Büren. Das Versteckspiel von Pfarrer Daniel Robbert aus der Nähe von Büren hat ein Ende. Am Dienstag hat der 36-Jährige seine Beziehung zu einer ein Jahre älteren Frau im Paderborner Bischofshaus zugegeben. Erzbischof Hans-Josef Becker hat daraufhin den katholischen Geistlichen sofort von seinem Dienst suspendiert.
Mit ganz viel Schmerz sei dieser Schritt für ihn verbunden gewesen, sagt Robbert und bezeichnet seinen Beruf als einen der schönsten überhaupt. Er habe ihn stets mit viel Leidenschaft ausgeführt. Erst 2004 war er zum Priester geweiht worden.
Doch im Sommer war eine Frau aus einem kleinen Ort bei Büren in sein Leben getreten, zusammen mit einer elfjährigen Tochter. "Ich musste mich irgendwann für einen Weg entscheiden. Dazu gibt es keine Alternative", betont der Seelsorger. Natürlich habe er die Bedingungen der Kirche, die an das Priesteramt geknüpft sind, bei seiner Priesterweihe gekannt. "Ich habe gespürt, dass das in meinem Leben nicht mehr zusammenpasst", schildert er seine Gefühle. Zudem sei er zur Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit erzogen worden.
"Er war sehr beliebt"
Peter Gede, Leiter des Pastoralverbundes, in dem Robbert seit dem Jahr 2007 tätig ist, bedauert den Weggang des jungen Geistlichen und spricht von einem ausgeglichenen, sehr leidenschaftlichen und anerkannten Priester. "Er war sehr beliebt bei Jung und Alt, ich habe ein gutes freundschaftliches Verhältnis zu ihm", so Gede. Neben den Gläubigen würde auch das Pastoralteam, die Pfarrerkollegen und das Leitungsteam den Weggang bedauern.
Er selbst habe noch am Dienstag ein langes Gespräch mit Daniel Robbert geführt. "Umstimmen kann man in so einer Situation einen Menschen nicht. Die Entscheidung muss ich so akzeptieren", betont der Pfarrer. Robbert habe der Gemeinde nicht mehr länger etwas vormachen wollen.
In Zeiten des Priestermangels werde Daniel Robbert zunächst eine Lücke im Pastoralverbund hinterlassen, die "so gut es geht erstmal ausgefüllt werden muss", so Gede. Einen Nachfolger für Robberts Amt als Geistlicher Leiter der Katholischen Landjugend werde es auf jeden Fall geben.
Zölibat in der Kritik
Ein derartiger Bruch mit dem Zölibat ist kein Einzelfall. Schätzungen gehen weltweit von rund 20 Prozent derartiger Fälle bei katholischen Geistlichen aus. Seit vielen Jahren ist der Zölibat in der Kritik. Daniel Robbert hat sich jetzt dagegen entschieden.