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14.12.2010
OWL
Wassergebühren auf breiter Front teurer
OWL-Kommunen müssen Millionen in ihre maroden Leitungen investieren
VON HUBERTUS GÄRTNER

Teures Wasser | FOTO: DPA

Bielefeld. Die Verbraucher müssen für das Trinkwasser und die Beseitigung von Abwasser immer tiefer in die Tasche greifen. Die Gebühren sind landesweit in den letzten drei Jahren zum Teil stark gestiegen und werden es in vielen Kommunen auch weiterhin tun. Allerdings gibt es ein großes Preisgefälle. Das hat mehrere Gründe. Zahlreiche Städte und Gemeinden müssen vor allem in ihre maroden Leitungsnetze Millionensummen investieren.

Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Düsseldorf kostete ein Kubikmeter Trinkwasser in diesem Jahr in NRW im Durchschnitt 1,63 Euro und damit zwei Cent mehr als im Jahr 2008. Beim Abwasser fällt der Anstieg mit einem Plus von zehn Cent auf 2,46 Euro je Kubikmeter im Schnitt noch deutlicher aus.

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Weitere Infos unter www.it.nrw.de
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Unter den landesweit 391 Kommunen, die eine Grundgebühr beim Trinkwasser berechnen, sind die Kosten in Remscheid mit 2,48 Euro viermal so hoch wie in der Gemeinde Hövelhof (Kreis Paderborn), wo für einen Kubikmeter Trinkwasser nur 0,62 Euro zu bezahlen sind. Den niedrigsten Preis bei den Abwassergebühren müssen mit 0,94 Euro pro Kubikmeter die Bürger von Kleve bezahlen, der höchste (5,91 Euro pro Kubikmeter) ist in Schleiden fällig. Gründe für die Unterschiede können die geografische Lage, die Nähe zu Trinkwasserreservoirs, aber auch unterschiedliche Kosten bei der Reinigung der Abwässer sein.

Wasserverbrauch sinkt

Mit den Trink- und Abwasserentgelten dürfen die Kommunen keine Gewinne erzielen, sondern lediglich ihren tatsächlichen finanziellen Aufwand decken. Die Stadt Paderborn beispielsweise investiert nach Angaben ihres Sprechers Jens Reinhardt jedes Jahr etwa acht Millionen Euro in ihr Kanalnetz. Die Abwassergebühren stiegen in den letzten drei Jahren von 1,91 Euro pro Kubikmeter auf 2,10 Euro. Im kommenden Jahr sei keine weitere Erhöhung geplant, sagte Reinhardt. Anders in Bielefeld: Obwohl die Abwassergebühren seit 2008 bereits um 9,2 Prozent auf 2,97 Euro gestiegen sind, ist für das kommende Jahr 2011 eine abermalige Erhöhung um 7,7 Prozent auf 3,20 Euro pro Kubikmeter geplant.

Ein weiterer Grund für die Erhöhungen liege paradoxerweise auch darin, dass der Wasserverbrauch infolge des Sparwillens der Verbraucher tendenziell zurückgehe, betonten die Sprecherinnen der Städte Minden und Gütersloh. Die Fixkosten blieben konstant oder seien gestiegen. Man habe sie auf die Kubikmeterpreise umlegen müssen.

Kreis Gütersloh am günstigsten

Mit 1,40 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser und 2,07 Euro pro Kubikmeter Abwasser sind in OWL die verlangten Entgelte im Kreis Gütersloh am günstigsten. Im Kreis Herford (1,69 Euro für Trink- und 3,26 Euro für Abwasser) sowie im Kreis Lippe (1,54 Euro für Trink- und 3,44 Euro für Abwasser) sind sie dagegen am höchsten.


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Kommentare
Wieder mal geht es um das reine Abzocken aller Bürger. Deshalb bleibt nur eins: Alle Bürger müssen solidarisch sein und Wassergeldrechnungen generell nicht mehr bezahlen.

Alle die immer noch meinen, bei Privatiesierung wird alles billiger, haben den Schuß nicht gehört!

Wir trinken meist Tee, und ab und zu auch mal einen guten Tropfen, wenn es passt!!

so so, in herford ist das wasser am teuersten; komisch, wenn der kämmerer in herford geld braucht, dann erhöht er immer die steuern, die in vergleichbaren kommunen niedriger sind - mit dem hinweis, dass man ja bisher viel günstiger sei; aber der hinweis auf die bereiche, in denen kräftig kassiert wird und man negativspitzenreiter ist, unterbleibt natürlich; aber sicherlich machen die herren das nicht absichtlich *zwinker*

Ihr vergesst, das die Stadtwerke oder Teilbetriebe von Stadtwerken in unzähligen Städten und Kommunen an private Investoren verkauft wurden. Erst im letzten Jahr haben sich viele Städte wieder einen Mehrheitsanteil ihrer einst eigenen Stadtwerke zurückgekauft.

Die Situation ist ähnlich der der Stromanbieter. Erst privatisiert mit de facto Monopol, Stromnetze (vor allem Überlandleitungen) werden nicht modernisiert sondern gewartet bis sie völlig marode sind und zusammenbrechen. In der Zwischenzeit können die dicksten Gewinne an die Shareholder, Manager und Vorstände ausgezahlt werden. Und wenn dann mal groß Repariert werden muss, langt man beim Preis einfach noch mal so richtig zu.



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