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31.05.2012
BAD OEYNHAUSEN
Feuerwehr rettet Pferde vorm Verdursten
Tierhalter soll schon mehrfach auffällig geworden sein
VON PETER STEINERT

Vorsicht, unterversorgt | FOTO: PETER STEINERT

Bad Oeynhausen. Tierschützer schlagen Alarm. Zum wiederholten Mal kritisieren sie einen Pferdehalter, der seine Tiere in Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) vernachlässigt haben soll. Am Pfingstsonntag ergriffen die Tierschützer um Carsten Schöning erneut die Initiative, nachdem auf zwei Weiden Ponys, Pferde und Esel tagelang kein Wasser erhalten hatten. Erst die Feuerwehr füllte die leeren Wasserbehälter auf. Schöning: "Da waren einige Tiere definitiv in Lebensgefahr."

Feuerwehrchef Erwin Harbsmeier bestätigt den Einsatz an diesem sonnigen und warmen Pfingstwochenende. "Wir sind mit einem Löschwagen zu den betreffenden Wiesen gefahren und haben mehrere Behälter beidseitig der Großen Heide mit etwa 1.000 Litern Wasser gefüllt. Die Tiere sind dann auch gleich gekommen und haben getrunken."

Für Carsten Schöning ist das Verhalten des Tierhalters nicht nachvollziehbar: "Der Mann ist von der Polizei aufgefordert worden, seiner Pflicht nachzukommen. Das hat er nicht gemacht. Das ist umso unverständlicher, weil sich unter den zehn Pferden, Ponys und Eseln auch einige Jungtiere befanden." Nach Auskunft Schönings hätte auch ein trächtiges Muttertier mit dickem Bauch zur Gruppe gehört: "Das war stehend k. o.".

Gravierende Mängel machen die Aktivisten aber nicht nur beim Halter der Tiere, sondern auch beim Kreisveterinäramt des Kreises aus. Das wird sich mit einer Strafanzeige beschäftigen müssen, die die Tierschützer vergangene Woche unter anderem wegen Untätigkeit der Behörde gestellt hatten (die NW berichtete vergangenen Samstag).

Die Anzeige hat es in sich: Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz Paragraph 17, gegen die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten, gegen die Tierschutztransportverordnung, wegen grenzüberschreitender Seuchenausbreitung und wegen dem Handel beziehungsweise der illegalen Schlachtung mit nicht registrierten Pferden ohne Equidenpass.

Behörde soll untätig geblieben sein

Auch am vergangenen Sonntag soll die Behörde untätig geblieben sein. "Ich habe versucht, den Notdienst des Kreisveterinäramtes zu erreichen. Doch angeblich existiert dieser Notdienst an Wochenenden gar nicht mehr", sagt Carsten Schöning, der diese Regelung nicht akzeptiert: "So etwas, das gibt es doch gar nicht."

Seit Dienstag ist das Amt auf dem Laufenden. Feuerwehrchef Erwin Harbsmeier: "Nach dem Einsatz haben wir das Kreisveterinäramt informiert." Das bestätigt Kreissprecher Oliver Roth: "Der Halter ist uns bekannt. In der Vergangenheit gab es Kontrollen. Dabei wurden auch Fotos gemacht." Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld. Deren Akten dürften demnächst wachsen. Carsten Schöning: "Nach dem vergangenen Wochenende sind mehrere Strafanzeigen in Vorbereitung."

Der Pferdehalter wehrt sich mit Vehemenz: "Das sind gar nicht meine Tiere. Die Weiden habe ich nur angepachtet. Außerdem wohne ich gar nicht mehr in Bad Oeynhausen." Auch er habe jetzt Anzeige erstattet, nachdem er auf der Weide an der Großen Heide einen Tierschützer entdeckte. "Der hatte vergangenen Sonntag aus denBehältern das ganze Wasser für die Tiere abgelassen."


