Betrüger aus dem Internet geben sich als Bundespolizei aus und legen Computer lahm
Minden (mt). "Mama, Mama, komm mal und schau, was auf dem Computer ist", ruft die 17-jährige Mindenerin fassungslos. Gerade ist sie beim Surfen im Internet und Chatten mit Freunden über Facebook ins Visier von Betrügern geraten.
Der sogenannte BKA-Trojaner hat sich auf dem Laptop des Mädchens eingenistet. Angeblich hat die "Bundespolizei" sie bei einer ungesetzlichen Tätigkeit erwischt.
Damit steht die 17-Jährige nicht allein. "Die ,BKA-Mail ist bei uns seit einem halben Jahr ein Thema", sagt Polizeisprecher Werner Wojahn. "Das KK 31 hat bereits kreisweit circa 30 Anzeigen entgegengenommen." Die Dunkelziffer dürfte wohl um ein Vielfaches höher liegen.
"In einigen wenigen Fällen kam es sogar zu Geldüberweisungen", berichtet Wojahn weiter. Denn die Betrüger wollen nicht an den Computer ihrer Opfer, sondern an deren Geld - 100 Euro und in der neusten Variante sogar 500 Euro. Dazu bedienen sie sich der sogenannte Prepaid-Zahlsysteme und Pay-Safe-Card und geben gleich Anweisungen, wie und wo die Opfer entsprechende Karten kaufen können.
Folgt ein frustrierter PC-Nutzer den Instruktionen, um die Blockade seines Computer-Bildschirms zu beenden, so ist er sein Geld los - aber der Trojaner bleibt und mit ihm das Pop-Up-Fenster auf dem Monitor. "Das Geld ist verloren, und der Computer bleibt weiterhin gesperrt", warnt inzwischen auch das LKA Niedersachsen, wo der Trojaner in diesen Wochen vermehrt sein Unwesen treibt. Mehr als 1500 Anzeigen sind dort eingegangen. "Es sind inzwischen 13 verschiedene Varianten dieser Bildschirmmeldungen bekannt, die sich anhand des Textes - zum Teil in englischer oder spanischer Sprache - und der Mailadresse für den Prepaidcode unterscheiden."
Bist du das auf dem Bild?
Schien die Infizierung früher unter anderem durch Besuche von Video-Kinofilmportalen und Pornoseiten, die auch illegale Downloads anbieten, erfolgt zu sein, so zielen die Betrüger inzwischen offensichtlich auf die vielfach jugendlichen Nutzer boomender sozialer Netzwerke im Internet wie Facebook. "Seit Neuestem sind vermehrt Fälle bekannt geworden, in denen eine Infektion beim Anklicken eines Links bei Facebook mit der Fragestellung ,Bist du das auf dem Bild? erfolgte", haben die Kriminalisten aus Hannover ermittelt. Dort ist im Mai eine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden, die bundesweit alle Fälle dieser Art bearbeitet.
Was vielen Opfern aber am allermeisten auf den Nägeln brennt, ist die Möglichkeit, schnell ihren PC wieder nutzen zu können. Fachleute können einen Rechner schnell für 60 bis 100 Euro wieder flottmachen. Tipps und Ratschläge, wie der Virus wieder entfernt werden kann, gibt es laut LKA auch auf der Internetseite
www.botfrei.de.
Die 17-Jährige findet - über einen nicht betroffenen PC - eine Anleitung in einem Internetforum: Ihr hilft eine Systemwiederherstellung. Und anschließend muss ein Antivirenprogramm her.
Gibt noch ein nützliches Programm
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Immunisieren aktivieren und so jede Woche mal aktualisieren