigen betreut, ihm Wasser zu trinken gegeben und zudem die Transportleitung der Bahn in Köln darüber verständigt, dass ein Passagier Hilfe benötige. Rothenroths Vater sei dann vermutlich von der Bahnhofsmission in Köln abgeholt und ins Krankenhaus gebracht worden.

Wann der Zustand ihres Vaters entdeckt wurde, lässt sich laut Udo Kampschulte nicht genau bestimmen: "Wahrscheinlich irgendwo zwischen Bad Oeynhausen und Köln."

Im Kölner Marienhospital wurden nach Angaben von Jana Rothenroth bei ihrem Vater ein Zuckerschock sowie eine Infektion festgestellt, die für die 40 Grad Fieber verantwortlich war. Der Zustand ihres Vaters sei mehrere Tage lang kritisch gewesen, doch mittlerweile sei er über den Berg.

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
Hallo ich verstehe die ganze Aufregung nicht Mann lässt keinen kranken alten Mann alleine Zug fahren. Das Zugpersonal ist kein Kindermädchen für bedürftige.

Eigenverantwortung ist genau das Stichwort hier! Man setzt einen 77 Jährigen der Diabetis hat in einem Zug und sagt "Fahr mal schön nach Oeynhausen" Ich kenne auch Leute die schicken Ihren 85 Jährigen Vater im Baumarkt um eine 5m Markise abzuholen, mit einem 2 m Anhänger (Kein Witz) . Die Tochter hätte ja die Bahn vorher informieren können darüber und dann hätte man sich während der Fahrt um Ihn gekümmert, ich glaube die Bahnhofmission macht sowas auch! Man kann von einem Zugbegleiter nicht erwarten sich jeden schlafenden Gast anzusehen ausser er will die Fahrkarte sehen. Und wenn man verlangt er müsse einen schlafenden von einem Zuckerschock-geschädigten erkennen, hätten das die Fahrgäste auch müssen die sich in seiner Nähe befanden!!

Vielleicht sollten sich die Kritiker erstmal mit den Symptomen eines Zuckerschocks befassen, bevor hier kuenstliche Erbostheit an den Tag gelegt wird. Ein Laie wahrscheinlich auch kein Arzt kann einen Zuckerschockpatienten als solchen ohne echte Untersuchung erkennen. Eine Bewusstlosigkeit ist mit dem Schlafzustand vergleichbar. Was also erwarten die Kritiker eigentlich von der Bahn? Sollen die Zugbegleiter jetzt 2 Semester Medizin studieren und jeden schlafenden Kunden ungefragt untersuchen? Vielleicht ist hier auch mal ein wenig Eigenverantwortung notwendig. Warum laesst die Tochter ihren offensichtlich hilfsbeduerftigen Vater die lange Reise allein mit der Bahn unternehmen? Warum holte sie ihn nicht ab oder sorgte fuer eine Begleitung? Jeder weiss, die Bahn macht reichlich Fehler, aber in diesem Fall kann ich ueber diese extrem hohe Kundenforderung nur schmunzeln. Es ist ja mittlerweile Mode die Eigenverantwortung und Schuld im Fall der Faelle auf andere abzuschieben.

Na tomatleo, was wurde denn berichtet? Von einem bewustlosen alten mann, der "aufgefallen" war, der von Zugbegleitern "versorgt" wurde, und zum Schluß konnte der Lügenbaron von der DB nicht einmal angeben, zu welchem zeitpunkt der alte Mann aufgefallen war, und wo der mann nach der "Versorgung" durch die heldenhaften Zugbegleiter abgeblieben war. "Wahrscheinlich" durch die bahnhofsmission abgeholt... interessant! Und dann hatte der Zugbegleiter, der so aufmerksam war und fürsorglich, auf einmal Gedächtnisschwund, und kann sich nicht erinnern, mit jemandem gesprochen zu haben. Tomalteo, ich lese hier schon deinen Kommentar, wenn die NW Anfang Dezember berichtet, das der Weihnachtsmann gesichtet wurde, dann schreibst du wahrscheinlich "ich habe es immer noch gewußt, weil du ja anscheinend noch an den Weihnachtsmann glaubst... und an ehrliche Bahnsprecher und kundenfreundliche Zugbegleiter... kleiner Tipp... alle 3 gibt es nicht! ;)

also jetzt reichts, alles erlogen und erstunken von der bahn. die blöde ausrede fällt denen ja echt erst spät ein. soetwas, lieber tomatleo, kann man doch nicht auch noch verteidigen...



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