Sonnabend, 26.05.2012
Homepage-Ticker | RSS | Twitter | Impressum | Kontakt | AGB | Mediadaten


Schrift

08.11.2011
NRW
Castor-Einsatz: Polizei fordert Bundesliga-Verzicht
Gewerkschaft schlägt Alarm
VON HUBERTUS GÄRTNER

Volles Wochenende | FOTO: DPA

Köln/Dortmund. Der Polizei in NRW steht ein heißer Herbst bevor. Weil mehrere Großereignisse gleichzeitig stattfinden, schlagen ihre Gewerkschaftsvertreter Alarm. Extrem hoch wird die Arbeitsbelastung vor allem am letzten Novemberwochenende sein. Dann rollt nicht nur der nächste Castor-Atomtransport ins Wendland, sondern es finden in Köln und Dortmund noch zwei Hochrisikospiele in der Fußball-Bundesliga statt.

Info

Hundertschaften im Dauereinsatz

  • Deutsche Polizisten haben in der letzten Saison mehr als 1,5 Millionen Arbeitsstunden im Zusammenhang mit Fußballspielen geleistet.
  • Nach Angaben des NRW-Innenministeriums wendeten die 18 Einsatzhundertschaften 25 Prozent ihrer gesamten Dienstzeit auf, um Fußballspiele unter Kontrolle zu halten.
  • Nach Angaben der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze ist die Zahl der als gewaltbereit geltenden Fußballfans von 8.765 auf 9.685 Personen gestiegen. Ende 2008 gab es knapp 3.000 Stadionverbote.


"Die Polizei stößt an ihre Grenzen. Unsere Leute werden von einem Einsatz in den nächsten geschickt", kritisiert der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Auch Stephan Hegger, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei in NRW, ist empört. Vor allem die Einsatzhundertschaften würden "nicht mehr aus den Stiefeln" kommen, sagt er.

Zumindest in den letzten beiden Novemberwochen wird Heggers Behauptung zutreffen. Bereits jetzt ruft das "Bündnis gegen den Castor" ab dem 24. November "zigtausende Menschen zur Kundgebung in Sichtweite der Castor-Verladestation in Dannenberg" auf. Aus Protest gegen "den strammen Atomkurs der Bundesregierung" werde man mit den unterschiedlichsten Aktionen versuchen, den Transport der Atombehälter zu stoppen, heißt es.

Bundeskriminalamt warnt vor Krawallen

Schon im Jahr 2010 sei bei Sitzblockaden auf den Schienen deutlich geworden, dass der Castor-Transport "mit vertretbaren polizeilichen Mitteln ... nicht durchsetzbar" ist. Das Bundeskriminalamt warnt vor Krawallen im Wendland. Beim Castor-Transport im vergangenen Jahr waren dort 20.000 Polizisten, darunter auch zahlreiche aus NRW, im Einsatz.

Die Belastung wird nun aber noch dadurch erhöht, dass am 25. November in Köln das Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach und am Tag darauf in Dortmund das Ruhrpottderby gegen Schalke 04 stattfinden wird. In beiden Begegnungen prallen stark rivalisierende Fan-Gruppen aufeinander. Hunderte Polizisten sind auch hier notwendig, um die jeweiligen Lager zu trennen und Ausschreitungen zu verhindern.

In der jüngeren Vergangenheit hatte es wieder vermehrt Gewaltausbrüche in deutschen Fußballstadien gegeben, nach Angaben der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze wurden im Zusammenhang mit Bundesligaspielen in der letzten Saison 243 Polizisten verletzt.

"Fußball ist kein Grundrecht"

Im Zeitraum von fünf Tagen vor bis fünf Tage nach einem Castor-Transport dürfte es keine Bundesligaspiele geben, fordert Rainer Wendt. "Fußball ist kein Grundrecht, er muss hinter der Demonstrationsfreiheit zurückstehen", sagte er dieser Zeitung. Nach seinen Worten hat die Politik versagt, weil sie dem Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) keine entsprechenden Auflagen bei der Spielplangestaltung gemacht habe.

Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums wies darauf hin, dass die DFL durchaus Entgegenkommen gezeigt und die genannten Derbys nicht auf den gleichen Tag gelegt habe. Die Belastung für die Polizisten sei zwar hoch, aber man sei bemüht, ihnen nach dem Einsatz Freizeit zu gewähren.

Im November wird das allerdings kaum möglich sein. Wenige Tage nach dem Castor-Transport steigt in Bonn die Afghanistan-Konferenz. Bei diesem Großereignis müssen 1.000 Politiker aus aller Welt geschützt werden.

Kommentare
@Fan
Wenn es um Ihre eigene "Spielwiese" sprich Fußball geht, darf es natürlich Steuern kosten... Nee, is klaaa!

Beim Castortransport geht es leider nicht darum das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit zu schützen, sondern den Transport koste es was es wolle durchzusetzen. Das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit wird dabei mit den Füßen getreten. So wird regelmäßig entlang der Transportstrecke ein Demonstrationsverbot verhängt, begründet mit einer zig Seiten langen "Begründung" in der haargenau jede Sabotage und Blockade aus den letzten 15 Jahren aufgelistet wird, obwohl diese Taten in keinerlei Zusammenhang mit irgendwelchen Demonstrationen geschahen.

Auf diesen Schutz können wir gerne verzichten. Atommüllproduktion ist kein Grundrecht.

Ich bin dafür die Fussballspiele zu verlegen u. den Fans die Gründe mitzuteilen.

@NW .. danke für die Zensur. Schon interessant wenn hier Dinge gelöscht werden die nicht der Meinung des Redakteurs entsprechen. Auch eine Art die meinungen zu steuern.

Apophis .. wer redet denn hier Klartext? Und wer verschließt hier die Augen vor wichtigen Dingen? Offensichtlich weißt du nicht mal ansatzweise etwas über Fussballfans. Und wer stellt Demonstrationsfreiheit über Fussball? Nebenbei gefragt: ist es Demonstrationsfreiheit, wenn man Landfriedensbruch begeht weil Bahnkörper beschädigt oder zerstört werden? Da du offensichtlich keine Ahnung von Fussball hast mal eine kleine Hilfe: Es gibt von der DFL einen Rahmenterminplan, da hätte man im August schon sehen können, was diesen Monat so los ist, da muss ein Castor nicht jetzt los fahren. Den Stäben ist es schließlich egal, ob sie noch 2 Wochen mehr in Frankreich rumliegen oder nicht. Man könnte natürlich sagen, das die Politik alles richtig macht. Die vom Castor genervte Hundertschaft (...). Nebenbei kann man auch das Fass zum Thema Gewalt im Fussball wieder weiter aufmachen, also alles richtig gemacht. Oder meinst du, das alles ist nur ein unglücklicher Zufall? Dann solltest du nicht so tun, als wenn du etwas wüßtest, sondern bei Brot und Spielen teilnehmen.



 Seite 1 von 7
weiter >
  >>


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder





Anzeige
Weitere Nachrichten aus OWL
OWL
Westfalen kommt in Schulbüchern kaum vor
Wie wichtig es offenbar ist, den Blick NRWs – wie an diesem Wochenende – öfter nach Ostwestfalen-Lippe zu lenken, zeigt eine Studie, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vorgelegt hat. mehr

MINDEN
Korrupter Beamter in Minden kassiert Asylbewerber ab
Ein leitender Mindener Beamter ist wegen Korruption zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er soll von Asylbewerberinnen eine stattliche Summe Geld für Hilfe im Asylverfahren kassiert haben. mehr


HERFORD
"Chefsekretärin" gesucht: Männlicher Bewerber fühlt sich diskriminiert
Ausgerechnet ein Personaldienstleister hat bei einer Stellenausschreibung eine Bestimmung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) verletzt und die Position einer Chefsekretärin nur in der weiblichen Form ausgeschrieben. mehr