KOMMENTAR

Zum Disput zwischen Tierhalter und Tierschützern

Unüberschaubare Formen, verhärtete Fronten

PETER STEINERT

Der Disput zwischen einem Pferdehalter und Tierschützern nimmt zunehmend unüberschaubare Formen an. Seit mehr als einem Jahr stehen sich die beiden Seiten unversöhnlich gegenüber. Erst am vergangenen Wochenende musste die Feuerwehr ausrücken, um Pferde, Ponys und Esel mit Wasser zu versorgen.
Höchste Zeit, dass das Veterinäramt des Kreises Klartext spricht. Das jedoch soll mit dem Halter kooperiert haben, indem es ihm verwahrloste Tiere aus anderen Beständen zur Pflege übergab.
Einerseits ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen den Tierhalter. Der hat andererseits bei der Kripo Bad Oeynhausen einen Diebstahl zur Anzeige gebracht, nachdem ihm im April zwei Pferde abhanden gekommen sind.
Die Fronten – soviel ist klar – bleiben verhärtet.

Und Ihre Meinung? Senden Sie eine Email an peter.steinert@ihr-kommentar.de oder hinterlassen Sie uns direkt Ihren Kommentar mit Hilfe der untenstehenden Kommentarfunktion.

Kommentare
@ Christian W.
Wenn sie den das so sehen. :)
Ich werde jetzt auf jeden Fall unsere welt mit ganz anderen Augen sehen, wenn ich mit meinen Kind ein Pony besuchen gehe oder wir die Nachbarskatze streicheln. :)

Übrigens habe ich mit meiner Tochter mal diesen Text gelesen, und sie haben recht. Es ist nicht so einfach ihn zu verstehen.
Meine tochter ist knapp 8 Jahre alt und lernt zur Zeit in der Schule (2.Klasse)Texte zum lesen und verstehen. ;)

@KaBiAn
Ich brauche keine Phantasie, ich kann lesen! Und das hier waren genau Ihre Worte:

Man kann viellerlei Dingen annehmen, ohne sie zu besitzen. In diesem Fall war die Fürsorge der Pferde gemeint.

Annahme ist aber das in Besitz nehmen einer Sache! damit ist man aber nicht Eigentümer, und ungerechtfertigte Inbesitznahme nennt man Diebstahl!
Informieren Sie sich, bevor Sie diskutieren wollen, und überlegen Sie vorher, was Sie schreiben!
Sie haben selber China aols leuchtendes Vorbild dargestellt, und das ist nun einmal Kommunismus! Und wenn Sie hier propagandieren, dass man Pferde einfach so in seinen Besitz bringen darf, wenn man es für richtig erachtet, propagandieren Sie den im Kommunismus so viel zitierten Volksbesitz!
Ist eigentlich ganz einfach, aber wie gesagt, sie rufen hier zu ungerechtfertigten Inbesitznahme von Pferden auf, und stehen nicht einmal dazu!

@ Christian W.
Jetzt Eigentum und Besitz? Wo haben sie das in meinem Text gelesen?
Ich habe sie zitiert. Das sind diese Sätzchen in Anführungsstrichen!
Sie haben eine merkwürdige Art zu schreiben. Erst legen sie mir ihre Worte in den Mund die ich nie geschrieben habe, und dann wollen sie auch noch das ich mich für ihre Worte verteidige?

Aber noch einmal:
Ich habe nie Behauptungen über Kommunismus, (Volks)Eigentum noch über Besitz getätigt.

Meine Worte waren annehmen und Fürsorge. Aber ich muß zugeben, sie haben seeehhhhr vieeeel Fantasie.

KaBiAn...nette Ausreden! Stehen Sie doch einfach zu Ihren Worten, dann bedarf es auch keiner Extra-Zeilen! Ach ja... Eigentum und Besitz ist was völlig Unterschiedliches... lesen Sie mal nach!

@ Christian W. schrieb:
"...und Sie kommen mit Arbeitern in Nepal, die wohl Ihre Sänfte schleppen mußten..."

Da haben sie nicht ganz unrecht. in Nepal ist es üblich, den König und Götter in Sänften zu tragen. Allerdings werde ich wohl kaum diesen Status erlangen.
Aber es ist bei allen Bürgern Tradition nach dem Sterben, auf einem Bambusgestell zur Verbrennungsstätte getragen zu werden. Es kann durchaus sein, das mir diese Ehre zuteil wird. Ich werde mich bemühen, trotz meines Zustandes, dann diese Momente zu genießen. :)



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