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11.03.2011
BÜREN
Pfarrer aus Büren entscheidet sich für eine Frau
Liebe stärker als Gelübde / Geistlicher vom Dienst suspendiert
VON ANDREAS GÖTTE

Suspendiert | FOTO: ANDREAS GÖTTE

Büren. Das Versteckspiel von Pfarrer Daniel Robbert aus der Nähe von Büren hat ein Ende. Am Dienstag hat der 36-Jährige seine Beziehung zu einer ein Jahre älteren Frau im Paderborner Bischofshaus zugegeben. Erzbischof Hans-Josef Becker hat daraufhin den katholischen Geistlichen sofort von seinem Dienst suspendiert.

Mit ganz viel Schmerz sei dieser Schritt für ihn verbunden gewesen, sagt Robbert und bezeichnet seinen Beruf als einen der schönsten überhaupt. Er habe ihn stets mit viel Leidenschaft ausgeführt. Erst 2004 war er zum Priester geweiht worden.

Doch im Sommer war eine Frau aus einem kleinen Ort bei Büren in sein Leben getreten, zusammen mit einer elfjährigen Tochter. "Ich musste mich irgendwann für einen Weg entscheiden. Dazu gibt es keine Alternative", betont der Seelsorger. Natürlich habe er die Bedingungen der Kirche, die an das Priesteramt geknüpft sind, bei seiner Priesterweihe gekannt. "Ich habe gespürt, dass das in meinem Leben nicht mehr zusammenpasst", schildert er seine Gefühle. Zudem sei er zur Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit erzogen worden.

"Er war sehr beliebt"

Peter Gede, Leiter des Pastoralverbundes, in dem Robbert seit dem Jahr 2007 tätig ist, bedauert den Weggang des jungen Geistlichen und spricht von einem ausgeglichenen, sehr leidenschaftlichen und anerkannten Priester. "Er war sehr beliebt bei Jung und Alt, ich habe ein gutes freundschaftliches Verhältnis zu ihm", so Gede. Neben den Gläubigen würde auch das Pastoralteam, die Pfarrerkollegen und das Leitungsteam den Weggang bedauern.

Er selbst habe noch am Dienstag ein langes Gespräch mit Daniel Robbert geführt. "Umstimmen kann man in so einer Situation einen Menschen nicht. Die Entscheidung muss ich so akzeptieren", betont der Pfarrer. Robbert habe der Gemeinde nicht mehr länger etwas vormachen wollen.

In Zeiten des Priestermangels werde Daniel Robbert zunächst eine Lücke im Pastoralverbund hinterlassen, die "so gut es geht erstmal ausgefüllt werden muss", so Gede. Einen Nachfolger für Robberts Amt als Geistlicher Leiter der Katholischen Landjugend werde es auf jeden Fall geben.

Zölibat in der Kritik

Ein derartiger Bruch mit dem Zölibat ist kein Einzelfall. Schätzungen gehen weltweit von rund 20 Prozent derartiger Fälle bei katholischen Geistlichen aus. Seit vielen Jahren ist der Zölibat in der Kritik. Daniel Robbert hat sich jetzt dagegen entschieden.


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Kommentare
Schade, dass die Kirche einen Mann wie Daniel Robbert als Priester verliert! Ich habe ihn persönlich als Firmkatechet kennen- und schätzen gelernt. Ich wünsche ihm alles Gute und dass er den Gottes Weg geht

Hallo Daniel, habe das hinter mir und bin glücklich. Empfehle Harvey Cox: Das Gelächter ist der Hoffnung letzte Waffe oder auch, wie die Kölner mit dem Meissner klarkommen. Ihr Motto: Jeder Jeck ist anders!
Alles Gute euch dreien!

Wir war neu, das Gott die Kirchen je als seine Richter ernannt hat. Sollten das nicht lediglich Menschen sein, die die Gläubigen auf den rechten Weg führen und Beistand leisten? Der Sinn eines jeden Wesens auf Erden ist der, sich fortzupflanzen. Da aber nicht jeder das auf die herkömmliche Art und Weise möchte, ist es kein Wunder, das die Kirche Andersgeartete anzieht wie das Licht die Motten. Unter dem Mäntelchen lässt sich viel verstecken. Der junge Mann sollte einen Orden bekommen, da er auf den rechten Weg zurückgefunden hat.

Ich bin eine junge Frau die mit Gelübde ehelos lebt. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie beleidigend manche Eurer Aussagen sind. Müsst Ihr so auf alles was katholisch ist einschlagen? Bitte seid mit Euren Worten vorsichtiger. Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen, aber auch die Art der Kritik hat etwas mit aufrichtiger Liebe zu tun.

Also, ich kenne den Daniel aus meiner aktiven Fussballzeit beim SV Lüttringen, ich muss sagen, er war immer aufrichtig und ehrlich, ich finde seine Entscheidung absolut richtig. Wie sich hier der "Herr Pfarrer" aufspielt, finde ich eine absolute Frechheit. Die katholische Kirche sollte lieber den Missbrauch an Kindern in ihren eigenen Reihen sorgfälltig aufklären und öffentlich machen, anstatt hier über einen Mensch zu urteilen, der seine Einstellung geändert hat. Eine Frau als Satan zu bezeichnen ist schon sehr markaber, ich denke eher, der Satan ist in der katholischen Kirche, dieser wird allerdings von den obersten der Kirche einfach unter den Teppich gekehrt. Auch ich bin aus der Kirche ausgetreten, (...) Wie kann man den Opfern 5.000€ anbieten, dies grenzt schon an einem Verbrechen, die armen Menschen haben ein lebenlang damit zu tun, die Geschehnisse zu verarbeiten und die Kirche macht es sich einfach, dies mit 5.000€, sofern man diese überhaupt erhält, totzuschweigen.
Eine Freichheit ist dies.



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