BIELEFELD
Ex-Armine Oliver Kirch heiratet Model Jana Flötotto kirchlich
Oliver Kirch, Ex-Fußballer von Arminia Bielefeld, und das Model Jana Flötotto haben sich in Gütersloh trauen lassen und in der Orangerie von Schloss Rheda kräftig gefeiert. mehr



Anzeige


Anzeigen

Fotos aus OWL
Bad Oeynhausen: 29. Nationaler Stadtlauf
Bad Oeynhausen: 29. Nationaler Stadtlauf
Herzebrock-Clarholz: Unfall mit sechs Verletzten
Herzebrock-Clarholz: Unfall mit sechs Verletzten
Espelkamp: Saisonstart im Waldfreibad
Espelkamp: Saisonstart im Waldfreibad
Höxter: Kollision auf der Kreuzung
Höxter: Kollision auf der Kreuzung
Bad Oeynhausen: Fußball-Turnier der Grundschul-Mädchen
Bad Oeynhausen: Fußball-Turnier der Grundschul-Mädchen
Entrup: Aussichts- und Telegrafenturm eingeweiht
Entrup: Aussichts- und Telegrafenturm eingeweiht


Videos
Regionale Wirtschaft
RÖDINGHAUSEN: Das längste Solarmodul der Welt
Solarenergie gewinnt an Bedeutung, soll die Energiewende forcieren – und wurde nun Ziel einer technologischen Innovation. Einem von der... mehr

BIELEFLD: Dr. Oetker übernimmt tunesisches Nahrungsmittelunternehmen
Dr. Oetker steigt in den nordafrikanischen Nährmittelmarkt ein. Der Bielefelder Lebensmittelkonzern habe die Mehrheit an dem tunesischen... mehr

BIELEFELD: Begegnungswoche der Bielefelder Industrie- und Handelskammer
Im vergangenen Jahr drehte sich die alljährliche "Internationale Begegnungswoche" der Bielefelder Industrie- und Handelskammer um die ASEAN-Staaten im... mehr

BIELEFELD: Große Chancen für Lehrstellensuchende
Jugendliche, die in diesem Jahr noch einen Ausbildungsplatz in Ostwestfalen suchen, sind am 12. Juni zu "Speed-Datings" eingeladen. Interessenten... mehr

Entlassungen bei Premiummöbel-Hersteller Interlübke
Rheda-Wiedenbrück (lnw). Trotz Aufwärtstrends will der Premiummöbel-Hersteller Interlübke den Betrieb umstrukturieren und bis Jahresende 40 der knapp... mehr


Kultur
Theater verzaubert die Paderstadt
Paderborn. Das neue Theater Paderborn war bis Freitagabend Gastgeber des 28. professionellen Kinder- und Jugendtheatertreffens NRW "Westwind". Elf... mehr

PADERBORN: Trügerische Paradiese des William Turner in Paderborn
Paderborn-Schloß Neuhaus. Er war einer der mobilsten Künstler seiner Zeit, skizzierte unermüdlich auf seinen Reisen und rückte die Landschaftsmalerei... mehr

DETMOLD: Detmold als Freilichtbühne
Detmold (nw). Die Stadt aus ganz neuen Blickwinkeln zu erleben: Dazu lädt das Europäische Straßentheaterfestival in Detmold ein. Über Pfingsten wird... mehr

GÜTERSLOH: Liz Mohn feiert 25 Jahre Wettbewerb "Neue Stimmen"
Vor 25 Jahren hat Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn den Wettbewerb "Neue Stimmen" für den Opernachwuchs ins Leben gerufen. Das soll gefeiert werden:... mehr

Literarisches Staraufgebot
Wuppertal (dpa). Mit hochkarätigen Autoren feiert die Wuppertaler Literatur Biennale 2012 Premiere. Gäste des neuen Literaturfestivals vom 6. bis 16.... mehr