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17.01.2012
HÖVELHOF
44-Jährige baut Marihuana gegen Rückenschmerzen an
Illegale Pflanzen auf Balkon der Bürokauffrau

Der Anbau von Marihuana ist illegal. | SYMBOLFOTO: DPA

Paderborn/ Hövelhof (JS). Für eine ebenso ungewöhnliche wie leider auch kriminelle Schmerztherapie entschied sich im Sommer vergangenen Jahres eine 44-Jährige aus Hövelhof. Die Bürokauffrau pflanzte auf ihrem Balkon Marihuana-Pflanzen an, um ihre quälenden Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen. Gestern stand sie wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln vor dem Schöffengericht Paderborn.

Die Ermittler staunten nicht schlecht, als sie am 13. Oktober auf dem Balkon der Hövelhoferin fünf prächtige Marihuana-Pflanzen entdeckten. Dass diese hier nicht nur zur Zierde ihren Platz hatten, wurde bei der Durchsuchung der Wohnung offenbar. Denn die Frau hatte augenscheinlich schon geerntet, fand sich doch ein Beutelchen mit getrocknetem Pflanzen- und Blütenteilen.

"Ich wollte das Marihuana eine Zeit lang zur Schmerztherapie nehmen", berichtete die 44-Jährige gestern dem Schöffengericht. Schon seit Jahren leide sie an den Spätfolgen eines Unfalls. Heftige Schmerzen in Rücken- und Halswirbelbereich ließen sie nicht schlafen. Ihr kürzlich verstorbener Freund habe ihr geraten, es doch einmal abends vor dem Schlafengehen mit Marihuana zu versuchen.

Wirkung ihres ersten Joints

Das sei in geringen Mengen auch erlaubt, habe er ihr gesagt, erinnerte sich die Angeklagte: "Jetzt weiß ich das aber besser." Doch im vergangenen Sommer schien ihr das Rauschmittel die richtige und einzige Hilfe gegen die Schmerzen und die Schlaflosigkeit zu sein. "Einen schmerzlindernden Effekt hatte das auf jeden Fall", schilderte sie die Wirkung ihres ersten Joints. Und so habe sie die Samen, die ihr Freund beschafft habe, ganz einfach in Blumentöpfe gesteckt und gegossen.

Und das mit großem Erfolg. Denn die Pflanzen wucherten auf dem Balkon in der Sennegemeinde so prächtig, dass sie dem Vermieter, als er einmal in seiner Immobilie eine kurze Stippvisite machte, sofort auffielen. Er benachrichtigte die Polizei.

"Sie müssen einen grünen Daumen gehabt haben", meinte auch Staatsanwalt Franz Börger und wusste zudem von einem Nachbarn der Frau zu berichten, dem der dichte kleine Urwald gleichfalls aufgefallen war. Dennoch glaubte er der Hövelhoferin, dass sie die Zucht letztlich nur für sich selbst und zur Schmerztherapie betrieben hatte.

100 Sozialstunden oder 1.000 Euro Geldbuße

Eine Ansicht, die das Gericht teilte. "Wir haben den Eindruck, dass wir Sie hier nicht mehr wiedersehen werden", sagte der Vorsitzende Richter. Folglich kam die bis dato völlig unbescholtene 44-Jährige auch mit einem milden Urteil davon. Sie wurde zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt, die das Gericht zur Bewährung aussetzte. Außerdem muss sie entweder 1.000 Euro Geldbuße zahlen oder 100 Sozialstunden leisten.

Dass die Hövelhoferin ihr gärtnerisches Talent künftig nicht mehr im Anbau von Marihuana anwenden werde, beteuerte ihr Verteidiger Franz Zacharias. Seine Mandantin ergreife nunmehr andere Maßnahmen, um gegen ihre Krankheit und ihre Schmerzen anzugehen, sagte er.

Kommentare
@ jens aus B

das ist absolut nicht korrekt. eine getrocknete blüte war in einem tütchen verpackt. ich habe niemals in erwägung gezogen das grass zu verkaufen! ich verabscheue jedliche art von dealerei. aus dem grund habe ich selbst auch angebaut. ich kenne auch keine dealer oder konsumer. ich bin auch keine person, die sich tagsüber zudröhnen möchte, aber eine schmerzlindernde wirklung kann ich nunmal nicht abstreiten. dennoch ist es nicht erlaubt und war auch nicht korrekt. ich werde auch nicht mein körper mit schmerzmittel runinieren. die empfehlung von herr rechtspfleger traumadol zu nehmen kann ich in keinsterweise nachvollziehen! ich habe nicht vor künftig in einer tablettensucht zu geraten, da ertrage ich weiterhin lieber die schmerzen und versuche sie mit therapeutische hilfe erträglicher zu machen. meditation versuche ich ebenfalls, fällt nur aufgrund der dauerschmerzen nicht leicht sich zu konzentrieren. nichts für ungut aus dem pressebericht kann vieles interpretieret werden, lässt sich leider nicht ändern. ich kann die uhr nicht zurückdrehen und meine tat rückgängig machen. hoffe nur, dass hieraus wengistens einige mitleser gemahnt werden. lg

@ grüner daumen
Was mir in dem Artikel missfiel, war, das getrockenetes Gras in Tütchen verpackt, aufgefunden wurde.
Daraus folgere ich, das diese Tütchen zum Verkauf verbereitet sind.
Wenn ich schwer kank wäre, würde ich ebenfalls Gras rauchen.
Aber unter Gesunden verachte ich Drogenkonsum, weil ich Menschen davon untergehen sehen habe.

holland lebt auch noch,was sollen also die lächerlichen verbote in deutschland?am hanf-konsum ist noch niemand gestorben,vielleicht ein paar beamte,die bei abschaffung der vorschrift angst vor jobverlust haben.weg mit diesen gesetzen aus uralt-kirchen-und kaiserszeiten!!der staat ist nicht das volk und sollte gar keinen hang zur bevormundung haben!!!wer wird denn hier überhaupt geschützt?dann doch mehr raucherzonen in gaststätten oder auch rauch-und alkoholverbote????hier wird ein thema überbewertet.

@hulk

ja einfach lächerlich aber irgentwas müssen sie ja hier reinstellen sonst haben auch die Ermittller keine Erfolge :) , die großen Mengen sind dann meistens Glücksfunde ansonsten kriegen die das doch eh nicht auf die Reihe, die Leute die damit Geld verdienen konsumieren nämlich meistens nicht. Aber hauptsache hier wird übertrieben wegen paar Pflanzen , und die ganzen Sesselfurzer geben ihren Senf dazu die eh keine Ahnung haben wovon sie reden. Also in dem Sinne "GEBT DAS HANF FREI" und spart euch eure Kommentare. Tschüüüüüüsss

@Jens F. auf B
Was Sie hier schreiben, ist leider die typische Ausrede eines Alkoholikers... "Ich trinke jeden Abend mein feierabend-Bier des Geschmacks wegen!" Aha...
Und wenn die arme Frau das Gras ja nur geraucht hat, um sich "zuzudröhnen", (...)



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