Bielefeld/Kirchlengern. Der Hygieneskandal bei der bayrischen Großbäckerei Müller Brot hat so manchem Verbraucher den genussvollen Biss in das Frühstücksbrot verdorben. Alarmiert von den unappetitlichen Vorgängen, hat die NRW-Landesregierung nun angekündigt, Großbäckereien genauer unter die Lupe zu nehmen.
Das Ziel: ein besserer Überblick von den hygienischen Zuständen in den Betrieben. "Der Fall von Müller Brot war für uns der Auslöser eine Art Bestandaufnahme anzustoßen", sagt Stephan Malessa, Sprecher des NRW-Verbraucherschutzministeriums. Fälle gravierender Hygienemängel seien zurzeit im Land nicht bekannt.
Die Kontrollen sollen wie üblich von der Lebensmittelüberwachung der Kreise und Städte vor Ort durchgeführt werden. Und zwar im gewohnten Turnus. Sonder-Kontrollen seien nicht zu erwarten. "Allerdings sollten die Großbetriebe, die im vergangenen Jahr nicht kontrolliert wurden, so schnell als möglich Besuch von der Lebensmittelüberwachung bekommen", so Malessa. Für den Verbraucher könnte das am Ende mehr Transparenz bedeuten.
Und die fehlt bisher, sagt Bernhard Burdick von der Verbraucherzentrale NRW. "Das Gros der Branche sollte doch ein Interesse daran haben, dass die Ergebnisse der Hygiene-Kontrollen veröffentlicht werden." Und jeder Kunde könnte so schauen, wie "sein Bäcker abgeschnitten" hat.
Im Fall der Bäckerei Brunshus aus Kirchlengern (Kreis Herford) fiel das jüngste Kontrollergebnis weniger gut aus. Gravierende hygienische Mängel führten dazu, dass Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung des Kreises den 1910 gegründeten Betrieb stilllegten. Der Inhaber Günter Brunshus bekam Hygiene-Auflagen erteilt – entschied sich aber für die endgültige Geschäftsaufgabe, auch der Filialen in Bielefeld-Jöllenbeck, Halle und Werther sowie der zurzeit geschlossenen Mensa des Marktgymnasiums in Bünde. Bereits im Oktober habe es die jetzt vorgefundenen hygienischen Mängel gegeben, sagt Wolfgang Kuhlmann, Sprecher des Kreises Herford. Die Vorfälle bei Müller Brot hätten aber nicht die Kontrollen bei Brunshus angeregt und würden auch nicht zu vermehrten Kontrollen im Kreis führen.
Zweimal im Jahr, so oft wird eine Bäckerei im Durchschnitt kontrolliert, sagt Ivo Luecke, Leiter der Lebensmittelüberwachung Bielefeld. Für jeden Betrieb existiert eine Risikobewertung, auf dessen Grundlage die Anzahl der Kontrollen festgelegt werden. "Es sind viele Mechanismen, die da ineinandergreifen – wir kennen unsere Pappenheimer", so Luecke.
Aber soweit kommt die Jugend ja gar nicht. MC D*** und Alkohol helfen schon vorzeitig.
Papiertüte mit den Handschuhen anfassen lassen ..... ich glaubs nicht!