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04.09.2010
BIELEFELD/DÜSSELDORF
Medizinstudium in OWL in der Schwebe
Beer: "Ohne Bundesmittel zeitliche Verzögerung"
VON BERNHARD HÄNEL

Bielefeld/Düsseldorf. In Geduld üben muss sich die Region OWL mit ihrem einmütig geäußerten Wunsch nach Errichtung einer medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld. In den Koalitionsvertrag der rot-grünen Regierung fand das Großprojekt zwar Eingang, doch die Formulierung fiel zaghaft aus: "Es wird geprüft, ob eine medizinische Fakultät an der Universität Bielefeld eingerichtet werden kann", heißt es dort lapidar.

Die FDP-Landtagsabgeordneten Kai Abruszat und Ingrid Pieper-von Heiden wollten mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung Konkreteres erfahren, wurden jedoch mit der Antwort auch nicht klüger. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) antwortete lediglich: "Nach einer überschlägigen Prüfung könnte Bielefeld grundsätzlich ein geeigneter Standort sein." Eine Entscheidung bedürfe aber einer näheren Prüfung. "Dabei werden auch anstehende Haushaltsfragen zu klären sein", so Schulze.

Für Abruszat liegen die Dinge klar: "Die neue Landesregierung scheint sich mit dem Thema offensichtlich nicht richtig zu identifizieren." Pieper-von Heiden argwöhnt gar, dass lediglich die Kapazitäten an den bisherigen Medizin-Studienstandorten auf Zeit aufgestockt werden würden, "die Region OWL aber nicht berücksichtigt" werde.

"Da wird unnötig dramatisiert", entgegnet Sigrid Beer aus Paderborn, seit kurzem Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion und damit eine der Strippenzieherinnen der Regierungskoalition. "Wir warten auf die Konferenz der Wissenschaftsminister im Herbst", sagt Beer. Dort werde entschieden, ob der Bund Sondermittel für die extrem teuren Studienplätze zur Verfügung stelle. Wenn nicht, müsse die Finanzierung aus dem Hochschulpakt II erfolgen. "Das ändert nichts am Ziel, lediglich der Zeitraum wird länger", sagt Beer.

"Im Ministerium war von der Vorgängerregierung nichts vermerkt zur Medizinfakultät in Bielefeld", sagt Georg Fortmeier (SPD). Das Bielefelder Mitglied im Wissenschaftsausschuss kündigte an, Schulze zum Gespräch nach Bielefeld einzuladen.


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Kommentare
@ michi: Schauen Sie sich doch mal in den örtlichen Krankenhäusern um, oder im renommierten HDZ in Bad Oeynhausen, wieviel türkische, russische, indische, janpanische, etc. Ärzte dort Dienst tun! Und an der Qualität mangelt es nicht.

Hmmm, wird nicht andauernd der Mangel an Medizinern betont? Und was tut man, wenn sich ein Mangel abzeichnet? Genau, warten und warten. Zum Glück dauert ja die Ausbildung nicht so lang. Bleibt nun zu hoffen, dass sich genügend ausländische Ärzte nach Deutschland locken lassen.....


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