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30.12.2011
LÜBBECKE
Riesenterrasse: Stadt gibt Bauherrn drei Monate Zeit
Verfügung fordert Rückbau der Aufschüttung

Drei Monate Zeit | FOTO: CARMEN PFÖRTNER

Lübbeck (hgm). Die Stadt Lübbecke hat eine Rückbauverfügung für die Riesenterrasse an der Oberen Tilkenbreite erlassen und zugestellt. Wichtigster Punkt: Tritt die Verfügung in Kraft, hat der Bauherr drei Monate Zeit für den Rückbau der Aufschüttung. Ferner wird er aufgefordert, die vier aufgestellten Fledermauskästen innerhalb von sieben Tagen zu entfernen. Die Stadt will mit dieser Frist verhindern, dass sich Fledermäuse in den Kästen ansiedeln.

Der Anwalt des Bauherrn, Rüdiger Schulz, hat vor dem Verwaltungsgericht Minden Klage gegen die Verfügung erhoben.


Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
Das bisherige Verhalten des Bauherrn ist mit einem Wort: skandalös!

@I.Marks: gut geschrieben, gute Gedanken!

@Karoline: selig sind die Unwissenden! ;)

Zu Karoline:

Ich denke, die Leute meinen den Bauherrn in seiner öffentlichen Wahrnehmung als Provokateur, Nötiger und Tatsacherverdreher. Er allein hat die Möglichkeit, diese Dinge zu entkräften und eine positivere Grundhaltung wieder herzustellen. Wenn sich alle Menschen, wie von Ihnen gefordert, immer nur um die eigenen Angelegenheiten kümmerten, würde Missstände niemals aufgedeckt. Das kann nicht im Sinne einer aufgeklärten Bevölkerung sein. Daher gibt es auch den Auftrag an eine unabhängige Berichterstattung an die Presse, verehrte Karoline!

Ich frage mich ob alle die so schlau über den Häuslebauer sprechen den Privatmann meinen oder den Unternehmer??
Ich denke man solle sich lieber um sein eigenes Leben, Garten, Freunde und Leid kümmern, bevor man das für andere tut!

Ich verfolge diese Berichte nun bereits sehr lange. Es ist inzwischen eine regelrechte Affäre in Lübbecke daraus erwachsen, dass sich ein Unternehmer ein Privathaus bauen wollte. Wie konnte es soweit kommen und was ist da geschehen?

Eine Nachkriegsgeneration hat ein kleines Unternehmen aufgebaut und sich mit fleißiger Arbeit einen gewissen Wohlstand erarbeitet. Ein Kind ist vorhanden und wächst in einem Haushalt auf, der von Tüchtigkeit eher geprägt ist als von Bildung und sozialer Kompetenz. Das Kind dürfte darauf gedrillt worden sein, den elterlichen Betrieb zu übernehmen und alles für den Erhalt zu tun. Ellenbogen wurden anerzogen. Rücksichtnahme war kein hohes Gut.

Heute nun kann man den Unternehmer als geschäftlich erfolgreich bezeichnen. Er war innerhalb der Gesellschaft ein geschätzter Bestandteil. Von dieser Wertschätzung ist inzwischen nichts mehr übrig. Freunde ziehen sich zurück. Warum?

In bester Wohnlage Lübbeckes wurde ein schönes Wohnhaus abgerissen, um das Gelände neu zu bebauen. Die großzügigen Dimensionen genügten dem Bauherrn nicht. Es sollte groß, größer, prachtvoll werden. Die Bewunderung der Lübbecker, so die Denkweise des Bauherrn, würde ihm sicher sein. Allerdings überschritt er die Grenzen des guten Geschmacks und auch die Grenzen der nachbarschaftlichen Beziehungen. Fußend auf einer (fragwürdigen) Baugenehmigung wurde da ein Erdwall aufgeschüttet, der den Nachbarn das Licht und den Rückzugsraum nimmt. Nachdem eine Klagewelle aufbrauste hat der Bauherr die Zeichen der Zeit nicht verstanden und hemmungslos seine Interessen durchzudrücken versucht. Keine Spur von Einfühlungsvermögen oder Schadensbegrenzung. Ohne Rücksicht auf Verluste wird ausgesessen, genötigt, gedroht und geklagt. Wo diese Handlungsweisen keinen Erfolg versprechen, werden Hütchenspielertricks versucht. So kann man aber keinen Konflikt lösen. So kommt es zum beschriebenen Resultat - der Einsamkeit auf verlorenem Posten.

Immer wieder wird ins Feld geführt, der Bauherr habe ja die Genehmigung gehabt und andere Menschen würden sich ebenso verhalten wie er. Nun ja. Auf der einen Seite fragt man sich, wie die Genehmigung zustande kam. Auf der anderen Seite steht die Frage, wie sich der Bauherr selbst verhielte, wenn man ihn des Sonnenlichts und der Privatsphäre beraubte! Ein Einsehen und ein Hineinversetzen stünden ihm gut.

Was nun das Unternehmen angeht. Mit dieser Haltung wird er der Aufbaugeneration nicht gerecht. Hier wird ein Ruf und ein Name nachhaltig und mutwillig beschädigt. Es ist die Frage, welche Zeit nötig sein wird, diesen Schaden vergessen zu machen. Und wird die Zeit reichen, um einen schleichenden Niedergang zu vermeiden?

Der Fabrikant wäre gut beraten, wenn er sich professionelle PR-Hilfe holte und langsam, langsam eine andere Richtung einschlüge. Ein Schritt auf die Nachbarn zu wäre ein Schritt in die richtige Richtung.



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