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23.02.2012
OWL
Landesregierung will Großbäckereien genauer unter die Lupe nehmen
Hygiene-Zustand wird besser erfasst
VON KARL-HENDRIK TITTEL

Einwandfrei | FOTO: KARL-HENDRIK TITTEL

Bielefeld/Kirchlengern. Der Hygieneskandal bei der bayrischen Großbäckerei Müller Brot hat so manchem Verbraucher den genussvollen Biss in das Frühstücksbrot verdorben. Alarmiert von den unappetitlichen Vorgängen, hat die NRW-Landesregierung nun angekündigt, Großbäckereien genauer unter die Lupe zu nehmen.
Das Ziel: ein besserer Überblick von den hygienischen Zuständen in den Betrieben. "Der Fall von Müller Brot war für uns der Auslöser eine Art Bestandaufnahme anzustoßen", sagt Stephan Malessa, Sprecher des NRW-Verbraucherschutzministeriums. Fälle gravierender Hygienemängel seien zurzeit im Land nicht bekannt.

Die Kontrollen sollen wie üblich von der Lebensmittelüberwachung der Kreise und Städte vor Ort durchgeführt werden. Und zwar im gewohnten Turnus. Sonder-Kontrollen seien nicht zu erwarten. "Allerdings sollten die Großbetriebe, die im vergangenen Jahr nicht kontrolliert wurden, so schnell als möglich Besuch von der Lebensmittelüberwachung bekommen", so Malessa. Für den Verbraucher könnte das am Ende mehr Transparenz bedeuten.
Und die fehlt bisher, sagt Bernhard Burdick von der Verbraucherzentrale NRW. "Das Gros der Branche sollte doch ein Interesse daran haben, dass die Ergebnisse der Hygiene-Kontrollen veröffentlicht werden." Und jeder Kunde könnte so schauen, wie "sein Bäcker abgeschnitten" hat.

Im Fall der Bäckerei Brunshus aus Kirchlengern (Kreis Herford) fiel das jüngste Kontrollergebnis weniger gut aus. Gravierende hygienische Mängel führten dazu, dass Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung des Kreises den 1910 gegründeten Betrieb stilllegten. Der Inhaber Günter Brunshus bekam Hygiene-Auflagen erteilt – entschied sich aber für die endgültige Geschäftsaufgabe, auch der Filialen in Bielefeld-Jöllenbeck, Halle und Werther sowie der zurzeit geschlossenen Mensa des Marktgymnasiums in Bünde. Bereits im Oktober habe es die jetzt vorgefundenen hygienischen Mängel gegeben, sagt Wolfgang Kuhlmann, Sprecher des Kreises Herford. Die Vorfälle bei Müller Brot hätten aber nicht die Kontrollen bei Brunshus angeregt und würden auch nicht zu vermehrten Kontrollen im Kreis führen.

Zweimal im Jahr, so oft wird eine Bäckerei im Durchschnitt kontrolliert, sagt Ivo Luecke, Leiter der Lebensmittelüberwachung Bielefeld. Für jeden Betrieb existiert eine Risikobewertung, auf dessen Grundlage die Anzahl der Kontrollen festgelegt werden. "Es sind viele Mechanismen, die da ineinandergreifen – wir kennen unsere Pappenheimer", so Luecke.

Kommentare
@Anwohner .... ja, und heute schaffen wir es mit Sagrotan und Papiertüte bis zur ersten Krebszelle.
Aber soweit kommt die Jugend ja gar nicht. MC D*** und Alkohol helfen schon vorzeitig.
Papiertüte mit den Handschuhen anfassen lassen ..... ich glaubs nicht!

@Zeitungsleser:

Ja, toll - früher sind die Leute auch schon mit 30 gestorben - warum sollen wir uns denn am unteren Ende der Messlatte orientieren?
Achso, wegen der armen Leute die es nicht besser wissen oder besser wollen?

Ich glaube, ich mache meinen Job in Zukunft auch scheiße und sub-Standard. Wenns ich jemand beschwert verlange ich Verständnis.....
Verdammt noch mal - Verständnis wofür? Für Ignoranz, Schlendrian und Unfähigkeit? Abgelehnt!

Oh maaan das Brot von Brunshus schmeckte einfach am allerbesten! So eins werde ich nie wieder finden ;-(

lieber willi, einen Namen zu nennen wäre ja schön gewesen, denn es ist ja wikrlich ekelerregend, was uns so manchmal auf dem Tablett serviert wird. Und wenn die Behörden schon dabei sind, wäre es doch sinnvoll die Supermärkte mal zu kontrollieren, alleine was die Tielfkühlkost angeht, da steht die Ware, wie heute wieder im Supermarkt in Bielefeld stundenlang in der" Sonne" äh, im Gang.

Die staatlichen Behörden sollten für mehr Transparenz sorgen und alle Untersuchungsergebnisse im Netz veröffentlichen, denn schließlich geht es um die Gesundheit von uns Bürgern. Sollten datenschutzrechtliche Gründe entgegenstehn, dann müssen die Gesetze halt geändert werden.



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