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06.02.2012
NRW
Polizei geht schärfer gegen Raser vor
In 1.400 Orten wird am Freitag kontrolliert
VON HUBERTUS GÄRTNER

Düsseldorf/Bielefeld. Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) will heute in Düsseldorf seine neue polizeiliche Verkehrsstrategie der Öffentlichkeit vorstellen.Mit einer Reihe von repressiven Maßnahmen das Geschwindigkeitsniveau der Autofahrer flächendeckend gesenkt werden.

Die Autofahrer müssen in Zukunft damit rechnen, zu jeder Zeit und an jedem Ort kontrolliert zu werden. Bereits am Freitag soll mit einer groß angelegten Aktion ein Zeichen gesetzt werden. An 1.400 Stellen sollen kurz vor dem Wochenende Kontrollen stattfinden. Mit der neuen Strategie will die Polizei den Anstieg der tödlichen Verkehrsunfälle stoppen. Raserei und zu schnelles Fahren sind die Hauptursachen dafür, dass Menschen in Straßenverkehr sterben oder schwer verletzt werden.

Nachdem die Anzahl der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang viele Jahre zurückgegangen war, ist sie 2011 wieder drastisch angestiegen. Bis Oktober vergangenen Jahres starben in NRW 522 Menschen in Straßenverkehr. Das bedeutete einen Anstieg von mehr als 13 Prozent gegenüber 2010. "Wir müssen die Geschwindigkeit senken, denn sie entscheidet über Leben und Tod". So lautet das Credo des Innenministers.

Tausende Kontrollen in den nächsten Tagen

Auch in Ostwestfalen-Lippe bereiten sich alle Kreispolizeibehörden bereits auf die Umsetzung des neuen Konzeptes vor. Zum Start soll es in den nächsten Tagen eine landesweite Großaktion mit tausenden von Kontrollen geben. In Zukunft werden die Polizisten nicht mehr ausschließlich an ausgewiesenen Gefahren- und Unfallschwerpunkten sondern im Prinzip überall solche Kontrollen durchführen.

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Sind Geschwindigkeitskontrollen an jedem Ort und zu jeder Zeit die richtige Maßnahme gegen zu viele tödliche Unfälle?





An zahlreichen Messstationen wird es dann keine direkte Ansprache durch Polizisten mehr geben. "Das können wir personell nicht mehr leisten, sondern wir müssen mehr auf Technik setzen", sagt ein hoher Beamter. Das heißt, dass Raser nicht mehr direkt von der Polizei ermahnt werden, sondern einige Wochen nach ihrem Vergehen einen Bescheid von der Bußgeldstelle erhalten.

Vermehrte Absprachen wird die Polizei auch mit den Kommunen treffen, die den fließenden Verkehr ebenfalls überwachen. So betreibt die Stadt Bielefeld beispielsweise zwei mobile Messfahrzeuge. Wie ein Sprecher bestätigte, werden sie aber auch weiterhin nur an ausgewiesenen Gefahren- und Unfallschwerpunkten stehen. Kontrolliert werde vor allem an Krankenhäusern, vor Schulen und Altenheimen.

Im Gegensatz zur Polizei will die Kommune ihre Messstationen nicht publik machen. Dabei spielt auch die Sorge eine Rolle, dass die Mitarbeiter bedroht werden könnten. Obwohl die Polizei betont, dass die "Blitzer" nicht der Abzocke, sondern der Sicherheit dienen, hat sie eine gewisse Sorge, dass die vermehrten Kontrollen bei den Autofahrern nicht auf Verständnis stoßen. Auch der ADAC ist skeptisch. Es sei "bedauerlich", wenn sich Polizei vom bewährten Konzept der Geschwindigkeitskontrollen und der direkten Ansprache der Verkehrssünder verabschiede, sagte ADAC-Sprecher Ralf Collatz.


Sünden in Zahlen

  • Geschwindigkeitsmessungen dienen der Verkehrssicherheit und sie bringen auch Geld ein.
  • So hat die Stadt Bielefeld 2011 im Innenstadtbereich 81.000 Geschwindigkeitsvergehen festgestellt.
  • Auf der Autobahn 2 waren es sogar 190.000 Vergehen.
  • Die Sünder mussten Bußgelder in einer Höhe von insgesamt 8,2 Millionen Euro bezahlen. 5,7 Millionen Euro davon brachte der "Blitzer" auf der Autobahn 2 ein.
  • Insgesamt hatte die Stadt Bielefeld 17 stationäre und 2 mobile Messanlagen im Einsatz.(gär)

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
und was soll mir das jetzt sagen?

