Sonnabend, 26.05.2012
Homepage-Ticker | RSS | Twitter | Impressum | Kontakt | AGB | Mediadaten


Schrift

23.02.2012
BORGHOLZHAUSEN
Weiter Rätsel um Arbeitsblatt mit Nazi-Symbolen
Schüler sprechen sich gegen Rassismus aus

"Anleitung für ein Referat"

Borgholzhausen/Werther (gri). Die Schüler und Lehrer der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule in Borgholzhausen und Werther (Kreis Gütersloh) sammeln seit Monaten Unterschriften für das Projekt "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Dabei geht die Schule eine Selbstverpflichtung ein, mindestens einmal in Jahr ein Konzept zum Thema Diskriminierung umzusetzen. Der Anstoß dazu kam von den Schülern in Werther. Gabriele Sonnenberg vom Integrationsbüro in Bielefeld koordiniert das Projekt in Ostwestfalen-Lippe und bietet den teilnehmenden Schulen eine Vernetzung und Beratung an. 35 Schulen sind bereits Projektpartner.

Am 12. Februar verkündete die Schülervertretung im Internetauftritt der Gesamtschule, dass sich 80 Prozent der Schüler und Lehrer per Unterschrift für die Teilnahme an dem Projekt ausgesprochen haben – mindestens 70 Prozent sind dazu notwendig. Neun Tage später wurde ein Geschichtslehrer, der in Borgholzhausen unterrichtet, bei der Bezirksregierung in Detmold persönlich zum Rapport gebeten und mit sofortiger Wirkung vorläufig suspendiert, weil er Schülern der neunten Klasse ein Arbeitsblatt mit "nationalsozialistischen Symbolen", so die Erklärung der Bezirksregierung, an die Hand gegeben hatte.

Nach Erkenntnissen dieser Zeitung hat Karsten Wilke von der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus der Schule bereits seine Unterstützung angeboten. Schulleiterin Ursula Husemann will den Vorfall nicht kommentieren und die Ermittlungen der Bezirksregierung abwarten. Auch von Seiten der Eltern, die den Fall ins Rollen gebracht haben, war bis Mittowchabend keine Stellungnahme zu erhalten.

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
@Ari Keezel: Sie verstehen das Problem nicht. Eben durch das, was dieser Lehrer tut, wird das, was Sie versuchen zu vermitteln, unterstützt. Auch wenn es vielleicht ein wenig überzogen war. Dadurch, dass diese Verurteilungen in völliger Unkenntnis der Sachlage vorgebracht wurden, bekommen wir genau das, was Sie und wir alle nicht wollen, nämlich braunes verdecktes Gedankengut. Nur der offene Umgang damit - auch und gerade in der Schule - verhindert, dass es jemals wieder so etwas in Deutschland gibt. Wenn Lehrer aber Angst haben müssen, dass sie ihren Job verlieren, wenn sie dieses Thema satirisch und provokant ansprechen, erreichen wir genau das Gegenteil des Gewünschten.
Ihre Beiträge sind daher inhaltlich zwar völlig richtig, aber leider in diesem speziellen Fall "Thema verfehlt!".

