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28.08.2011
MINDEN
Trojaner schleicht sich über Facebook ein
Betrüger aus dem Internet geben sich als Bundespolizei aus und legen Computer lahm
VON JÜRGEN LANGENKÄMPER

Vorsicht, Falle | Screenshot: Polizei

Minden (mt). "Mama, Mama, komm mal und schau, was auf dem Computer ist", ruft die 17-jährige Mindenerin fassungslos. Gerade ist sie beim Surfen im Internet und Chatten mit Freunden über Facebook ins Visier von Betrügern geraten.

Der sogenannte BKA-Trojaner hat sich auf dem Laptop des Mädchens eingenistet. Angeblich hat die "Bundespolizei" sie bei einer ungesetzlichen Tätigkeit erwischt.

Damit steht die 17-Jährige nicht allein. "Die ,BKA-Mail ist bei uns seit einem halben Jahr ein Thema", sagt Polizeisprecher Werner Wojahn. "Das KK 31 hat bereits kreisweit circa 30 Anzeigen entgegengenommen." Die Dunkelziffer dürfte wohl um ein Vielfaches höher liegen.

"In einigen wenigen Fällen kam es sogar zu Geldüberweisungen", berichtet Wojahn weiter. Denn die Betrüger wollen nicht an den Computer ihrer Opfer, sondern an deren Geld - 100 Euro und in der neusten Variante sogar 500 Euro. Dazu bedienen sie sich der sogenannte Prepaid-Zahlsysteme und Pay-Safe-Card und geben gleich Anweisungen, wie und wo die Opfer entsprechende Karten kaufen können.

Folgt ein frustrierter PC-Nutzer den Instruktionen, um die Blockade seines Computer-Bildschirms zu beenden, so ist er sein Geld los - aber der Trojaner bleibt und mit ihm das Pop-Up-Fenster auf dem Monitor. "Das Geld ist verloren, und der Computer bleibt weiterhin gesperrt", warnt inzwischen auch das LKA Niedersachsen, wo der Trojaner in diesen Wochen vermehrt sein Unwesen treibt. Mehr als 1500 Anzeigen sind dort eingegangen. "Es sind inzwischen 13 verschiedene Varianten dieser Bildschirmmeldungen bekannt, die sich anhand des Textes - zum Teil in englischer oder spanischer Sprache - und der Mailadresse für den Prepaidcode unterscheiden."

Bist du das auf dem Bild?

Schien die Infizierung früher unter anderem durch Besuche von Video-Kinofilmportalen und Pornoseiten, die auch illegale Downloads anbieten, erfolgt zu sein, so zielen die Betrüger inzwischen offensichtlich auf die vielfach jugendlichen Nutzer boomender sozialer Netzwerke im Internet wie Facebook. "Seit Neuestem sind vermehrt Fälle bekannt geworden, in denen eine Infektion beim Anklicken eines Links bei Facebook mit der Fragestellung ,Bist du das auf dem Bild? erfolgte", haben die Kriminalisten aus Hannover ermittelt. Dort ist im Mai eine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden, die bundesweit alle Fälle dieser Art bearbeitet.

Was vielen Opfern aber am allermeisten auf den Nägeln brennt, ist die Möglichkeit, schnell ihren PC wieder nutzen zu können. Fachleute können einen Rechner schnell für 60 bis 100 Euro wieder flottmachen. Tipps und Ratschläge, wie der Virus wieder entfernt werden kann, gibt es laut LKA auch auf der Internetseite www.botfrei.de.

Die 17-Jährige findet - über einen nicht betroffenen PC - eine Anleitung in einem Internetforum: Ihr hilft eine Systemwiederherstellung. Und anschließend muss ein Antivirenprogramm her.


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Kommentare
@ GW
Gibt noch ein nützliches Programm
Lass Spybot Search & Desstroy (kostenlos) zusätzlich zu Hardwarefirewall und Virenscanner im Hintergrund ohne Tea Timer laufen.

Immunisieren aktivieren und so jede Woche mal aktualisieren

Mensch! Gut, dass ich nicht bei Facebook angemeldet bin. Facebook hat schon so viele Schlagzeilen gemacht wg Datenklau, Hackerangriffen etc. Und ausserdem habe ich schon ein Leben und brauche kein Zweites. Zudem möchte ich meine Freunde doch lieber persönlich kennen. Wenn ich mir Leute anschaue, die jeden Unbekannten in ihrer Freundesliste "adden", nur damit sie mit einer möglichst hohen Freundesanzahl angeben können..? Das ist mir zu oberflächlich und das hat wohl kaum noch was mit echter Freundschaft zu tun. Wobei einige Netzwerke ja schon manchmal helfen, Leute wiederzufinden, die man ewig nicht gesehen hat. Trotzdem verstehe ich den Hype nicht, der insbesondere um dieses blau-weiße Social network gemacht wird. Einerseits wissen alle, dass es immer mehr Hackermaschen und -fälle gibt. Die Tatsache, dass gerade Facebook oft von diesen heimgesucht wird, schreckt die Meisten aber andererseits nicht davon ab, sich dort anzumelden. Sie gehen quasi wohlwissend fahrlässig mit ihren Daten um. Und das nur, weil alle Leute dort registriert sind... Ne, ne. Es gibt leider schon genügend andere potentielle Gefahrquellen.


Ch. Sackewitz hat geschrieben, dass man sich die brav Zahlenden mal vorknöpfen sollte, weil sie was im Schilde führen würden. Erstens gibt es noch zahlreiche Leute (z.B. Kinder, ältere Personen), die sich (noch) nicht gut genug in Sachen Internet und dessen Sicherheit auskennen. Zweitens ist es auch schon teilweise für Profis ziemlich schwierig geworden, die Echtheit/Fälschung einer Internetseite zu erkennen. Das ist ja gerade das Problem: Die Hacker basteln solange an ihrer Masche, bis es mit dem Original identisch ist. Es gibt leider auch so häufig Fälle, in denen diese zweifelhaften Fenster mit ungewöhnlichen Fragen eben nicht aufspringen. Gewiss muss man generell aufpassen und das Internet mit einer Portion Skepsis nutzen. Aber es kann trotzdem jeden treffen. Wie gesagt, die Hacker werden immer dreister...

Im Firefox das Addon "NoScript" installieren und man ist gegen die meisten Attacken über den Browser geschützt.

diesen virus kann man sich auch mit firewall und antiviren programm einfangen. die aktuelle software erkennt diesen trojaner noch nicht.

Ein Laptop / Computer ist nur so sicher, wie der Nutzer es zu lässt. Ohne Fierewall oder Virenprogramme ist das kein Wunder das man Vieren bekommt...



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