Geseke-Störmede (nw/dpa). Auf offener Straße sind am Dienstagnachmittag in Geseke (Kreis Soest) zwei Männer regelrecht hingerichtet worden. Die Hintergründe des Gewaltverbrechens sind noch immer gänzlich unklar.
Zur Identität der etwa 30-jährigen Opfer wollten Polizei und die ermittelnde Paderborner Staatsanwaltschaft keine Angaben machen. Im Laufe des Tages soll eine Obduktion weitere Details ans Licht bringen. Außerdem sollen weitere Anwohner in der Nähe des Tatortes befragt werden.
Um 14.53 Uhr wurde die Polizei von Zeugen auf mehrere Schüsse in der Ringstraße aufmerksam gemacht. Ohrenzeugen berichteten, dass sie zunächst drei Schüsse und dann nach einer kurzen Pause zwei weitere Schüsse gehört hätten.
Durch Kopfschüsse tödlich verletzt
Vermutlich waren die Opfer zuvor aus dem Wagen ausgestiegen. Die zuerst eintreffenden Polizeibeamten fanden einen 5er BMW, neben dem zwei Männer auf der Straße lagen. Beide wurden durch Kopfschüsse tödlich verletzt.
Die Identität der beiden etwa 30-jährigen Opfer ist zurzeit offiziell noch nicht geklärt. Bei einem der Erschossenen könnte es sich um den aus Lippstadt kommenden Halter des Wagens handeln, neben dem die Leichen gefunden wurden.
Laut eines Zeitungsberichts könnte es sich bei den Opfern um einen 45-jährigen Deutschrussen und einen 30-Jährigen aus dem Kreis Gütersloh handeln. Einer der beiden soll wegen Drogendelikten vorbestraft gewesen sein. Das berichtet Radio Hochstift. Offiziell gibt es dazu aber noch keine Angaben.
Unterschiedliche Nummernschilder
Die Fahndung nach dem blauen Kleinwagen (vermutlich VW Polo), der nach der Tat an der Ringstraße gesehen wurde und sich offenbar mit hoher Geschwindigkeit vom Tatort entfernt habe, blieb ohne Erfolg. Medienberichten zufolge wollen verschiedene Zeugen unterschiedliche Nummernschilder erkannt haben - aus Berlin, Soest und dem Kreis Soest.
Derweil ist das 2.000-Einwohner-Dorf Störmede in heller Aufregung. Die kleine Wohnstraße am Rande des beschaulichen Fachwerkdorfes bei Geseke ist mit rot-weißem Polizeiband abgesperrt. Neben der Beifahrertür eines an einer Einfahrt stehenden Wagens liegt eine Leiche in einer Blutlache.
Ein zweiter Toter liegt zwischen Fahrertür und Hauseingang. Viele Anwohner haben die Schüsse gehört. Mindestens fünf Schüsse sollen gefallen sein. Den Wagen mit Kennzeichen aus dem Kreis Soest kennt keiner der Nachbarn. "Auch die Männer haben wir noch nie gesehen", sagt Josefa Nilges.
Zweimal laut knallen gehört
Carsten Maibohm saß vor seinem Computer, als das Verbrechen passierte. "Ich hatte ein Headset auf, da habe ich es zweimal laut knallen gehört. Ich dachte erst, da sei an der Kreuzung ein Unfall passiert." Doch kurz darauf kamen die ersten Polizeiwagen. "Da habe ich gemerkt, was passiert war."
"Die Leichen liegen ja hier schon den ganzen Nachmittag", wundert sich Nachbarin Nilges am frühen Abend. "Wir wollen erst noch Luftaufnahmen machen, um den Tatort zu vermessen", erklärt der leitende Staatsanwalt Dietmar Sauerland. Die Identität der ost- oder südost-europäisch aussehenden Männer sei noch nicht geklärt.
Einige Nachbarn mutmaßen, dass es eine Verfolgungsjagd gegeben haben könnte, es kursieren Gerüchte über Drogengeschäfte. Andere reagieren abweisend auf Fragen. "Wir haben mit der Polizei alles besprochen", sagt die Bewohnerin des Nachbarhauses und dreht sich um.
Kurz darauf kreist ein Polizeihubschrauber über dem Tatort, während die Beamten der Spurensicherung auf ihren Einsatz warten.
Die ersten Fahndungsmaßnahmen der Polizei im Kreis Soest und den angrenzenden Landkreisen verliefen bisher ohne Erfolg, teilt die Polizei mit. Die Mordkommission des Polizeipräsidiums Dortmund hat sich als Kriminalhauptstelle in den Fall eingeschaltet.