@HaJo
Das Wort Sippenhaft stammt nicht aus meiner Feder und auch nicht aus meinen Gedanken.
Das ist Ihre Kreation.
Ich habe den Eindruck Sie fühlen sich persönlich angegriffen.
Lehrer haben nicht nur die private Eigenverantwortung zu vertreten, sondern auch die Öffentliche. Der Staat hat sie dazu angestellt bzw. verbeamtet. Lehrer sollen Menschen pädagogisch schulen und eine Gesinnung fördern, die sich unmißverständlich gegen Exstremismus aufstellt.
Ich glaube, die Folgen Nationalsozialistischen Gedankenguts ist wohl teilweise in der Gesellschaft verblasst.
Die vielen Toten und Opfer dieser Diktatur wird niemand wegreden oder verharmlosen können.
Und Worte wie: In anderen Ländern ist das auch passiert rechtfertigen es nicht, daß so etwas passiert ist.
Ich verweise auf die jüngsten Opfer dieser Nazi-Horde.
Die Opfer, die Bundesregierung und alle Parteien haben hierzu ja Gestern deutliche Worte gesprochen.
Es fängt immer im Kleinen an. Indem man etwas denkt ausspricht und tut, was Unüberlegt oder Dumm gewesen ist. Aus Unwissenheit oder wie auch immer.
Das ist Menschlich. Aber jeder muß auch wissen, wo die Grenzen sind.
Und Entscheidungen oder möglicher Weise Urteile die treffen nicht die Eltern oder sonst irgendjemand hier auf der NW Kommentatorenliste, die sich dazu berufen fühlen! Und schon gar nicht ich.
Gestern hat der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Thierse noch im Fernsehsender Phönix berichtet, dass in der Bevölkerung 20 Prozent der Meinung sind, das sei ja alles gar nicht so schlimm mit dem Rechtradikalismus. Und es sei erschreckend, wie tief diese Meinung doch in der Bevölkerung noch zu finden sei. Die Mordserien, die in jüngster Zeit an Ausländer mit einer Schweigeminute und mit den Ansprachen der Regierung und den betroffenen Familien gemacht wurden, sollten allen Menschen zu denken geben, das dieses Thema Nationalsozialismus und den Umgang damit gerade in Schulen ein besonderes Gewicht hat.
Ich respektiere Ihre Meinung deshalb gerne. Und hoffe, dass die Auseinandersetzung damit zu einer guten und positiven Entwicklung in unseren Staat und in unserer Gesellschaft führt.

@HaJo:schrieb am 23.02.2012 20:36 Uhr:

Dieser Beitrag findet meine volle Zustimmung!

Hajo schrieb: "[...] möchte man nicht den Eindruck verstärken, es seien wieder diktatorische Ansätze, diesmal unter politisch-korrekter 'demokratischer' Aufgeregtheit unterwegs."

Diese diktatorischen Ansätze sind in D schon lange unterwegs. Nur diesmal kommen sie von der anderen (Straßen-)Seite als vor 80 Jahren !!

@NW: Wenn Sie diesen Kommentar zensieren, weiß ich zumindest auf welcher Straßenseite sie stehen.

@Ari Keezel schrieb am 23.02.2012 11:39 Uhr:
"Und wer da die Grenzen überschreitet, braucht Maßregelungen."
Welche Grenzen? Wer legt die fest? Eine Mutter, die gleich "braun" sieht? Eine Bezirksregierung, die gleich suspendiert? Ein Leserbriefschreiber, der gleich das ganze Kollegium in Sippenhaft nehmen will (Ari Keezel)?
Und wer ist BESSER als andere, um zu maßregeln? Und zwar zu maßregeln, BEVOR irgendetwas geklärt worden ist!
Ich fände es sehr sehr angebracht, den Ball deutlich flacher zu halten, möchte man nicht den Eindruck verstärken, es seien wieder diktatorische Ansätze, diesmal unter politisch-korrekter "demokratischer" Aufgeregtheit unterwegs.



 Seite 1 von 4
weiter >
  >>



Anzeige
Weitere Nachrichten aus OWL
OWL
Westfalen kommt in Schulbüchern kaum vor
Wie wichtig es offenbar ist, den Blick NRWs – wie an diesem Wochenende – öfter nach Ostwestfalen-Lippe zu lenken, zeigt eine Studie, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vorgelegt hat. mehr

MINDEN
Korrupter Beamter in Minden kassiert Asylbewerber ab
Ein leitender Mindener Beamter ist wegen Korruption zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er soll von Asylbewerberinnen eine stattliche Summe Geld für Hilfe im Asylverfahren kassiert haben. mehr


HERFORD
"Chefsekretärin" gesucht: Männlicher Bewerber fühlt sich diskriminiert
Ausgerechnet ein Personaldienstleister hat bei einer Stellenausschreibung eine Bestimmung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) verletzt und die Position einer Chefsekretärin nur in der weiblichen Form ausgeschrieben. mehr

