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11.02.2012
OWL
Polizei wertet landesweite Tempokontrollen als Erfolg
Die Daten zur Blitzeroffensive

Landesweit unterwegs | FOTO: DPA

OWL (lek). Die große Blitzeroffensive der Polizei in Nordrhein-Westfalen ist erstmal vorbei. Am Freitag führten die Beamten an 1.400 Stellen in NRW Geschwindigkeitsmessungen durch. Auch in Ostwestfalen-Lippe wurde ordentlich geblitzt. Und die regionalen Polizeibehörden sind sich einig: Die Aktion war ein Erfolg.

"Unser Ziel sind nicht mehr Knöllchen, sondern mehr Sicherheit im
Straßenverkehr", sagte Innenminister Ralf Jäger im Vorfeld der Aktion. Ob die Straßen durch die Kontrollen wirklich sicherer werden, bleibt abzuwarten. Knöllchen gab es am Freitag aber genug:

Info

Landesweites Ergebnis

Die Polizei kontrollierte landesweit rund 456.000 Verkehrsteilnehmer, von denen Trotz der Ankündigung des Blitz-Marathons 17.169 zu schnell fuhren. Insgesamt waren 250 Autofahrer so schnell, dass ihnen ein Fahrverbot droht, acht von ihnen mussten den Führerschein an Ort und Stelle abgeben. 31 Autofahrer waren alkoholisiert oder standen unter Drogeneinfluss. 307 hatten sich nicht angegurtet.



In Bielefeld wurden insgesamt 700 Fahrzeuge an 32 Kontrollstellen mit zu hoher Geschwindigkeit gemessen. Laut Polizei war trauriger Spitzenreiter ein Pkw-Fahrer, der 79 Stundenkilometer zu schnell auf der Autobahn unterwegs war (bei erlaubtem Tempo 120). Innerorts war ein Fahrer, der 36 Stundenkilometer zu schnell war, der größte Fang für die Beamten.

In Gütersloh wurden laut Polizei mehr als 10.000 Fahrzeuge kreisweit gemessen. 888 Verkehrsteilnehmer mussten vor Ort ein Verwarngeld bezahlen, davon 871 wegen überhöhter Geschwindigkeit. Insgesamt  149 Verkehrsteilnehmer erwarten einen Bußgeldbescheid wegen überhöhter Geschwindigkeit. Ein 27jähriger Harsewinkeler wurde auf der Bokeler Str. in Rietberg mit einer Geschwindigkeit von 92 Stundenkilometern innerhalb der geschlossenen Ortschaft gemessen.

Im Kreis Lippe  wurden laut Polizei 5880 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei wurden 368 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. In acht Fällen mussten die Beamten wegen der dramatisch zu hohen Geschwindigkeit ein empfindlichen Bußgeld sowie ein Fahrverbot von mindestens 1 Monat verhängen. Die größten Raser wurden bei der Aktion mit 88 Stundenkilometern innerorts und mit 128 Stundenkilometern in einer Tempo-70-Zone erwischt.

Im Kreis Höxter war die Polizei besonders zwischen 12 und 20 Uhr im Einsatz. Während dieser Zeit habe es im vergangenen Jahr die meisten Unfälle im Kreis gegeben. 189 Autofahrer wurden mit zu hohem Tempo erwischt. 29 von ihnen müssen mit Bußgelder rechnen, drei sogar mit Fahrverboten. Negativrekord im Kreis Höxter: Ein Fahrer aus Dortmund wurde mit Tempo 146 auf der B 64 gemessen. Erlaubt waren 100 Stundenkilometer.

In Minden-Lübbecke war laut Polizei fast jedes 14. Fahrzeug zu schnell. Insgesamt wurden 399 Fahrzeuge mit zu hohem Tempo angehalten. Zehn Fahrer erwarten jetzt Fahrverbote. Trauriger Rekordhalter: Ein 31-Jähriger, der mit Tempo 120 bei erlaubten 70 gemessen wurde. Wegen eines ähnlichen Verstoßes war er der Polizei bereits vor einem Jahr ins Netz gegangen.

