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16.03.2011
BIELEFELD/PADERBORN
Tochter des Ex-Arminen Uli Stein aus Tokio zurück
Erleichtert schloss der Fußballer sie am Flughafen Paderborn in die Arme
VON ARIANE MÖNIKES

Wenn der Vater mit der Tochter | FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Bielefeld/Paderborn. Das Bangen hat ein Ende: Um 15.58 Uhr konnte Ex-Arminia-Torwart Uli Stein (56) am Dienstag auf dem Flughafen Paderborn/Lippstadt endlich seine Tochter Jenny (25) in die Arme schließen. Auf den letzten Drücker wurde die Studentin über Korea aus Japan ausgeflogen. Sie lebte seit Mitte Januar in Tokio, um an einer Sprachschule Japanisch zu lernen.

Mit seiner Frau Conny war der sechsmalige Nationaltorwart zum Flughafen gefahren, um die Tochter abzuholen. "Ich hatte zum ersten Mal richtig große Angst um Jenny", sagt Stein, noch immer nervös und erleichtert zugleich, als er Jenny im Arm hat. Kurz vor deren Ankunft in Paderborn hatte er im Fernsehen erfahren, dass Lufthansa Tokio nicht mehr anfliegen wird. "Wir haben Riesen-Glück gehabt", sagt er.

Am Freitagvormittag hatten Stein und seine Frau im Fernsehen von dem Erdbeben in Japan erfahren. "Als alle Sender plötzlich darüber berichteten, bin ich unruhig geworden", erinnert sich Conny Stein. Sofort rief sie ihre Tochter an, überredete sie, die Taschen zu packen – Jenny aber wollte bleiben. "Die Situation war unter Kontrolle, das Erdbeben war vorbei", erinnert sich Jenny. Sie war gerade im Supermarkt, Croissants kaufen, als die Erde in Tokio bebte. "Ich musste mich festhalten, um nicht umzufallen, aber Angst hatte ich nicht." Dass das Atomkraftwerk in Fukushima von dem Erdrutsch beschädigt worden war, erfuhr sie erst am Samstag im Internet.

"Von japanischen Medien kaum etwas erfahren"

"Die Informationspolitik war schlecht, über japanische Medien habe ich kaum etwas über die Lage vor Ort erfahren." Unter den Einheimischen war von Panik keine Spur. "Alle waren gut drauf, das Ausmaß des Erdbebens wurde völlig heruntergespielt."

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Erst als die Eltern ihr Medienberichte aus Deutschland schickten, bekam auch Jenny Angst. Von Theesen aus versuchte Mutter Conny, einen Flug für die einzige Tochter zu buchen – gar nicht so einfach. Uli Stein: "Es war nichts mehr frei, bis auf einen Platz in der Business-Class." Nicht eine Sekunde zögerten der Torwart und seine Frau: "Jenny musste da raus, der Preis dafür war völlig egal." Durch seine Vielfliegerei hatte Stein in den vergangenen Jahren mehr als 300.000 Meilen angesammelt – für 67.000 bekam er einen Platz für Jenny. Stein: "Besser hätte ich die Meilen nicht anlegen können."

Am Montagnachmittag um 15.35 Uhr Ortszeit hob der Flieger in Tokio ab. Über Seoul ging es nach München. Jenny Stein: "Weil das Kerosin in Tokio knapp war, mussten wir in Seoul einen Zwischenstopp einlegen." Elf Stunden später landete die Maschine auf dem Flughafen in München. Nach einer Nacht im Hotel ging es für die Stein-Tochter weiter nach Paderborn.
Info

Anruf vom Bundes-Berti

Zwei Mal spielte Uli Stein für Arminia Bielefeld – zwischen 1976 und 1980 und 1995 und 1997 hütete er auf der Alm das Tor. Sechs Mal trug Stein das Trikot der Nationalmannschaft. Heute ist er Torwarttrainer des Nationalteams von Aserbaidschan. Berti Vogts, der die Aserbaidschaner trainiert, rief gestern bei Stein an, um sich nach Jenny zu erkundigen. (ari)

"Ich liebe das Land"

Durchatmen bei den Eltern. Uli Stein: "Ich war völlig machtlos, konnte nur hoffen, das nichts schief geht." Aus seiner Zeit als Profi-Fußballer habe er zwar immer noch viele gute Kontakte, "die nützen aber in so einer Situation gar nichts".

Für Jenny ist das Kapitel Japan aber noch nicht beendet. Wenn sie in diesem Jahr ihren Bachelor-Abschluss in International Business Management in der Tasche hat, will sie wieder nach Japan – dann aber für längere Zeit. "Ich liebe das Land, seit ich vor vier Jahren mit einer Freundin mal dort war."

Conny und Uli Stein wollen die Tochter aber so schnell nicht mehr gehen lassen. "Wir sind heilfroh, dass sie gesund angekommen ist", sagt Conny. Jetzt soll erst einmal Urlaub gemacht werden.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
@Sven A.: Leider auch falsch richtig ist: "Bei einer punktförmigen Strahlenquelle nimmt die Strahlungsintensität mit dem Quadrat der Entfernung ab". Das nur zu deinem Satz "diskutiert ruhig weiter über Dinge von denen
ihr keine Ahnung habt ! Lächerliches Volk !!" oder nochmal im Mathebuch Klasse 7 nachlesen...

Das der Bertie Vogts übrigens ein klasse Typ ist, lässt sich links neben dem Hauptbericht nachlesen. Das habe ich schon immer gewusst. Auch als Nationaltrainer wurde er in Deutschland total unterschätzt und ich vermute zu recht, dass wir mit ihm als Trainer 2006 Weltmeister geworden wären. Ich hätte ihn mir auch als Arminia Trainer gewünscht, als das noch möglich war. Dann wären wir jetzt nicht dort, wo wir sind, sondern international vertreten.

Hört doch endlich auf euch gegenseitig anzufeinden, oder alles besser Wissen zu müssen, ich denke niemand weis es zu 100% oder kann die Lage genauestens einschätzen, denkt lieber an die Menschen Vor Ort und betet oder spendet für sie.

Hier wird einem das Wort im Munde umgedreht... Ich habe nie gesagt dass es nicht schlimm ist was all den Menschen passiert ist und in Japan ggf. noch passieren wird! Ich habe auch nicht gesagt das Radioaktivität an sich nicht gefährlich ist... Mehr sag ich auch nicht mehr zum Thema da sich hier anscheinend nur [...] ach egal... diskutiert ruhig weiter über Dinge von denen ihr keine Ahnung habt ! Lächerliches Volk !!

@Sven.A.: Ich fühle mich gut informiert, was willst Du mir mit Deiner seltsamen Argumentation denn nun sagen? Sind 4000 Menschen gestorben oder nicht? Oder weil es Arbeiter und deren Angehörigen des AKW´s waren ist es nicht so schlimm????. Gibt es bis zu 60000 Krebserkrankungen oder nicht? Waren nicht damals auch unsere Äcker und Böden so stark belastet das tausende Tonnen Lebensmittel entsorgt werden mussten oder nicht? (obwohl Tschernobyl einige tausend Kilometer entfernt ist).
Und was soll dieser alberne Hinweis auf Jodtabletten??? Einmal ´ne Pille einwerfen und alles ist wieder gut, oder was???
Was man nicht sieht, riecht und schmeckt ist also nicht da oder was??? So argumentieren 5-jährige aber keine erwachsene Menschen!



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