Donnerstag, 09.02.2012
Homepage-Ticker | RSS | Twitter | Impressum | Kontakt | AGB | Mediadaten


Schrift

01.09.2010
PADERBORN
"Skandalöse Zustände in privatem Pflegeheim"
Kreis Paderborn sieht unhaltbare Verhältnisse und gravierende Mängel im Herz-Jesu-Haus
VON HUBERTUS GÄRTNER

Vorwürfe | FOTO: REINHARD ROHLF

Paderborn. Herz-Jesu-Haus - wer den Namen liest, der denkt zuerst an Nächstenliebe. Doch in dem Seniorenzentrum an der Neuhäuser Straße in Paderborn soll es damit nicht weit her gewesen sein. Immer wieder wurden hier offenbar die Rechte und Bedürfnisse der Bewohner mit Füßen getreten. Nach Erkenntnissen der Heimaufsicht des Kreises Paderborn hat es im Heim über Jahre hinweg so unhaltbare Zustände gegeben, dass es nun zwangsweise geschlossen werden soll.

"Dort geht es nur ums Geld", sagt auch eine amtliche Betreuerin, die die Zustände im Herz-Jesu-Heim sehr gut kennt, aber namentlich nicht genannt werden möchte. Die Betreuerin spricht von einer "unsäglichen Situation". Dort seien "vor allem sozial schwache Menschen untergebracht", die sich kaum wehren könnten. "Das Pflegepersonal war bemüht", sagt die Betreuerin. Die Misere liege "eindeutig in der mangelnden Führung" begründet. So habe es auch beim Personal "einen ständigen Wechsel" gegeben.

Sowohl der private Träger der Einrichtung als auch die Pflegedienstleitung weisen die schweren Vorwürfe entschieden zurück. "Wir werden kämpfen", verspricht Rechtsanwalt Rolf-Dieter Prahl, der die Interessen des Herz-Jesu-Hauses vertritt. Prahl verweist dabei unter anderem auf den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), der das Herz-Jesu-Haus immerhin "mit der Note 3,2 bewertet" habe.

Unterlagen, die der Neuen Westfälischen vorliegen, weisen allerdings aus, dass dem Herz-Jesu-Haus mindestens sei 1998 immer wieder gravierende Mängel attestiert wurden. Doch trotz zahlreicher Hinweise von Heimaufsicht und MDK wurden sie offenbar nicht abgestellt. "Eine adäquate Körperpflege der Bewohner konnte nicht festgestellt werden", heißt es in einem aktuellen Bericht. Mehrere Heimbewohner hätten nicht genug zu trinken bekommen, bei dreien habe man "unerklärliche Gewichtsverluste" festgestellt. "Der sachgerechte Umgang mit Medikamenten war zum Zeitpunkt der Nachprüfung nicht gewährleistet", heißt es wörtlich.

Es fehle an individuellen Pflegeplanungen, den Bewohnern werde "keinerlei Wertschätzung" entgegengebracht. Man habe die "grundlegenden und selbstverständlichen Rechte und Bedürfnisse eines Menschen" missachtet, glaubt die Heimaufsicht des Kreises Paderborn. Rechtsanwalt Prahl will das "von einem unabhängigen Gutachter" prüfen lassen.

Mehr zum Thema in nw-news.de

Schrift

Kommentare
Die Maximierung des eigenen Nutzens geht eben nicht so oft mit einem höheren Gemeinwohl Hand in Hand wie uns wahnsinnige Marktradikale täglich glauben machen wollen.

Meiner Meinung nach ist dies kein Einzelfall, hier geht es um Profitmaximierung auf Kosten alter Menschen und Personal. Gezahlt werden Hungerlöhne und wer Pflege gelernt hat, ist schon überqaulifiziert. Hauptsache die Einrichtung hat einen Christlichen Namen. Dies ist die häßliche Fratze des Kapitalissmus!

Einfach ein Skandal mehr kann man dazu nicht sagen.
Hier ist auch die Justiz gefragt die solchen "Machenschaften" einen Riegel vorschiebt.
Geschäftsleitung und Pflegedienstleitung sollten hier mindestens für 5 Jahre hinter Schloß- und Riegel.
Erst dann wird diese Pflegedienst Branche begreifen das es es hier um Pflege und Dienstleistung an dem Menschen geht und nicht nur ums abkassieren.
Msnn könnte auch sowas wie ein Zentralregister aufstellen. Ähnlich wie beim Führerschein.
Ab einer bestimmten Punktzahl ist so ein Laden dicht und die entsprechend Verantwortlichen erhalten ein lebenslanges Berufsverbot.
In dieser Pflege Branche muss endlich mal hart durchgegriffen werden.
Da werden zig Tausend Euro pro Monat für einen Plegeplatz bezahlt und dann kommt sowas dabei raus.

Als ehemalige Mitarbeiterin habe ich nach einem Jahr das Handtuch geworfen und das aufgrund der unhaltbaren Zustände in diesem Pfflegeheim.Mit einer Selbstanzeige bei der zuständigen Heimaufsichtsbehörde habe ich damals auf die dortigen Missstände aufmerksam gemachtt und muss bezugnehmend auf meinen Vorredner sagen: Es wurde nicht weggesehen, ganz im Gegenteil. Es fehlten die eindeutigen Beweise und wo kein Kläger da auch kein Richter. Viele Mitarbeiter hatten auch Angst vor entsprechenden Konsequenzen durch den Arbeitgeber. Gewusst haben alle von den Zuständen aber es trauen sich nur wenige was zu sagen.