In Paderborn kontrollierten die Beamten die Geschwindigkeit von 23.977 Autos. 183 davon waren zu schnell unterwegs. "Heute war ein guter Tag für die Verkehrssicherheit. Mit der Aktion haben wir unser Ziel erreicht. Bedingt durch die zahlreichen Kontrollaktivitäten sind die allermeisten Autofahrer diszipliniert und mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs gewesen", sagte Polizeidirektor Andreas Krummrey.

Kommentare
Das Argument der "Abzocke" muss sich die Polizei leider ankreiden lassen, denn wie soll bitte eine große Aktion von wenigen Tagen ein langfristiges Umdenken beim Kraftfahrer bewirken? Und wie soll so eine Aktion bei dem Verkehrsteilnehmer als "verkehrssichernde Maßnahme" wahrgenommen werden, wenn man wieder an Punkten blitzt, die übersichtlich und gut einsehbar sind und keine Gefahrenstellen darstellen, wo es offensichtlich nicht darum geht ein _wichtiges_ Geschwindigkeitslimit durchzusetzen? Die meisten Autofahrer haben durchaus ein gutes Gespür für eine Situation und nehmen das Geschwindigkeitslimit nur dort weniger ernst, wo sie es verantworten können und diese fühlen sich zu Recht belogen, wenn gesagt wird, dass Kontrollen an solchen Stellen die Verkehrssicherheit erhöhen sollen - ob sie nun selbst kontrolliert wurden oder nicht. Kontrollen haben ständig zu erfolgen und zwar ausschließlich an Gefahrenpunkten, oder wenn sich Anwohner wiederholt wegen Fahrzeuglärm gestört fühlen (dann aber bitte nicht mit "Verkehrssicherheit" kommen!). Eine konzentrierte Aktion ist nur eines: Eine Jagd auf "Knöllchen", die hat mit der Sicherung des Verkehrs nichts zu tun - wer das glaubt oder behauptet ist bestenfalls naiv und schlimmstenfalls verlogen.

Hallo Arne.

Ich finde es unverschämt, wie sie sich hier aufführen!

Wenn Leute, dass hier als Abzocke sehen, dürfen Sie das und es gibt sicherlich genügend Aspekte die dafür sprechen.

Nur weil diese Menschen ihre Meinung nicht teilen, sind sie nach ihren Worten peinlich und haben eine mangelnde Bildung.

Wer über Menschen so schnell urteilt, die Leute mit einer anderen Meinung gar nicht akzeptiert, oder vlt mal deren Argumente durchliest, davon wurden hier viele genannt, ist für mich eher peinlich...

Wissen Sie was traurig ist, Leute wie sie.

Ich kann die Abzockerfraktion durchaus gut nachvollziehen, weil solche Blitzermarathons weniger zur Sicherheit beitragen, sondern eher Geld in die Kassen bringen soll.

Ich finde Paul Pendlers Argument sehr richtig. Überhöhte Geschwindigkeit ist nicht immer das Problem, sondern nur in Verbindung mit anderen Faktoren, die es zu bekämpfen gilt.
Und warum sprechen alle vom Erfolg der Aktion, wenn es doch so viele Fahrer gab, die zu schnell fuhren - weil es einfach ordentlich Kohle eingebracht hat. Es liegt ja wohl auf der Hand, dass es hier in erster Linie ums Geld ging.

Wenn es wirklich um Sicherheit ginge, wäre die Polizei in Schulen und Universitäten gegangen und hätte beispielsweise Vorträge gehalten.
Denn gerade junge Fahrer überschätzen sich und den Alkohol, was eine der häufigsten und tragischsten Unfalursache ist.

