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12.11.2010
BIELEFELD-MITTE
Linksextreme stellen Unbescholtenen als Nazi an den Pranger
POLIZEI: Hetze gegen den falschen Marcus W.
VON JENS REICHENBACH

Flugblatt

Bielefeld. "Mein Name ist Marcus W. und ich mache mich als Neonazi wichtig" – nicht nur mit diesen plakativen Worten sorgt aktuell eine Postwurfsendung im Bielefelder Westen für Aufregung. In Ich-Form wird dabei ausführlich der bekannte Rechtsextreme und vorbestrafte Volksverhetzer Marcus W. aus Minden vorgestellt. Die zentrale Nachricht des Flugblattes: der kürzliche Umzug des Neonazis in den Bielefelder Westen – Name, Foto und Adresse des Mannes sind explizit genannt. Doch die Verfasser haben sich geirrt, in dem Haus wohnt ein unbescholtener Bielefelder gleichen Namens.

"Definitiv eine Verwechslung", sagt Polizeisprecher Martin Schultz. "Der Mann, der dort wohnt, ist mit dem Mann auf dem Flugblatt weder verwandt noch verschwägert – und er sieht auch nicht so aus." Der Bielefelder hat inzwischen den Staatsschutz informiert. "Deshalb wird derzeit wegen Verleumdung und Beleidigung ermittelt", bestätigt Schultz. Einen Hinweis auf den Verfasser gebe es aber noch nicht. Das Flugblatt lag seit Sonntag in hunderten Postkästen rund um den Siegfriedplatz, aber auch am Wellensiek und in Dornberg.

Was für die Polizei ein Bagatelldelikt darstellt, könnte für den Bielefelder Marcus W. Probleme bringen. In der rechts- wie linksextremen Szene ist es üblich, politische Gegner mit vollem Namen, Foto und Adressnennung öffentlich anzuprangern. Nicht nur, dass jetzt Nachbarn und Anwohner komisch reagieren, die Folge solcher Guerilla-Outings waren nicht selten gezielte Demonstrationen vor dem Haus oder gar körperliche Übergriffe. An der Tür des Bielefelders ist sein Name übrigens nicht zu finden. Laut Radio Bielefeld wolle der schüchterne Mann lieber Gras über die Sache wachsen lassen.

Ein Sprecher der Bielefelder Antifa-Bewegung betonte, dass man die Szene über den Fehler aufklären werde. "Da hat einer eins und eins zusammengezählt und ist auf drei gekommen. Weil so eine Aktion schnell auf uns zurückfällt, werden wir verbreiten, dass das nicht stimmt."


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Kommentare
Schlimm an dem Vorfall ist, dass hier der Mensch zum reinen Mittel einer verqueren Ideologie gemacht wird und man nicht den Eindruck hat, Antifa-Leute dächten darüber nach, diese Mittel zukünftig als gescheitert zu betrachten.

Fortsetzung:
Gleichzeitig hat die Antifa in vielen Fällen kaum Berührungsängste mit ausländischen Faschisten wie den Grauen Wölfen.
Was mich zu dem Schluss kommen lässt, dass es hauptsächlich um den Hass auf die eigene Kultur u. den heterosexuellen , weissen Mann u. die zuhausegebliebene , nicht gegenderte Frau geht.

Faschisten mit schwarzen Gel-Haaren, weissen Schuhen und Türk-faschistischen Symbolen sind dagegen vermeintliche Verbündete.
Mir wird schlecht....

Jmo,T,phasenweise: So versucht man also, seine angekratzte Haut zu retten... wirklich nett anzusehen.

@ T*, diesen Eindruck haben ich allerdings auch. DIe meisten Kommentare hier stoßen in das selbe Horn und sind ähnlich verfasst. Bedenklich das alles, in jede mögliche Gedankenrichtung,

Wenn man hier die Kommentare so liest, muss man zu dem Schluss kommen, Nazis selbst haben das Flugblatt produziert und verteilt - um es anschließend "der Antifa" fleißig in die Schuhe zu schieben.
Die AntifaschistInnen, die ich kenne - das sind nicht wenige - würden sich einen solchen Fehler jedenfalls kaum erlauben und sich schon gar nicht um die Verantwortung drücken.
"Die" Antifa jedoch gibt es nicht. Und sollte das Flugblatt tatsächlich von übermotivierten, unerfahrenen, antifaschistisch motivierten Personen stammen, so bleibt zu hoffen, dass diese alles tun, um ihren Fehler wieder gut zu machen. Und dass sie in Zukunft nicht nochmal so eine Sch...bauen!



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