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27.12.2011
LÜBBECKE
Terrassen-Bauherr wehrt sich mit Anwalt
Eilantrag soll Rückbauverfügung stoppen

Umstritten | FOTO: CARMEN PFÖRTNER

Lübbecke (hgm). Nach eigener Darstellung wird die Stadt Lübbecke unter Einhaltung des Weihnachtsfriedens erst heute die Rückbauverfügung gegen die Riesenterrasse an der Oberen Tilkenbreite erlassen und dem Bauherrn zustellen.

Der Bauherr reagiert mit Unverständnis und Enttäuschung auf die Maßnahme der Stadt, die seiner Ansicht nach ohne die notwendige Umsicht und ohne fachgerechte Prüfung des Naturschutzaspektes erfolgt sei. Er könne schließlich nichts dafür, dass sich das Areal an der Terrasse durch die längere Liegezeit zu einem kleinen Tierparadies mit einer Vielfalt unter Schutz stehender Arten entwickelt haben. Eine Nachbarin habe ihm zugetragen, dass sich auf dem Areal neben Maulwürfen auch Molche und Feuersalamander aufhielten. Auch diese Darstellung mache eine Überprüfung durch eine Naturschutzkommission erforderlich.

"Welcher Bürger kann die Behörden denn heute noch verstehen? Erst erteilt mir die Stadt die Baugenehmigung für die Terrasse und dann erlässt sie fast panikartig eine Rückbauverfügung", betont der Bauherr. Von Eckhard Witte sei er enttäuscht, weil der Bürgermeister kaum mit ihm geredet habe. In konstruktiven Gesprächen hätte man sicherlich eine einvernehmliche Lösung finden können.

"Ich bin ein Naturfreund und werde mich deshalb mit allen rechtlichen Mittel gegen die Verfügung wehren", erklärt der Bauherr. Zum Glück habe er die Maulwurfshügel auf seinem Grundstück fotografisch dokumentieren lassen. Zu bedenken sei nämlich, dass man Maulwurfshügel leicht dem Erdboden gleichmachen könne und der Regen dann die letzten Spuren verwische. Die Maulwürfe seien aber deshalb nicht verschwunden.

Mit der Wahrnehmung seiner Rechte im Kampf gegen die Rückbauverfügung habe er den Rechtsanwalt Rüdiger Schulz beauftragt, der eine eilgerichtliche Entscheidung gegen die Verfügung der Stadt erwirken soll.


Es bleibt spannend

ZWISCHENRUF VON HANS-GÜNTHER MEYER
     
Positiv ist, dass die Riesenterrassen-Story den hässlichen Bereich des Strafrechts hoffentlich für immer verlassen hat und derzeit dem Genre der Komödie zuzuordnen ist, die immer neue Blüten treibt. Das ist für alle Beteiligten erträglicher und bringt für den Leser auch amüsante Seiten mit sich.

Die nächsten Tage der Story versprechen besondere Spannung. Denn nun stellt sich dieFrage: "Wird es der Bauherr, beziehungsweise der von ihm beauftragte Rechtsanwalt Rüdiger Schulz schaffen, die Verfügung zu kippen?" Wenn ja, dann muss Bürgermeister Eckhard Witte nach der falschen Baugenehmigung einen weiteren Fehler eingestehen, was ihm sicher nicht schmecken würde. Der eine oder andere Leser wird sich dann auch ins Fäustchen lachen. Verliert Schulz den Kampf gegen die Rückbauverfügung, ist der Bauherr mit seinem Naturschutzlatein wohl am Ende. Dann könnten auch die Tage der als erdrückend eingestuften Riesenterrasse gezählt sein.

hans-guenther.meyer@neue-westfaelische.de

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
Zu dieser Provinzposse kann ich aus Sicht eines vorm Berge lebenden Brot und Brötchenfutterers nur sagen:
"Übermut tut selten gut" .Die Umsatzzahlen werden zeigen das Hochmut vor dem Fall kommt.
Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen,das besagter Bauherr ein Menschenfreund und jetzt gar noch ein Tierfreund ist?? Naja, wie dem auch sei,mein Brötchenhunger wird andere Bäcker nähren besonders den Eingezingelten Bäcker.(siehe z.B. Marktkauf Lübbecke)

Man meint täglich das die Niveaulosigkeit nicht zu überbieten geht - doch es geht jeden Tag ein bißchen mehr. Nun also eine Anzeige gegen unbekannt wegen der Zerstörung "seiner Maulwurfshügel". In der "lieben Nachbarschaft" soll es Fotos geben, die Maulwurfshügel auf dem Grundstück der "Terassenpyramide" nachweisen- und zwar vor dem Bau des "Prunkstücks". Was dazu wohl unser Tierfreund sagt...

Mich würde es nicht wundern, wenn der Mann auch noch Luchse und Seeadler ansiedelt, nur um seinen Ersatz für was auch immer zu retten. Die Nachbarn sind zu bedauern. Die Stadt hat einen Bock geschossen. Da kann man mal sehen wie wichtig es ist, wichtige Stellen mit Fachleuten zu besetzen. Das sollten sich auch die Lübbecker merken, wenn es mal wieder um eine Wahl geht. Wir wollen uns ja auch nichts vormachen - hier wurde und wird Geld verteilt. Man kann das ja schon niemandem mehr zum Vorwurf machen, nachdem auch schon unser erster Staatsmann der Macht der Günstlingswirtschaft erliegt. Was nun aber unseren feinen Mehlzauberer angeht - der hat hier offensichtlich ausgewirtschaftet. Der Ruf der Firma, der Familienname, die Ehre - alles im A.! Und was die Damen betrifft. Ja, als Unternehmersgattin muss man schon zufrieden sein, wenn man das neue Haus einrichten darf. (...)

Molche, Feuersalamander... Wollen wir hoffen, das dort nicht auch noch Schlangen oder Skorpione auftauchen, dort am Rande des Berges.

Wenn das meins wäre und ich die Genehmigung meiner Stadt hätte würde ich es auch nicht freiwillig zurückbauen wollen.

Schon Merkwürdig in Deutschland, man unterhält eine Behörde die Genehmigungen verteilt und wenn das Bauvorhaben genau nach Plan "fast" abgeschloßen ist kommen die feinen Herren einer anderen Instanz und sagen "nö sieht Sch.. aus" bitte anders, egal was es kostet. Ist ja wie mit dem Tüv fürs Auto...



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