Hövelhof/Schlangen. Nicht weit von der Stelle, wo ein Gedenkstein und eine Kirchenruine an das verlassene Dorf Hövelsenne erinnern, grüßt in der Senne die blau-gelbe Kuppel einer Moschee, daneben überragt die Spitze eines Minaretts eine übermannshohe, lehmfarbene Mauer.
Im Sennesand auf dem Truppenübungsplatz sind in den vergangenen Monaten für rund 1,5 Millionen Euro drei so genannte Kampf- und Übungshelfer entstanden, in den die Soldaten auf Kampfeinsätze in Afghanistan vorbereitet werden.
Aus der Nähe betrachtet wirken die nachgebildeten Lehmwände wie aufgeschichtete, große Lego-Steine. Oberstleutnant David Holt, Kommandeur aller britisch verwalteten Truppenübungsplätze in Deutschland, bestätigt diesen Eindruck. In den vergangenen Wochen wurden einfach Großblocksteine aus Beton übereinandergeschichtet.
Moschee-Gebäude erinnert an Safari-Park
Fundamente sucht man vergebens. Als Gründung für die Steinmauern dienen einfache Schotterschüttungen. "Das sieht durchaus umweltfreundlich aus", betont der Hövelhofer Bürgermeister Michael Berens, "und wird sich auch rückstandslos wieder abbauen lassen."
Basis im Depot
Neben den drei Übungsdörfer sind auch vorgeschobene Basen entstanden. Eine davon ist in einem ehemaligen Munitionsdepot bei Staumühle untergebracht. Mit Splitt gefüllte Big Bags simulieren Wände einer provisorischen Stellung; ergänzt wird der Eindruck durch Wachtürme. Da der Boden im Depot verunreinigt ist, sind dort keine Umweltschäden zu erwarten. (my)
Die Kuppelbauten der Moschee-Gebäude in Schlangen und Hövelsenne erinnern ein wenig an Gebäude im nahen Safari-Park. "Die Moschee wird nicht erstürmt, vielmehr sollen die Soldaten hier den Umgang mit anderen Kulturen lernen", berichtet Oberstleutnant Karl Mace, Stabsoffizier der britischen Panzerdivision in Herford.
Erste Kritik an den Moscheebauten wurden bereits in Paderborn laut. Carsten Schmitt sprach angesichts der Debatte um einen Moscheebau in Bad Lippspringe von "respektlosen Moschee-Imitationen in Kampfdörfern", die einzig als authentische Kulisse für den Häuserkampf dienten.
Entschärfung von Sprengfallen
Im Inneren erinnern die Übungsdörfer an afghanische Siedlungen. Rohe Holztische und gusseiserne Grills vor leeren Fertiggaragen sollen Marktszenen darstellen. Übereinander gestapelte Übersee-Container stellen eine Polizeistation dar. Geübt werden hier Routine-Patrouillen, Entdeckung und Entschärfung von Sprengfallen sowie gelegentliche Angriffe auf Dörfer, in denen sich Terroristen verschanzt haben
In den Übungs-Dörfern werden die britischen Soldaten sieben bis zehn Monate vor ihrem Einsatz ausgebildet. Im Mittelpunkt steht das Training in kleinen Trupps und Gruppen. "Dadurch sollen die Soldaten ein erstes Gefühl für das fremde Land bekommen bekommen", sagt Holt. Anschließend geht es zur Ausbildung in gemischten Verbänden. Das findet in England, in den Salisbury Plains, in Cumbria oder in East Anglia statt. Dabei kommen auch Jets und Hubschrauber zu Einsatz.
Steht Rede und Antwort | FOTO: RALPH MEYER
Für die Senneanrainer ist die Lärmbelastung ein wichtiger Faktor. Streitkräftesprecher betonten, dass in den Dörfern nur mit Übungsmunition geübt werde, die deutlicher leiser sei als die normale Munition.
In einem Gefechtsmonitoring soll demnächst die Lärmbelastung untersucht werden. Später soll sichergestellt werden, dass Lärmimmissionen gleichmäßig verteilt werden und nicht einige das Nachsehen haben.
Keine Ahnung worüber sich hier manche aufregen, aber im Artikel steht nichts von Moscheen stürmen. Nur der Fragesteller hat dies suggestiv in die Frage eingebaut.
Meine Güte, die Jungs versuchen sich einfach nur gut auf den Einsatz vorzubereiten. Und wenn in Afghanistan nun mal Moscheen zum Stadtbild gehören, dann stehen die halt auch in nem Übungsdorf. Das man hier überhaupt eine Schlagzeile von machen muss. BILD lässt grüßen.