BIELEFELD
Ex-Armine Oliver Kirch heiratet Model Jana Flötotto kirchlich
Oliver Kirch, Ex-Fußballer von Arminia Bielefeld, und das Model Jana Flötotto haben sich in Gütersloh trauen lassen und in der Orangerie von Schloss Rheda kräftig gefeiert. mehr



Anzeige


Anzeigen

Fotos aus OWL
Bad Oeynhausen: 29. Nationaler Stadtlauf
Bad Oeynhausen: 29. Nationaler Stadtlauf
Herzebrock-Clarholz: Unfall mit sechs Verletzten
Herzebrock-Clarholz: Unfall mit sechs Verletzten
Espelkamp: Saisonstart im Waldfreibad
Espelkamp: Saisonstart im Waldfreibad
Höxter: Kollision auf der Kreuzung
Höxter: Kollision auf der Kreuzung
Bad Oeynhausen: Fußball-Turnier der Grundschul-Mädchen
Bad Oeynhausen: Fußball-Turnier der Grundschul-Mädchen
Entrup: Aussichts- und Telegrafenturm eingeweiht
Entrup: Aussichts- und Telegrafenturm eingeweiht


Videos
Regionale Wirtschaft
RÖDINGHAUSEN: Das längste Solarmodul der Welt
Solarenergie gewinnt an Bedeutung, soll die Energiewende forcieren – und wurde nun Ziel einer technologischen Innovation. Einem von der... mehr

BIELEFLD: Dr. Oetker übernimmt tunesisches Nahrungsmittelunternehmen
Dr. Oetker steigt in den nordafrikanischen Nährmittelmarkt ein. Der Bielefelder Lebensmittelkonzern habe die Mehrheit an dem tunesischen... mehr

BIELEFELD: Begegnungswoche der Bielefelder Industrie- und Handelskammer
Im vergangenen Jahr drehte sich die alljährliche "Internationale Begegnungswoche" der Bielefelder Industrie- und Handelskammer um die ASEAN-Staaten im... mehr

BIELEFELD: Große Chancen für Lehrstellensuchende
Jugendliche, die in diesem Jahr noch einen Ausbildungsplatz in Ostwestfalen suchen, sind am 12. Juni zu "Speed-Datings" eingeladen. Interessenten... mehr

Entlassungen bei Premiummöbel-Hersteller Interlübke
Rheda-Wiedenbrück (lnw). Trotz Aufwärtstrends will der Premiummöbel-Hersteller Interlübke den Betrieb umstrukturieren und bis Jahresende 40 der knapp... mehr


Kultur
Theater verzaubert die Paderstadt
Paderborn. Das neue Theater Paderborn war bis Freitagabend Gastgeber des 28. professionellen Kinder- und Jugendtheatertreffens NRW "Westwind". Elf... mehr

PADERBORN: Trügerische Paradiese des William Turner in Paderborn
Paderborn-Schloß Neuhaus. Er war einer der mobilsten Künstler seiner Zeit, skizzierte unermüdlich auf seinen Reisen und rückte die Landschaftsmalerei... mehr

DETMOLD: Detmold als Freilichtbühne
Detmold (nw). Die Stadt aus ganz neuen Blickwinkeln zu erleben: Dazu lädt das Europäische Straßentheaterfestival in Detmold ein. Über Pfingsten wird... mehr

GÜTERSLOH: Liz Mohn feiert 25 Jahre Wettbewerb "Neue Stimmen"
Vor 25 Jahren hat Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn den Wettbewerb "Neue Stimmen" für den Opernachwuchs ins Leben gerufen. Das soll gefeiert werden:... mehr

Literarisches Staraufgebot
Wuppertal (dpa). Mit hochkarätigen Autoren feiert die Wuppertaler Literatur Biennale 2012 Premiere. Gäste des neuen Literaturfestivals vom 6. bis 16.... mehr