Bitter und unfassbar wie hier mit der Würde der alten Menschen umgegangen wird. Und dann gibt es auch noch "Anwälte" die "kämpfen" wollen. Herr Prahl: Werden Sie auch mal alt? Und noch was: Der MDK bezrteilt auch, ob die Speisekarte gut lesbar ist! Eine Note von 3,2 ist ein absolut schlechtes Ergebnis!!!!!! Der landesdurchschnitt liegt ja schon bei 2,5. Soviel dazu.
Entweder Heim schließen, oder besser: Die Verantwortliche Führung "uneherenhaft" entlassen und Menschen mit Herz und Hirn einstellen.



 Seite 1 von 2
weiter >
  >>


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder




Weitere Nachrichten aus OWL
DETMOLD: Betrug und Waffen: Kriminelles Internet-Forum zerschlagen
Polizei und Staatsanwaltschaft haben ein kriminelles Internet-Forum zerschlagen, in dem vor allem mit gestohlenen Kreditkartendaten und... mehr
HERFORD: Diebe stehlen Gogo Mobil die Lichter
Wie die Herforder Polizei erst heute mitteilte, kam es in der Nacht von Montag auf Dienstag in der Herforder Innenstadt zu einem Diebstahl der... mehr

BIELEFELD: Blitzer funktionieren auch bei hartem Frost
Bei den aktuellen Straßenverhältnissen werden nur die wenigsten Autofahrer schneller als erlaubt fahren. Notorische Bleifüße und Rotlichtsünder... mehr
DELBRÜCK: Drei Verletzte und hoher Schaden bei Verkehrsunfall auf B64
Vier Fahrzeuge waren am Donnerstag an einem schweren Verkehrsunfall auf der B 64 bei Delbrück (Kreis Paderborn) in Höhe des Boker Kanals beteiligt.... mehr


OWL / NRW: Meistgeklickt heute vor ...

Anzeige

Fotos aus OWL
Halle: Leichenfund in Waldstück bei Kölkebeck
Halle: Leichenfund in Waldstück bei Kölkebeck
Paderborn: Tödlicher Verkehrsunfall auf der B64 nahe Schwaney
Paderborn: Tödlicher Verkehrsunfall auf der B64 nahe Schwaney
Gütersloh: Karneval der KFG Liebfrauen
Gütersloh: Karneval der KFG Liebfrauen
Bielefeld: Kellerbrand an Herforder Straße
Bielefeld: Kellerbrand an Herforder Straße
Bielefeld: 61-jähriger bei Messerangriff lebensgefährlich verletzt
Bielefeld: 61-jähriger bei Messerangriff lebensgefährlich verletzt
Bielefeld: 3. Online-Stammtisch OWL im Lenkwerk
Bielefeld: 3. Online-Stammtisch OWL im Lenkwerk


Videos
Regionale Wirtschaft
Nobilia baut Position auf Küchenmöbelmarkt aus
Verl (lnw). Der Küchenmöbel-Hersteller Nobilia hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben seine Spitzenposition auf dem deutschen Markt ausgebaut.... mehr

Bertelsmann mit leichtem Umsatzwachstum
Gütersloh (dpa). Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr leicht gesteigert. Die Erlöse wuchsen nach... mehr

Wincor-Nixdorf feuert Vorstand
Paderborn (fr).   Der Paderborner Geldautomaten- und Kassensystemhersteller Wincor-Nixdorf zieht die Notbremse. Nach einem desaströsen Jahresstart im... mehr

Simonswerk mit Rekordumsatz
Rheda-Wiedenbrück (nw). Das Simonswerk, Spezialist für Türbandsysteme, hat 2011 einen Rekordumsatz erzielt. Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 76... mehr

Netzwerk schafft 1.800 Lehrstellen
Bielefeld (nw). Die Vertreter der sechs Jobstarterprojekte in Westfalen-Lippe, die 2010 in Bielefeld die Jobstarterinitiative "Pro Ausbildung... mehr


Kultur
"Kettcar"-Bassist Reimer Bustorff verrät, warum Bielefeld nicht in Songtexten vorkommt
Bielefeld. Die Songs der Indie-Rockband "Kettcar" pendeln zwischen tiefem Herzschmerz und der Freude, dass bei Aldi noch Licht brennt... mehr

Detmolder Regisseur Stefan Westerwelle zeigt seinen Film "Detlef" auf der Berlinale
Bielefeld/Detmold. Der Bielefelder Detlef Stoffel wird 60 und rechnet ab: Hat sich der Kampf für die Rechte von Schwulen gelohnt? Ein Kampf... mehr

Weniger Kinos, aber mehr Zuschauer
Berlin (dpa). Der Kinomarkt hat durch den deutschen Film wieder zugelegt: Besucherzahlen und Umsatz sind 2011 gestiegen. 27... mehr

BIELEFELD: Bielefelderin Jana Raschke mit "Trattoria" zur Berlinale
Bielefeld. Jana Raschke war vor Weihnachten gerade von einem Filmfestival in Dubai zurückgekehrt, als sie die Nachricht bekam... mehr

BIELEFELD: Joachim Gauck las aus seinen Erinnerungen
Bielefeld. Sein ICE-Zug hat Verspätung. Das Publikum des Stadttheaters geduldet sich. Dann tritt Joachim Gauck vor den roten Vorhang an den Lesetisch.... mehr