OWL (lek). Die große Blitzeroffensive der Polizei in Nordrhein-Westfalen ist erstmal vorbei. Am Freitag führten die Beamten an 1.400 Stellen in NRW Geschwindigkeitsmessungen durch. Auch in Ostwestfalen-Lippe wurde ordentlich geblitzt. Und die regionalen Polizeibehörden sind sich einig: Die Aktion war ein Erfolg.
"Unser Ziel sind nicht mehr Knöllchen, sondern mehr Sicherheit im
Straßenverkehr", sagte Innenminister Ralf Jäger im Vorfeld der Aktion. Ob die Straßen durch die Kontrollen wirklich sicherer werden, bleibt abzuwarten. Knöllchen gab es am Freitag aber genug:
Landesweites Ergebnis
Die Polizei kontrollierte landesweit rund 456.000 Verkehrsteilnehmer, von denen Trotz der Ankündigung des Blitz-Marathons 17.169 zu schnell fuhren. Insgesamt waren 250 Autofahrer so schnell, dass ihnen ein Fahrverbot droht, acht von ihnen mussten den Führerschein an Ort und Stelle abgeben. 31 Autofahrer waren alkoholisiert oder standen unter Drogeneinfluss. 307 hatten sich nicht angegurtet.
In Bielefeld wurden insgesamt 700 Fahrzeuge an 32 Kontrollstellen mit zu hoher Geschwindigkeit gemessen. Laut Polizei war trauriger Spitzenreiter ein Pkw-Fahrer, der 79 Stundenkilometer zu schnell auf der Autobahn unterwegs war (bei erlaubtem Tempo 120). Innerorts war ein Fahrer, der 36 Stundenkilometer zu schnell war, der größte Fang für die Beamten.
In Gütersloh wurden laut Polizei mehr als 10.000 Fahrzeuge kreisweit gemessen. 888 Verkehrsteilnehmer mussten vor Ort ein Verwarngeld bezahlen, davon 871 wegen überhöhter Geschwindigkeit. Insgesamt 149 Verkehrsteilnehmer erwarten einen Bußgeldbescheid wegen überhöhter Geschwindigkeit. Ein 27jähriger Harsewinkeler wurde auf der Bokeler Str. in Rietberg mit einer Geschwindigkeit von 92 Stundenkilometern innerhalb der geschlossenen Ortschaft gemessen.
Im Kreis Lippe wurden laut Polizei 5880 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei wurden 368 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. In acht Fällen mussten die Beamten wegen der dramatisch zu hohen Geschwindigkeit ein empfindlichen Bußgeld sowie ein Fahrverbot von mindestens 1 Monat verhängen. Die größten Raser wurden bei der Aktion mit 88 Stundenkilometern innerorts und mit 128 Stundenkilometern in einer Tempo-70-Zone erwischt.
Im Kreis Höxter war die Polizei besonders zwischen 12 und 20 Uhr im Einsatz. Während dieser Zeit habe es im vergangenen Jahr die meisten Unfälle im Kreis gegeben. 189 Autofahrer wurden mit zu hohem Tempo erwischt. 29 von ihnen müssen mit Bußgelder rechnen, drei sogar mit Fahrverboten. Negativrekord im Kreis Höxter: Ein Fahrer aus Dortmund wurde mit Tempo 146 auf der B 64 gemessen. Erlaubt waren 100 Stundenkilometer.
In Minden-Lübbecke war laut Polizei fast jedes 14. Fahrzeug zu schnell. Insgesamt wurden 399 Fahrzeuge mit zu hohem Tempo angehalten. Zehn Fahrer erwarten jetzt Fahrverbote. Trauriger Rekordhalter: Ein 31-Jähriger, der mit Tempo 120 bei erlaubten 70 gemessen wurde. Wegen eines ähnlichen Verstoßes war er der Polizei bereits vor einem Jahr ins Netz gegangen.
In Paderborn kontrollierten die Beamten die Geschwindigkeit von 23.977 Autos. 183 davon waren zu schnell unterwegs.
"Heute war ein guter Tag für die Verkehrssicherheit. Mit der Aktion haben wir unser Ziel erreicht. Bedingt durch die zahlreichen Kontrollaktivitäten sind die allermeisten Autofahrer diszipliniert und mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs gewesen", sagte Polizeidirektor Andreas Krummrey.