Befürworten würde ich bei so einem Wetter, Winterreifenkontrollen und Alkoholkontrollen! Geschwindigkeitskontrollen sind ja gut und schön, aber in einem solchem Unfang ist das einfach, Abzocke.

Florian, Ihr Kommentar ist eigentlich mal wieder zu peinlich um ihn an sich wiederum zu kommentieren.

Geschwindigkeitskontrollen dienen der Verkehrssicherheit. Leider kann man es in unserer Gesellschaft nicht bei mündlichen Ermahnungen belassen, da dies keine Nachhaltigkeit beim Verkehrsteilnehmer zeigt. In Deutschland kann man nur durch den Griff in die Geldbörse einen Effekt erwirken - Traurig, aber wahr. Ich bin zudem ein großer Freund von der Erhöhung bestehender Bußgelder. Im europäischen Vergleich sind die Bußgelder hierzulande niedrig.

Das vemeintliche "Abzocke-Argument" wird lediglich von Verkehrsteilnehmer mit absolut eingeschränkter Sichtweise benutzt. Ich möchte hier auch auf den volkswirtschaftlichen Schaden hinweisen, der beim Ableben eines Menschen im Straßenverkehr i.d.R. geschieht. Abgesehen von dem persönlichen Leid, das rücksichtslose Menschen verursachen, indem sie einen anderen Menschen im Straßenverkehr verletzen oder töten.

In diesem Sinne spreche ich mich klar für mehr Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen aus, ebenso für eine konsequente Ahndung solcher Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten. Nur dadurch können deutsche Straßen sicherer gemacht werden. Eine gute Maßnahme finde ich dazu, dass solche Kontrollen öffentlichkeitswirksam begleitet werden. Das wirkt sich auch schon präventiv aus und unterstreicht somit auch, dass es dabei um Verkehrssicherheit und nicht um Einnahmen geht.

Mangelnde Bildung und eingeschränkte Sichtweisen derer, die das "Abzocke-Argument" in Zusammenhang mit Geschwindigkeitskontrollen anführen, sei hiermit weiterhin attestiert.

Ja, Taxis fahren hier auch regelmäßig zu schnell. Nachts scheint für die gar keine Straßenverkehrsordnung zu gelten: Geschwindigkeitsbeschränkung, Wenden über Sperrflächen und durchgezogene Linien, Halten auf Fuß- und Radwegen? Egal, nachts blitzt die Polizei nicht
13% mehr Verkehrstote in 2011 sprechen eine eindeutige, traurige Sprache. Die Fahrgastzellen sind in den vergangenen Jahren immer sicherer geworden, dazu Airbag, Gurtstraffer und ABS. Ohne diese technischen Fortschritte gäbe es auch unter den Fahrzeuginsassen sehr viel mehr Tote. Leider fühlen diese sich heute sehr sicher und fahren dementsprechend schnell und rücksichtslos.
Den Vogel abgeschossen hat der bisher ansonsten wenig beachtete Bundesverkehrsminister. Er scheint nur mit den Fingern rechnen zu können. Wie sonst ist seine Aussage zu erklären, dass das alte System mit 18 Punkten zu kompliziert sei und deshalb ein neues mit nur 8 Punkten her müsse. Zehn Finger reichen zum Abzählen von 8 Punkten aus. Es mag natürlich auch sein, dass der Bundesverkehrsminister wie jeder BLÖD-Leser durchaus bis 18 zählen kann und er nur einen populären Vorschlag im Verbund mit dem ADAC (win/win) machen wollte. So eine peinliche, auf den Effekt schielende Politik rächt sich zum Glück irgendwann. Kurzfristig wahrscheinlich mit noch mehr Verkehrstoten, da die rücksichtslosesten FahrerInnen ihre Lappen schneller wiederbekommen werden.

Wer diese Abzocke nicht durchschaut und von einer Sicherhéitskontrolle für die Bürger spricht, der hat die Weitsicht eines Blinden. Es geht nur um das Geld und sonst um nichts anderes.



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