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13.10.2010
PADERBORN
CDU-Ratsherr begeht Versicherungsbetrug
Fraktion fordert Rückgabe des Mandats

Hartmut Finke

Paderborn (st). Weil er mit den Strafgesetzen in Konflikt geraten ist, hat die Paderborner CDU-Ratsfraktion ihr Mitglied Hartmut Finke aufgefordert, sein Mandat zurück zu geben. Wegen Betrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung hat das Amtsgericht Paderborn bereits im Juli auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen den 48-Jährigen einen Strafbefehl über 1.500 Euro (50 Tagessätze á 30 Euro) erlassen. Da Finke ihn akzeptierte, gilt er als rechtskräftig verurteilt.

Der Ratsherr, der als Unternehmensberater firmiert und zuvor Geschäftsführer der Handwerker-Kooperation "Paderhaus" war, hat eine private Handwerkerrechnung, die er nach eigenen Angaben ordnungsgemäß beglichen hatte, manipuliert und mit einem höheren Betrag zur Erstattung bei einer Versicherung eingereicht. Es ging um die Reparatur von Wasserschäden an Finkes Privathaus. Ein "Paderhaus"-Gesellschafter soll den Fall ins Rollen gebracht haben.

Finke wurde eine gefälschte Rechnung über 1.780 Euro aus 2007 angelastet. Nach Darstellung von Oberstaatsanwalt Burkhard Dannewald soll er im September 2009 versucht haben, mit einer manipulierten Malerrechnung über 1.395 Euro ein weiteres Mal bei der Versicherung abzukassieren.

"Wust von Vorwürfen"

Nach Bekanntwerden der Machenschaften setzte die Paderhaus GmbH & Co. KG ihren Geschäftsführer fristlos vor die Tür. Der neue Geschäftsführer, Rechtsanwalt Andreas Carl, erstattete Strafanzeige. Es sei um einen ganzen "Wust von Vorwürfen" gegangen, sagte Carl. Die meisten Fälle stufte das Gericht aber als verjährt ein.

Finke, kurz zuvor in den Rat gewählt, informierte im Herbst 2009 die CDU-Fraktionsspitze über die gegen ihn laufenden Ermittlungen.

Über den Strafbefehl, der im August 2010 rechtskräftig wurde, setzte Finke die CDU nach Angaben von Fraktionsvize Markus Mertens allerdings nicht in Kenntnis. Finke erschien zur Fraktionssitzung am Montag verspätet, räumte die Verurteilung ein und verließ die Sitzung vorzeitig wieder. Seine Fraktionskollegen, die kurz zuvor von dritter Seite einen Hinweis auf die Verurteilung erhalten hatten, forderten Finke noch am Montag Abend auf, sein Ratsmandat zurück zu geben.

Finke, dessen Firma unter anderem die Marketing- und Pressearbeit der Paderborner Werbegemeinschaft besorgt, erklärte gegenüber der NW, er habe sich "als Geschäftsmann nichts zu Schulden kommen lassen", allerdings "als Privatmann Fehler gemacht, und daraus habe ich keinen Hehl gemacht". Ob er der Forderung nach Rückgabe des Mandats nachkomme, werde er mit seiner Familie, Arbeitskollegen und Parteifreunden besprechen und überlegen, "was nun das Beste ist". Dafür benötige er noch Zeit. "Ich habe den Ernst der Lage erkannt."

Allerdings betrachtet Finke die Aufforderung seiner Fraktion als "inoffizielle Bitte". "Fraktionsrechtlich" spiele sie keine Rolle, da ein solcher Punkt offiziell auf die Tagesordnung einer Sitzung gehöre und eine solche Entscheidung die Zustimmung von zwei Dritteln aller Fraktionsmitglieder erfordere. Von 29 Fraktionsmitgliedern seien am Montag aber nur 20 anwesend gewesen.


