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14.12.2010
OWL
Landschaftsverband entschuldigt sich bei Heimkindern
Studie zu Misshandlungen vorgelegt

Münster (lnw). Misshandlungen, Arbeit ohne Lohn und lieblose Erziehung: Für das erlittene Unrecht vieler Heimkinder hat sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) erstmals entschuldigt. "Wir können nichts ungeschehen machen, aber versuchen, den Betroffenen so gut es geht zu helfen", sagte LWL-Direktor Wolfgang Kirsch am Dienstag bei der Vorstellung einer Studie in Münster.

Im Auftrag des LWL hatten Historiker seit 2007 die Missstände in westfälischen Heimen zwischen 1945 bis 1980 untersucht. Der LWL war in dieser Zeit für die öffentliche Erziehung zuständig und betrieb auch eigene Heime.

Massenabfertigung mit Gewalt und Zwangsarbeit

"Statt einer pädagogischen Betreuung, die auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen ausgerichtet war, gab es oft eine bloße Massenabfertigung mit den Schwerpunkten Arbeit, Disziplinierung, Zucht und Ordnung", sagte der Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte, Bernd Walter.

In den Heimen habe ein autoritärer Führungsstil geherrscht. Körperliche Züchtigung, Einsperren, Essensentzug oder das Vorführen von Bettnässern gehörten zum Alltag.

Betroffene weiter unzufrieden

LWL-Direktor Kirsch betonte, dass sich solche Zustände nicht wiederholen dürften. Aufsicht und Kontrolle müssten verbessert und die Beschwerden von möglichen Opfern Ernst genommen werden. Kirsch begrüßte den Vorschlag für einen Entschädigungsfonds von 120 Millionen Euro für ehemalige Heimkinder.

Den hatte der Runde Tisch Heimerziehung Anfang der Woche in Berlin vorgeschlagen. Kirsch betonte aber: "Damit ist das Problem noch nicht gelöst. Das Ergebnis des Runden Tischs muss umgesetzt werden." Dafür wolle der LWL im Düsseldorfer Landtag werben.

Die Unzufriedenheit der Betroffenen wurde unterdessen auch in Münster deutlich. "Geredet wurde genug. Lasst uns Taten sehen", forderte Wolfgang Focke. Als Jugendlicher musste der Mann in einem Heim in Benninghausen (Kreis Lippstadt) am Fließband arbeiten. Seiner Ansicht nach sind längst nicht alle Missstände aufgeklärt. "Gut ist, dass überhaupt etwas gemacht worden ist, aber das ist noch viel zu wenig."



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Kommentare
Servus,
ich selbst war vom 06.07.1981 bis zum 18.07.1987 in LIppstadt, St.Hedwig untergebracht. Wenn noch nach eben diesen Heimkindern geucht werden sollte, die dort untergebracht waren, darf man mich gerne anschreiben. Meine zeit dort habe ich insgesamt nicht un guter Erinnerung behalten und mich mutmaßlich auf meinem weiteren Werdegang beeinflußt. Leider lese ich meist zu spät, wenn sich Betroffene dazu äußern können, bzw. eben diese "opfer" gesucht werden.
Mit freundlichem Gruß Börger

@ Dirk Friedrich
Furchtbar! Ich hoffe, Dein Leben hat sich zum Besseren entwickelt und ich hoffe, Du wirst eines Tages entschädigt. Alles Gute!

Wenn ich an St. Hedwig in Lippstadt denke muss, wird es mir übel! Dort wurde ich 5 1/2 Jahre "erzogen"! Meine Akten gibt es angeblich nicht mehr. Selbst aus dem Waisenhaus in Wetter an der Ruhr liegt nichts vor. In dem war ich als kleiner Junge untergebracht. Dort hat mich eine Schwester R(...) fast umgebracht. - Den Namen werde ich nie vergessen! -
Was mich außerdem irritiert ist, dass sämtliche Ordensgemeinschaften von Nonnen, Brüder und Pater, die sich an den Heimkindern "abreagierten "außen vor gelassenwurden. SIE sind die eigentlichen Täter/Innen und tragen, da sie es waren die vor Ort Schikanen und Prügel verteilten, eine ganz große Schuld an diesen unglaublichen kinderverachtenden und würdelosen Unrechtsystem.
Hoffentlich wird sie ihr Gott dorthin schicken wo sie hingehören! Pfui Teufel!


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