Schloß Holte-Stukenbrock (nw). Unbekannte haben den Sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock geschändet. Eine Stele sei mit einem Hakenkreuz und ein Obelisk mit der rechtsextremen Parole "Ruhm und Ehre der Waffen-SS" beschmiert worden, teilte der friedenspolitische Arbeitskreis "Blumen für Stukenbrock" mit. Nach Angaben der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock sind die Schmierereien inzwischen beseitigt worden. Die Polizei ermittele, sagte ein Sprecher.
Im nahegelegenen ehemaligen NS-Lager "Stalag 326" waren bis 1945 Kriegsgefangene unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert, zehntausende starben. Die NS-Opfer waren größtenteils russische Rotarmisten. Anlässlich des Antikriegstags (1. September) veranstaltet der Arbeitskreis "Blumen für Stukenbrock" am Samstag (14 Uhr) seine traditionelle Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof. Als Gast wird die frühere ARD-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz erwartet.
Mit einem "Friedensfest", zu dem als Gastredner auch der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, kommen wird, will - ebenfalls am Samstag - die Stadt Dortmund gegen einen geplanten Aufmarsch von Neonazis protestieren. Er ist allerdings inzwischen polizeilich verboten worden.