Paderborn. Die britischen Streitkräfte wollen keinerlei Einschränkungen des Übungsbetriebes auf dem Truppenübungsplatz Senne mehr hinnehmen. Vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben haben sie deshalb beim Kreis Gütersloh einen förmlichen Antrag gestellt, der der Neuen Westfälischen vorliegt.
Ziel ist es, alle Restriktionen, die mit der Genehmigung von drei Kampfdörfern in der Senne verbunden waren, wieder aufzuheben und ein freies Schießen zu gewährleisten. Nicht nur für Kommunen, die in der Nachbarschaft des Truppenübungsplatzes liegen, kommt diese neuerliche Offensive der britischen Militärs überraschend. Auch Naturschützer und Politiker reagieren empört.
Wie ausführlich berichtet, hatte der Kreis Gütersloh im Februar vergangenen Jahres den Briten den Bau von drei Kampfdörfern in der Senne genehmigt. Vorausgegangen waren monatelange Auseinandersetzungen, Demonstrationen und kontroverse Debatten. Die Gegner der Kampfdörfer fürchteten zusätzlichen Lärm und erhebliche Eingriffe in die Natur.
Einschränkungen bei der Schusszahl und der Betriebszeit
Der Kreis Gütersloh, der von der Detmolder Bezirksregierung mit dem Verfahren beauftragt worden war, genehmigte die Kampfdörfer schließlich in "abgespeckter" Form und unter Auflagen. So dürfen beispielsweise an den Tagen, an denen die Kampfdörfer genutzt werden, kein "Großkaliberschießen" und keine Hubschrauberflüge auf dem Truppenübungsplatz stattfinden. Ferner wurden Einschränkungen bei der Schusszahl und der Betriebszeit (6 bis 22 Uhr) formuliert.
Die Briten, deren Sprecherin Helga Heine gestern nicht zu erreichen war, haben nun beantragt, sämtliche Einschränkungen "unbefristet und für 365 Tage im Jahr aufzuheben". Die "Nachtzeit" auf dem Truppenübungsplatz soll um eine Stunde (von 22 auf 23 Uhr) nach hinten verschoben werden, damit der Schießbetrieb länger möglich ist. Begründet wird das mit dem ISAF-Einsatz in Afghanistan. Die britischen Soldaten müssten auf "die zu erwartenden militärischen Kontakte mit Talibankämpfern vorbereitet werden", heißt es wörtlich.
Beate Balsliemke, Sprecherin des Kreises Gütersloh, bestätigte, dass der Antrag der Briten im April in ihrer Behörde eingegangen ist. Eine Prüfung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz habe begonnen. "Wir können noch nicht sagen, wie das ausgeht", sagte die Sprecherin. Nach ihren Angaben wurden auch die betroffenen Kommunen von dem Vorhaben in Kenntnis gesetzt.
Einwände der Anrainer erwartet
Die beantragte "Nutzungsänderung" in der Senne sei "auch baurechtlich relevant", sagt Anja Hegener, Sprecherin der Detmolder Bezirksregierung. "Widerspricht eine Gemeinde der geplanten Änderung, würden die Unterlagen dem Bundesministerium der Verteidigung vorgelegt, das dann über die Nutzungsänderung zu befinden hat."
Einwände der Anrainer, die von der Bezirksregierung zu Stellungsnahmen aufgefordert wurden, sind zu erwarten. Das Ansinnen der Briten habe ihn "völlig überrascht", sagt der Bürgermeister von Bad Lippspringe, Andreas Bee. Wegen des Kurbetriebs ist seine Stadt vom Lärm besonders betroffen. Mit der ursprünglichen Genehmigung, gegen die noch eine Klage des Naturschutzbundes am Mindener Verwaltungsgericht anhängig ist, sei dem Kreis Gütersloh eine Güterabwägung gelungen, sagte Bee. Bei den Grünen treffen die neuen Forderungen der Briten auf völliges Unverständnis. "Das können wir nicht gutheißen", sagte die OWL-Vorsitzende Helga Lange. Es sei "nicht im Sinne der Bevölkerung", wenn Nutzungseinschränkungen für das Militär in der Senne "durch die Hintertür wieder aufgehoben" würden. "Mit diesem Antrag machen sich die Briten keine Freunde", glaubt Carsten Otte, Sprecher der OWL-Naturschutzverbände. Er sieht die Gefahr, dass der Konsens, den man in der Vergangenheit erzielt habe, nun aufgekündigt wird.
wenn es IHRE Senne ist, dann nutzen Sie doch Ihr Hausrecht und erteilen den brit. Soldaten Hausverbot.
Die meisten Kommentare hier sind nur peinlich und erwachsenen Menschen unwürdig. Das ist mein Sandkasten, das sind meine Förmchen, meins meins meins! Die bösen Fremden sollen weggehen...
Kopfschüttelnd ab,
Ben