Bielefeld/London. Das hochverschuldete Großbritannien streicht seinen Verteidigungsetat massiv zusammen und beschleunigt den Abzug der Rheinarmee aus OWL. Die britischen Truppen würden Deutschland bis 2020 verlassen, kündigte Premierminister David Cameron in London an.
Die Hälfte der Soldaten soll bis 2015 abgezogen werden, der Rest bis 2020 folgen. Ursprünglich war der Abzug bis 2035 geplant.
"Wir haben zwar Gerüchte gehört, wurden von der Nachricht aber selbst überrascht", sagte Rheinarmee-Sprecherin Helga Heine auf Nachfrage der Neuen Westfälischen. Zu welchem Zeitpunkt die Einheiten aus Ostwestfalen-Lippe abgezogen werden, könne sie frühestens März 2011 sagen.
"Für uns wird das Leben erst mal so weitergehen wie gehabt", sagte Heine – auch Projekte wie die umstrittenen Kampfdörfer in der Senne. "Die Truppen werden auch weiterhin nach Afghanistan verlegt und müssen für den Einsatz ausgebildet werden. Das bleibt Priorität."

Info
Britische Soldaten in Deutschland
- In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind 20.200 Soldaten der "British Forces Germany" stationiert. Mit Familienangehörigen und Zivilangestellten sind es 43.300 Personen. Größter Standort ist Gütersloh mit insgesamt 14.200 Personen, es folgen Paderborn mit 11.200 und Bergen-Hohne mit 10.400 Personen.
- Die Liegenschaften wie Truppenübungsplätze und Kasernen gehören dem Bund. Für den Unterhalt mussten die Briten sorgen und auch Neubauten selbst finanzieren. Beim Abzug fallen alle Liegenschaften wieder dem Bund zu.
- Das britische Verteidigungsministerium investiert jedes Jahr 1,5 Milliarden Euro in NRW und Niedersachsen.
- Die British Forces beschäftigen 4.500 vor allem deutsche Zivilangestellte.
- Standorte: Garnison Gütersloh: Bielefeld, Gütersloh, Herford, Münster; Garnison Hohne: Bergen-Hohne, Celle, Bad Fallingbostel; Garnison Paderborn: Hameln, Paderborn, Sennelager; Garnison Rhein: Dülmen, Niederkrüchten-Elmpt, Mönchengladbach, Wulfen. (Quelle: British Forces)
"Das ist wirklich heftig"
Die Nachricht von dem schnellen Abzug löste Betroffenheit in Politik und Verwaltung aus. "Das wäre eine mittlere Katastrophe für Stadt und Kreis. Die Wirtschaft verliert viel Kaufkraft. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Das ist wirklich heftig", sagte der Gütersloher Landrat Sven Georg Adenauer. "Die Briten waren immer verlässliche Partner und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das wäre ein harter Schlag. Außerdem verlieren wir, wenn das stimmt, gute Freunde", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus.Alarmstimmung auch in Paderborn: Noch vor wenigen Monaten, so Bürgermeister Heinz Paus, habe es Signale der Briten gegeben, die für Paderborn in eine andere Richtung gedeutet hätten. "Gerüchteweise" habe er in den letzten Tagen erfahren, dass es anders kommen soll. Es sei eine "sehr massive und schockierende Nachricht für die Stadt, damit haben wir nicht gerechnet", sagte Paus. Jetzt müsse in Ruhe über die Konsequenzen für Paderborn nachgedacht werden.
Angesichts tausender in Paderborn lebender Soldaten und ihrer Familienangehörigen gehe es nicht zuletzt auch um einen erheblichen Wirtschaftsfaktor. "Ihre Kaufkraft wird nicht mehr in diese Stadt fließen, ihre Wohnungen werden am Markt nicht mehr nachgefragt werden", Paus hat in den 90er Jahren den Abzug der Briten aus Detmold hautnah miterlebt. "Dort stehen noch heute Kasernen leer. Dort gibt es noch heute Probleme auf dem Wohnungsmarkt."
Auswirkungen auf fast alle Branchen
"Der Abzug der britischen Streitkräfte wird Spuren in der Region hinterlassen", betonte auch der Paderborner CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann. Durch den Kaufkraftverlust von 300 Millionen Euro im Jahr sieht er Auswirkungen auf fast alle Branchen.Wie bewerten Sie den Rückzug der britischen Truppen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung und nutzen Sie dafür das unten stehende Kommentarfeld.















Das Klischee " die (...) säufer, die sich immer prügeln" ist absoluter BULLSHIT!
Schon mal was von Schubladendenken gehört??? Nennt mir mal einer, EINE "brave" Nation???
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