Horn-Bad Meinberg. Die Angst geht um im horizontalen Gewerbe. Nachdem am vergangenen Wochenende auf einem Parkplatz nahe der Bundesstraße 1 im lippischen Horn-Bad Meinberg ein Brandanschlag auf vier Wohnwagen von Prostituierten verübt worden ist, laufen die Ermittlungen der Detmolder Polizei auf Hochtouren. Derweil zieht die Kommune die Reißleine.
"Es ist ein unhaltbarer Zustand eingetreten. Deshalb werden wir den Parkplatz in der Nähe des Waldschlösschens in den nächsten sechs Wochen schließen", sagt Gerhard Bein, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters in Horn-Bad Meinberg. In der Vergangenheit hatten auf dem Parkplatz an der Bundesstraße 1 jeden Tag bis zu 20 Wohnmobile gestanden, in denen Prostituierte ihrer Arbeit nachgingen. Das horizontale Gewerbe lockte zahlreiche Freier an. Es habe "immer größere Probleme" gegeben, sagt Bein. Die Umgebung sei "verschmutzt worden", Wanderer und Radfahrer hätten sich "belästigt gefühlt". Der aktuelle Brandanschlag sei der vorläufige Höhepunkt in einer traurigen Entwicklung. "Personen hätten sehr leicht zu Schaden kommen können", sagt Bein. Diese Einschätzung wird auch von der Feuerwehr und der Polizei geteilt.
Zwar gehen die meisten Prostituierten auf dem Parkplatz am Waldfrieden nur am Tag ihrer Arbeit nach und fahren in den Abendstunden mit ihren Wohnwagen wieder davon. Doch einige Wohnmobile - sie sollen von Bulgarinnen benutzt worden sein - blieben auch über Nacht stehen. Nach Erkenntnissen der Polizei legten Unbekannte in vier Wagen in der Nacht von Samstag auf Sonntag Feuer. Als die Feuerwehr erschien, explodierte in einem der Fahrzeuge eine Propangasflasche - eine hochgefährliche Angelegenheit.
Streit im Zuhältermilieu
"Wir ermitteln in alle Richtungen", sagt Polizeisprecher Uwe Bauer. Bereits im letzten Jahr habe es an der Bundesstraße einen Brandanschlag auf Wohnwagen von Prostituierten gegeben. Unter den Frauen herrscht jetzt große Besorgnis. "Ich habe Angst. Es hätte in den Wagen ja auch jemand schlafen können", sagt die Polin Isabella (39). Wie sie, so glauben auch andere Prostituierte, dass ein Streit im bulgarischen Zuhältermilieu Auslöser für den aktuellen Brandanschlag gewesen sei. Beweise dafür gibt es aber nicht. Die Polizei schweigt, "aus ermittlungstaktischen Gründen", wie es heißt.
Die Prostituierten in den noch verbliebenen Wohnmobilen fühlen sich von den Behörden drangsaliert und ungerecht behandelt. Einige Frauen haben in den vergangenen Jahren bereits auf anderen Parkplätzen an der Bundesstraße 1 auf Kundschaft gewartet. Eigentlich fallen öffentliche Parkplätze unter keine Sperrgebietsverordnung. Aber die Behörden schritten gleichwohl ein. So wurde vor einiger Zeit der Parkplatz Bärental in der Nähe B 1 bei Schlangen gesperrt - weil es hier infolge der Prostitution angeblich zu gefährlichen Brems- und Wendemanövern auf der viel befahrenen Straßen gekommen war.
"Wir haben nun Angst um unsere Existenz", sagt die Prostituierte Heike (41) aus Höxter. Sollte auch der Parkplatz am Waldschlösschen geschlossen werden, "müssten viele von uns Hartz IV beantragen", sagt sie. "Ich habe einen festen Wohnsitz, eine Krankenversicherung und ich zahle Steuern", sagt Isabella. "Wir tun doch nichts Illegales" sagt sie. Außerdem müsse sie ihre Kinder durchbringen. Zu Hause erzählt Heike, dass sie für eine Firma "Promotion mache". Dass sie der Prostitution nachgehe, sei dort ein Geheimnis. Einen guten Platz wie diesen werde sie nicht so leicht wiederfinden, sagt die 41-Jährige.
Ich versuche nachzuholen:
Ich halte es für machbar, die widerrechtliche gewerbsmäßige Nutzung von mit unseren Steuergeldern angelegten Parkplätzen zu ahnden. Der Kreis Lippe weiß sich aber nur zu "helfen", in dem er diese, mit unseren Steuergeldern..., komplett sperrt. Seit her kann ich z.B. nicht mehr mal eine kurze Wanderung in die Egge von einem der Parkplätze aus unternehmen.
Warum?
Wegen der Wohnwagen...
So langsam hab ich das Gefühl, das demokratische Element, bei dem die Interessen der Bürger zumindest ein wenig zählen sollten, geht immer mehr in einem hochherrschaftlichen Gehabe der Macht(in)haber sukzessive flöten...
Einem Gehabe, das eigentlich nur die Unfähigkeit dieser uns dienenden (der souverän ist das Volk) Menschen demonstriert.