Bielefeld. Die sibirische Kälte hat auch Ostwestfalen-Lippe fest im Griff. Für die Heizölhändler bedeutet dies Dauerstress. Akute Lieferengpässe gibt es jedoch nicht, wie Experten berichten. Die sibirische Kältewelle verschafft der Brennstoff-Branche volle Auftragsbücher: Durch den Kälteeinbruch hat sich der Energiebedarf für ein Einfamilienhaus ungefähr verdoppelt.
"Seit den Minusgraden haben wir sehr gut zu tun", sagt Bettina Franke-Heibrock von der Bielefelder Firma Heibrock. Hohe Preise und die Spekulation auf einen milden Winter hätten viele Heizöl-Tanks leer gelassen. Trotz längerer Lieferzeiten sind Versorgungsengpässe nicht zu befürchten, auch wenn es längere Zeit eisig bleibt.
Aufgrund gut gefüllter Speicher ist so schnell auch kein Gas-Versorgungsengpass zu befürchten. Glücklicherweise, denn der russische Gasriese Gazprom hat gestern fast ein Drittel weniger Gas nach Deutschland geschickt – wegen der Kältewelle in Russland.
Einfache Regeln befolgen
Wenn ein paar einfache Regeln befolgt werden, ist auch eine kleine Eiszeit kein Problem, sagt Walter Hechler, Obermeister der Bielefelder Sanitär- und Heizungstechnik-Betriebe. "99 Prozent der Maßnahmen, die nötig sind, um ein Haus winterfest zu machen, kann der Besitzer selbst ergreifen." Heizungen regelmäßig warten lassen, das Thermostat in selten benutzten Räumen einmal am Tag aufdrehen, Kellerfenster schließen, Außenzapfstellen abstellen und entleeren und für genug Öl im Tank sorgen – aufgrund der immer besseren Bausubstanz und Geräte sei kaum mehr nötig, so Hechler.
Sollte die Wasserleitung zugefroren sein, empfiehlt der Experte, das Wasser abzustellen, wenn das Haus für längere Zeit verlassen wird. "Wir haben zurzeit schon mehr zu tun, aber dramatisch ist das nicht." Wegen der Minusgrade seien die Installateure aber bemüht, den Kunden so wenig Wartezeit wie möglich zuzumuten.
Für Autofahrer, die mit einer Panne unterwegs liegenbleiben, sind Wartezeiten unvermeidlich, wenn sie den Pannennotruf des ADAC anrufen. Doch dass sie vier Stunden in der Kälte ausharren müssten, bis der Gelbe Engel vor Ort erscheine, seien einzelne Ausnahmen, so Klubsprecher Ralf Collatz. Wenn es trubelig wird, gibt es für die Mitarbeiter eine Leitschnur. "Wir bevorzugen die Leute auf den Autobahnen sowie besonders Bedürftige wie Kinder und ältere Leute."
Trotz der Wartezeiten seien "die meisten Leute ziemlich entspannt". Allerdings ließen sich viele Pannen im Vorfeld vermeiden, wie der Experte weiß. Batterien seien nach drei bis vier Jahren "fast am Ende ihrer Lebensdauer". Ein rechtzeitiger Check erspare Ärger.
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