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12.11.2010
GÜTERSLOH
Tönnies schmeckt der Stadt Gütersloh nicht
Ausschuss lehnt Verdoppelung der Rinderschlachtzahlen in Avenwedde-Bahnhof ab
VON LUDGER OSTERKAMP

Niederlage | FOTO: DPA

Gütersloh. Deutliche Abfuhr für Tönnies: Einstimmig hat der Gütersloher Planungsausschuss Donnerstagabend die Erweiterung der Schlachtzahlen in Avenwedde-Bahnhof abgelehnt. Daran konnte auch ein Telefonat von Clemens Tönnies nichts mehr ändern.

Der Unternehmer hatte sich erstmals in die Angelegenheit eingeschaltet. Stadtbaurat Josef E. Löhr, der die Empfehlung gegeben hatte, die Erweiterung abzulehnen, hatte am Nachmittag mit Clemens Tönnies telefoniert. Tönnies habe deutlich gemacht, dass er die Rinderschlachtung am Kanarienweg derzeit brauche. Er beabsichtige, in Rheda einen Schlachthof für Großvieh zu bauen, aber noch sei es nicht so weit. Bei Gelingen des Vorhabens in Rheda, so habe Clemens Tönnies versichert, werde der Betrieb in Avenwedde-Bahnhof aufgegeben und abgerissen.

Die Gütersloher Politiker beeinduckte diese Aussage indes wenig. Vertreter aller Fraktionen legten sich gegen die Erhöhung der Schlachtzahlen fest. "Hier ist etwas zusammengewachsen, was nicht zusammengehört", bezog sich SPD-Ratsherr Clemens Offel auf die Nähe des Schlachthofes zu den Wohnhäusern. Als die Stadt den Betrieb 1976 genehmigt habe, sei von einem kleinen ländlichen Schlachthof die Rede gewesen. "Nun soll daraus ein industrieller Schlachtbetrieb werden", sagte Offel. "Das können wir nur ablehnen. Es ist unsere Aufgabe, die Anwohner zu schützen."

"Klare Furche"

"Wir haben uns von Anfang an gegen die Erweiterung ausgesprochen", sagte Silva Schröder (CDU). Ihr Fraktionskollege Gerhard Feldhans wies den Tönnies-Vorwurf, die Stadt offenbare mit ihrem Vorgehen einen schlechten Stil, vehement zurück. "Das ist kein schlechter Stil, sondern ein klarer", sagte Feldhans. "Wir haben immer eine klare Furche gezogen."

Auch Norbert Bohlmann (UWG) sagte, die Beschlusslage sei immer eindeutig gewesen. "Der Betrieb ist hier an der falschen Stelle, am falschen Standort." Norbert Morkes (BfGT) und Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) pflichteten ihm bei.

Das letzte Votum über die nötige Satzungsänderung für den Bebauungsplan samt Veränderungssperre hat der Stadtrat am 26. November. Bis dahin, so Löhr, werde die Stadt eine externe Beurteilung einholen, ob eine etwaige Tönnies-Forderung auf Schadensersatz berechtigt sei oder nicht. Tönnies droht, sich 250.000 Euro Planungskosten von der Stadt zurückholen zu wollen, plus, wie Löhr gestern sagte, entgangenen Gewinn.


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Kommentare
@Michl: du glaubst doch wohl selbst nicht das Tönnies erst für Millionen den Schlachthof ausbaut um ihn dann in 5 Jahren wieder zu schließen. Wenn du wüsstest wie es hier gerade im Sommer stinkt würdest du auch protestieren und der krach jeden morgen ist genau so schlimm. Die halten ja noch nichtmal die Arbeitszeiten ein, ich bin schon oft morgens um 4 Uhr da lang gefarhren und die haben schon Tiere angenommen(statt 6 Uhr wie es am Tor steht) und deutsche arbeiten da auch kaum das weiß ich aus eigener Erfahrung bei den schlechten Löhnen aber eigentlich auch kein wunder. (...)

Ah da her weht der Wind Du arbeitest da. Ich bin Vegetarier und habe seid 25 Jahren kein Fleisch angerührt.Ach Michl du solltst auch andere Meihnungen anhören....

@voller freude: es gibt bei tönnies reichlich deutsche arbeiter. sämtliche verwaltungsangestellte und auch die bereiche der technik sind überwiegend mit deutschen arbeitsplätzen belegt. und wenn im schlachbereich kaum deutsche arbeiten liegt das sicher daran das sich die meisten deutschen für sowas zu fein sind. mit dem gestank aus den gullis kann ich nicht bestätigen. ich bin oft bei pino und habe vom schlachthof noch nix gerochen. und wenn du andere schlachthöfe kennen würdest währst du glücklich neben deinem zu wohnen. über gestank kann man bei tönnies eigentlich nicht meckern, das sind die saubersten schlachthöfe die ich kenne. aber wenn ihr was dagegen habt könnt ihr ja alle im sommer auch gut auf euer steak verzichten oder den braten im winter.

"michl"wohnst du hier??? also uns war schon so oft schlecht das ich es gar nicht mehr zählen kann.Lezten Sommer konnte man oft nur die Fenster schließen.Und mit der Meihnung stehe ich ganz bestimmt nicht alleine da.Geh mal abends im Sommer nach Pino.Da vergeht dir der hunger auf Eiswenn der gestank aus den Gullis kommt.Außerdem wer glaubt denn das es bei Tönnies deutsche Arbeitsplätze gibt.Schaut euch mal die Autokennzeichen an die da vor der Tür stehen.Als ob der hier irgendwann zu machen würde.Klar ! Steckt hier Millionen an Kohle rein um dann in 4 -5 Jahren abzuhauen? Das glaubt wirklich kein Mensch.

Interessant, wie man in Gütersloh parteiübergreifend zum Wohle des Bürgers entscheiden kann. Ist mir als Bielefelderin mittlerweile völlig fremd. Hier hätte die SPD, im Falle, dass die CDU gegen die Erweiterung gestimmt hätte, Tönnies die Füße geleckt und umgekehrt.

Den idealen Platz für seinen Megaschlachthof sehe ich in Gelsenkirchen direkt neben der Veltins-Arena. Niemand, aber auch wirklich niemand würde es wagen, dagegen etwas zu unternehmen.



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