Löhne. Es ist einer der größten Aufträge der letzten Jahre für Nolte-Küchen. Löhnes größter Arbeitgeber liefert 1.058 Küchen für eine Luxuswohnanlage in die türkische Metropole Istanbul.
Von ein paar Wohnblocks könne bei der Wohnanlage "Exen", die direkt am Bosporus liegt, nicht gesprochen werden. "Auf Löhner Verhältnis übertragen ist Exen wie ein kleiner Stadtteil", sagt Nolte-Geschäftsführer Hans-Hermann Hagelmann. Golfplatz und Kinderspielzone inbegriffen.
Die Eigentumswohnungen, die zurzeit mit Blick auf den Bosporus – die Meerenge, die Europa von Asien trennt – entstehen, kosten im Durchschnitt zwischen 800.000 und einer Million Euro. In hochwertige Wohnungen gehören auch hochwertige Küchen. Made in Germany. "Wir sind mit einem Marktanteil von 36 Prozent Marktführer der deutschen Küchenhersteller in der Türkei", sagt Marketingleiter Martin Lichte.
Deutsche Markenprodukte seien in der Türkei äußerst beliebt. "Durch unseren eigenen Vertrieb und unsere eigene Verkaufsmannschaft haben wir die Marke Nolte in der Türkei sehr gut etabliert", so Hagelmann.
Flexibilität ist gefragt
Die ersten Küchen sind bereits ausgeliefert. Bis zum Ende des Jahres sollen alle Küchen in den Wohnungen in Istanbul aufgebaut sein. Allerdings werden die Küchen nicht kontinuierlich abgerufen. "Immer dann, wenn wieder ein gewisse Menge Wohnungen fertig ist, werden die nächsten Küchen abgerufen. Da muss man als Hersteller schon flexibel sein", so Lichte.
Für das Löhner Unternehmen war es nicht erforderlich, das deutsche Küchendesign der türkischen Kultur anzupassen. "Unsere türkischen Kunden sind im Geschmack absolut europäisch", sagt Hagelmann. Das liege auch an den vielen Türken, die in Deutschland aufgewachsen sind und jetzt gut ausgebildet in der Türkei arbeiten. "Die Türkei ist ein Boomland. Aber wenn ich sage, dass die uns in zehn Jahren überholt haben werden, ernte ich böse Blicke", sagt der Geschäftsführer lachend.
Nolte hat sich nicht nur in der Türkei gut entwickelt. Das Unternehmen legte 2011 im Export um acht Prozent zu, vier Prozent mehr als im Branchenschnitt. "Gut entwickelt haben wir uns zum Beispiel auch in Indien und China. Gegen den Trend ist uns das auch in England gelungen", erklärt Hagelmann.
Allerdings gibt es auch Länder, wo noch keine Erholung abzusehen ist. "Spanien fällt nicht mehr ganz so schlimm. Aber da wird es nicht wirklich besser." Und auch die USA seien von einer Erholung weit entfernt. Schwach ist auch der Markt in den Niederlanden.
Umso wichtiger seien Exporterfolge in boomenden Ländern wie der Türkei. Dort rechnet sich Nolte noch eine Menge aus.