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Kommentare
Recht hast du, Burkhard, aber wer so abgebrüht ist, bei dem kommt eh nichts an. in einigen Monaten werden wir sicherlich sein grinsendes Gesicht in den Medien und der Öffentlichkeit sehen

Es gibt ein Sprichwort das mir auch hierzu wieder einfällt "außen hui, innen pfui". Interpretiert als Kritik an jemandem, der zwar nach außen einen guten Eindruck macht, aber dahinter steckt nichts oder sogar das Gegenteil. Jemand, der den moralischen Saubermann herauskehrt, aber in nicht beobachteten Momenten genau das macht, über das er sich nach außen hin aufregt.
In diesem Falle nicht nur als Ratsmitglied eine Schande, sondern sicherlich auch geschäftlich für alle, die hier in Beziehung zum Beschuldigten stehen. Die richterlich auferlegte Strafe empfinde ich persönlich als die 2. Schande in dieser Angelegenheit. Tagessätze sollten sich nach dem Verdienst und den Möglichkeiten des einzelnen Beschuldigten richten. Da hat ja mancher Hartz IV Empfänger, der mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist mehr zu leiden.

Wenn jeder Betrüger, insbesondere jeder Wählerbetrüger, sein Mandant aufgeben müßte, wären bald alle Parlamente und Stadräte vollkommen menschenleer.

Ein Mann wie Finke paßt doch zur CDU. Deshalb solltet ihr den Mann auch in Frieden und sein Ratsmandat lassen.

Liebe Bürger der Stadt Paderborn,
ein Ratsherr der CDU erlaubt sich über mehrere Jahre hinweg, sich selber Gelder durch Rechnungsfälschungen von Handwerkern zu ergaunern. Er bekommt eine lächerliche Strafe von 50 Tagessätzen a 30€, weil er sein Einkommen schön gerechnet hat und der Staatsanwalt auf den CDU Politiker Rücksicht nahm. Nun glaubt man alles nicht so schlimm, einige meinen sogar hier, kann jeden mal passieren. Der Unterschied ist jedoch, es handelt sich um einen Ratsvertreter der ein öffentliches Amt und weitere in Arbeitskreisen und Aufsichtsräten Städt. Gesellschaften ausübt und überwachen soll, dass alles richtig und korrekt läuft. Also eine Vorbildfunktion hat für die Bürger. Dieser Ratsherr hat Ansehen und Macht über andere. So jetzt kommen wir mal zu Herrn Finke, unseren Saubermann in der CDU. Glauben Sie allen Ernstes daran, dass dieser weiterhin in seiner Funktion sein Mandat ausüben sollte? Ich meine auf keinen Fall. Was sollen wir unseren Jugendlichen und Kindern noch beibringen, wenn unsere Politiker in Amt und Würden, selber Straftaten ausüben, Handwerker und Versicherungsbetrug begehen? Wenn Herr Finke Anstand und Würde hätte, wäre er längst zurückgetreten. Er sitzt das aber alles weiter aus, nach dem Motto "Alles nicht so schlimm, reine Privatsache als selbstständiger Kaufmann." Schlimm es ist weiterhin, dass er es noch nicht mal für nötig hält seine Fraktionskollegen zu informieren, das muss erst die freie Presse übernehmen. Dann gibt er Interviews und Erklärungen ab, man wolle in der CDU von anderen Themen ablenken. Gibt es noch weitere Straftäter in der CDU, oder warum schliessen Sie ihn nicht aus. Vielleicht weiss Herr Finke zu viel! Man bedenke, jede andere Angestellte/er der in seiner Firma nur eine Frikadelle mitnimmt verliert seinen Job, nur unser lieber Saubermann Ratsherr der CDU, namens Hartmut Finke nicht. Warum denn auch, die CDU hat mit ihm und die FDP die Mehrheit und kann schalten und walten was Sie will. Ich schliesse mit den Worten von gestern von Joachim Gauck, der sagte: "Die Politik scheut die Wahrheit" und deshalb würde die CDU niemals mehr in Paderborn mit solchen Kandidaten die Mehrheit bekommen, im Gegenteil es wird dringend Zeiti n Paderborn sie in die Opposition zu schicken.



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