Lübbecke (fha). Beim Zusammenrollen der Dachplane des Fahrgeschäftes "Commander" ist ein Arbeiter am späten Sonntagabend mehrere Meter tief gestürzt. Ein Kollege fand den laut Polizei schwerverletzten Mann gegen 23 Uhr auf dem Metallboden des Fahrgeschäftes. Der alarmierte Notarzt kümmerte sich um den Polen, den seine aus Bremen stammende Chefin anschließend ins Lübbecker Krankenhaus begleitete.
Die Ursache für den Sturz ist ungeklärt. Die Polizei ging zunächst davon aus, dass der 40-Jährige "ungesichert auf dem Dach hantierte", so Kreis-Polizeisprecher Ralf Steinmeyer. Daraufhin verfügten die Beamten vor Ort einen Abbau-Stopp, den die Lübbecker Verwaltung um 1 Uhr nachts allerdings wieder aufhob, so Stadt-Sprecher Peter Schmüser.
Während die Polizei die Fallhöhe des Mannes mit knapp fünf Metern angibt, spricht Commander-Betreiber Otfried Hanstein von drei- bis dreieinhalb Metern. Laut Hanstein ist der gestürzte Mitarbeiter seit 16 Jahren bei ihm beschäftigt "und kennt sich aus". Er gehöre zu einer Gruppe von fünf Männern, die für den Abbau zuständig sei, habe lediglich "ein paar Blessuren" davongetragen und wisse selbst nicht, warum er gestürzt sei. Am heutigen Dienstag werde der Mann aus dem Krankenhaus entlassen, so Hanstein.
Nicht ausreichend gesichert
Die Polizei mutmaßte zunächst, dass der Mann nicht ausreichend gesichert war; dem zuständigen Amt für Arbeitssicherheit bei der Bezirksregierung in Detmold lag bis gestern Nachmittag aber kein entsprechender Hinweis vor. Dezernentin Annette Krüger erklärt dazu: "Die Polizei informiert uns in der Regel dann, wenn eine Person nach einem Arbeitsunfall drei Tage oder länger arbeitsunfähig ist."
Der Verletzte selbst wollte gestern keine Stellung zu dem Unfall nehmen. Unklar ist, ob er das Fahrgeschäft in Bonn mit aufbauen kann. Am Freitag dieser Woche beginnt dort ein Volksfest. Bis dahin muss der Commander wieder stehen.
Der Unfall erinnert zunächst an den tödlichen Sturz zweier Arbeiter beim Abbau der Fahrgeschäfte des Paderborner Libori-Festes Anfang August. Sie waren beim Abbau des "Event-Hochhauses" aus 20 Metern abgestürzt. Damals ging die Polizei allerdings von "menschlichem Versagen" als Ursache für den Unfall aus, da die beiden Verstorbenen bei ihrer Arbeit am Turm nicht gesichert waren.
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