Lichtenau/Essen (red/lnw). In Essen ist am Samstagabend auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt eine stark verweste Leiche entdeckt worden. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, handelt es sich bei dem Toten um den seit Ende März in Lichtenau (Kreis Paderborn) vermissten Darius Mann.
In Essen hatten Anwohner telefonisch über starke Geruchsbelästigung geklagt, die von einem abgestellten Peugeot ausging. Polizeibeamte stellten fest, dass das Auto zu dem Vermisstenfall in Lichtenau gehörte und seit dem 21. März als gestohlen gemeldet war. Auf der Rückbank fanden die Ermittler unter einer Decke die Leiche eines Mannes, bei dem es sich "mit großer Wahrscheinlichkeit" um den vermissten Darius Mann aus dem Lichtenauer Ortsteil Blankenrode handelt.
Die Obduktion der Leiche ergab laut Polizei, dass das Opfer infolge massiver stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Schädel getötet wurde. Letzte Gewissheit über die Identität des Getöteten wird erst eine weitere Untersuchung bringen.
Besucher aus Polen
Der mutmaßliche Täter war bereits zu Monatsbeginn in Polen verhaftet worden. Um ihn überführen zu können, habe nur noch die Leiche des Opfers gefehlt, hieß es.
Für die Ermittler hatten sich einige Tage nach dem Verschwinden von Darius Mann "Anhaltspunkte ergeben, dass der 45-jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. Seine Ehefrau hatte sich zunehmend in Widersprüche verwickelt.
Im Rahmen der Spurensuche auf dem Grundstück der Eheleute in Blankenrode entdeckten die Polizeibeamten zahlreiche teilweise beseitigte Blutspuren in einer Garage. Im Verlauf ihrer Vernehmung räumte die Ehefrau ein, dass ihre ersten Angaben nicht richtig gewesen seien, nach denen sie behauptete hatte, ihr Mann sei spurlos verschwunden.
Blutverschmiert an der Haustür
Tatsächlich hatte sie am Tattag Besuch eines polnischen Bekannten namens "Bogdan", der bereits seit längerer Zeit unter Androhung von Gewalt Geld von ihr gefordert habe. Nachdem es ihr nicht gelungen sei, diesen Bekannten loszuwerden, lauerte er ihrem Mann an der Garage auf. Kurz nachdem sie das Fahrzeug ihres Mannes kommen gehört habe, habe der Besucher plötzlich blutverschmiert an ihrer Haustür geschellt.
Später in der Nacht habe der Bekannte gedroht, ihr und ihren Kindern etwas anzutun, wenn sie der Polizei etwas von ihm und der Tat berichte. Der Mann habe dann die Leiche auf die Rückbank des Autos gelegt und sei in den frühen Morgenstunden mit dem Fahrzeug des Opfers weggefahren. Zuvor habe er sie noch genötigt, die Blutspuren in der Garage zu beseitigen. Über den weiteren Verbleib des Fahrzeugs und der Leiche wusste die Frau zunächst nichts.
Die Polizei konnte die Identität des Besuchers feststellen. Es handelt sich um einen 47-jährigen Polen, der aus der Heimat der Eheleute Mann stammt. Darüber hinaus bestätigte sich, das dieser Mann am Tattag in Lichtenau-Blankenrode war.
Festnahme wegen anderer Straftaten
Nach ihm wurde mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet. Noch bevor er aufgrund dieser Fahndung festgenommen werden konnte, wurde der Tatverdächtige aufgrund eines Haftbefehls der polnischen Behörden wegen anderer Straftaten festgenommen.
Die deutschen Behörden stellten ein Auslieferungsersuchen, eine Entscheidung darüber steht aber noch aus. Der Verdächtige hat sich zu den Vorwürfen nach Polizeiangaben bislang nicht geäußert. Der aufgefundene Peugeot und die Leiche werden nun intensiv auf Spuren des Tatverdächtigen untersucht.