Stemwede. Von einer systematischen Bodenuntersuchung erhoffen sich Land, Bezirksregierung und Kreis neue Erkenntnisse über die Ursachen der PCB-Belastung bei Bio-Eiern auf einem Geflügelhof in Stemwede (die NW berichtete ausführlich). Zu Beginn der Probenentnahme informierten jetzt Petra Günther vom beauftragten Institut für Umwelt-Analyse (IFUA) in Bielefeld und Vertreter des Kreises Minden-Lübbecke über Vorgehen und Zeitplan.
"Futter, Wasser und Einstreu sind aus dem Verdacht raus", erläuterte Petra Günther am Montag. "Aus den Ad-hoc-Bodenproben des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ließ sich nicht wirklich die Ursache ableiten." Dazu seien in einer zunächst orientierenden Untersuchung zu wenig Proben entnommen worden, deren Ergebnisse dann nicht stimmig gewesen seien.
Die Diplom-Biologin und ihr Mitarbeiter Benno Pieper werden jetzt den Boden des gesamten Geflügelhofs eingehend untersuchen. "Dabei werden wir uns in Sektoren von den einzelnen Ställen wegbewegen." Berücksichtigt werden auch die unauffälligen Ställe. Entnommen werden so genannte flächenbezogene Mischproben. Was dabei zu beachten sei, regele das Bodenschutzrecht, so die vereidigte Sachverständige. Drei bis fünf Tage werde die sehr differenzierte Fleißarbeit dauern, schätzt die Fachfrau.
Säuregrad des Bodens wird ermittelt
Untersucht werden die Proben anschließend in einem nach Bodenschutzrecht anerkannten Labor in Herten auf Dioxine und dioxinähnliche PCBs. Um ein umfassendes Bild zu erhalten, werde ferner der Säuregrad des Bodens und eine eventuelle Belastung mit Schwermetallen ermittelt, erläutert die Diplom-Biologin. Zirka zehn bis 14 Tage werde es dauern, bis die Daten vorlägen. Dann brauche sie noch einige Tage zur Bewertung. Sollten sich Hinweise ergeben, dass der Boden kein gewachsener Boden sei, würde die Aufgabe gegebenenfalls erweitert. Günther: "Ich hoffe, dass wir Mitte Juli mehr wissen."
"Für uns geht es noch einmal um eine Abklärung", erläutert Lothar Meckling. Die Ergebnisse der ersten Untersuchungen durch das LANUV hätten nicht mit den Belastungen in den Eiern übereingestimmt, erinnerte der stellvertretende Leiter des Kreis-Umweltamtes. "PCB ist ein komplexes Thema, vielleicht finden wir die Ursache auch gar nicht", dämpfte Meckling die Erwartungen.
Die Eier der rund 8.500 Hennen aus konventioneller Haltung darf der Hofbesitzer verkaufen. "Sie lagen immer unter dem Grenzwert", informierte Dorothea Wöhrmann von der Pressestelle des Kreises. Die Eier würden weiter untersucht. Dabei würden die Abstände größer, weil es keine Auffälligkeiten gebe. Die Hühner aus dem konventionellen Betrieb lebten derzeit im Stall und liefen nicht auf den Freiflächen.
Bio-Eier gebe es zurzeit nicht, da sich die rund 24.000 Bio-Hühner in der Mauser befänden, erklärte Dorothea Wöhrmann. "Die Mauser dauert sechs bis acht Wochen. Wenn die Bio-Hühner wieder legen, wird die Beprobung der Eier mit dem Kreisveterinäramt abgestimmt", erläuterte Lothar Meckling und lobte: "Der Hofbesitzer ist sehr kooperativ."