Im Prinzip geht es hier ja immer noch um Abzocke. Ist es Abzocke oder nicht?
Jetzt lassen wir mal alle hier genannten Argumente im Hintergrund.
Was sagt die Polizei selbst dazu?
In der NW steht heute: "Die Polizei wertet die Kontrollen als Erfolg"
Danach wird stolz aufezählt wie viele Leute sie erwischt haben.
Jetzt überlegen Sie mal, kann es ein Erfolg sein, festzustellen dass so viele Leute die Geschwindikeit nicht einhalten und Deutschlands Straßen, wie manche hier behaupten, so unsicher sind? Nein eigentlich nicht?
EIn Erfolg ist es nur, weil die Kasse klingelt.
Selbst die Polizei bezeichnet die Einahmen als Erfolg. Also nehen Sie mal Ihre rosaroten Brillen ab und schauen der Realität ins Auge.
Es geht hier eindeutig mehr Kohle als um Sicherheit und wer das immer noch nicht gecheckt hat, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Armes Deutschland...

@Paul Pendler schrieb am 08.02.2012 07:03 Uhr

Wer verantwortlich fährt, fährt aber auch nicht so schnell, dass er die Geschwindigkeitsbegrenzung dermassen überschreitet, dass ein Bußgeld fällig wird.
Wenn man der Meinung ist, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung keinen Sinn macht, kann man sich ja mal beid er Verantwortlichen Stelle beschweren, vielleicht erfährt er dann, warum eine Beschränkung doch sinnvoll ist.
Wer sich einfach für klüger hält und sie Ignoriert, ist jedenfalls mit Sicherheit kein Verantwortungsbewusster Fahrer.

@speedy: Freie Straßen für freie Bürger!!!
Bitte fahren Sie doch in Zukunft ein schnelles Cabriolet ohne Frontscheibe, damit dass Gehirn mal etwas runtergekühlt wird. Ohne Unterboden wäre auch nicht schlecht, damit solche Rasergene nicht noch Fortpflanzung finden!

Erstmal sollte der Bußgeldkatalog umgestellt werden auf prozentual zum Gehalt, dann tut es nämlich jedem gleich weh, in der Geldbörse! Jemand der ALG 2 bezieht und ein 40 € Bußgeld bekommt hat daran schon echt zu knapsen, als für jemand der seine 4.000 netto im Monat macht, und sowas als Portokosten auch noch abrechnet.

@ Ian C

Also eine leichtes Gefälle gibt es da wohl, aber das ist doch keine Gefahrenstelle mehr, die haben das ja ursprünglich bis zur Ausfahrt laufen lassen.
Es gibt wirklich gefährliche Abfahrten, wie zum Beispiel die A2 bei der Grenze zwischen NDS und NRW, wo die Tempobeschränkung auch berechtigt ist. Am Bielefelder Berg erkennt man ja, das nicht jeder der da mit 165 durchbrettert einen Unfall baut...

Ich sage weiterhin, dass es Abzocke ist, da die Statistiken einfach falsch ausgelegt werden, um einfach mehr Geld einzubringen.
Wenn man konzentriert fährt, ist überhöhte Geschwindigkeit selten ein Problem.
Aber in Verbindung mit schlechten Sichtverhältnissen, Alkohol, Müdigkeit, Stress und Selbstüberschätzung und Unerfahrenheit, wird das natürlich tödlich.
Man kann die meisten Landstraßen auch problemlos mit 130 befahren.
Statt einfach Geld einzubringen, was dann ja nicht in die Infrastruktur investiert wird!!!!, sollte man vlt mal die wirklichen Maßnahmen für die vielen Unfälle bekämpfen.
Mehr Rastplätze zum Beispiel, ich könnte "kotzen", wenn die LKWs nicht mal einen Platz finden, schon auf den Seitenstreifen stehen müssen, um die Ruhezeiten einzuhalten. Wenn man sich als LKW-Fahrer nicht auskennt, fährt man auch nicht von der Autobahn ab. Wie man den Nachrichten entnehmen kann, sind viele LKWs Ursache für Unfälle. Die andere große Gruppe sind die Jugendlichen, deren mangelnde Erfahrung auf der Straße, sowie mit dem Alkohol zum Problem wird, liest man jeden Tag in der Zeitung. Warum nicht ein verpflichtendes Sicherheitstraining nach der Fahrschule anbieten, oder Schulungen was Alkohol am Steuer angeht. Bei mir in der Fahrschule kam dieses Thema eigentlich viel zu kurz.
Ich bin der Meinung, Alkohol am Steuer sollte viel schwerer bestraft werden, damit gar keiner auf Idee kommt. Sowie Drängler, "Zulangsamfahrer", und Dichtauffahrende.
Zuletzt sollte man auch die älteren Leute regelmäßig überprüfen, ob sie noch in der Lage sind, am Straßenverkehr teilzunehmen.

Aber das kostet alles Geld, würde zwar einige Leben retten, bringt aber kein Geld ein.
Nur mehr Blitzer aufbauen, trifft doch daher die Falschen, den wer verantwortlich und konzentriert fährt, da macht doch eine leichte Geschwindigkeitsübertretung nichts aus. (Wir sprechen hier nicht von Gefahrenstellen und in Städten)
Gruß Paul



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