Detmold. Für acht Jahre muss ein 39-jährigen Familienvater aus Schieder-Schwalenberg (Kreis Lippe) wegen schweren sexuellen Missbrauchs ins Gefängnis. Er hatte sich an drei seiner sieben Kinder vergangen.
"Dieses Verfahren hat alle Dimensionen gesprengt. Das erste Mal in meiner langjährigen Tätigkeit ist eine Mutter mitangeklagt. Bei sieben Kindern haben die Angeklagten in ihrer Verantwortung als Eltern gründlich versagt", brachte Staatsanwältin Gisela Brinkforth-Pekoch es auf den Punkt. Der Angeklagte, der zunächst alles abgestritten hatte, gab gestern zu, seine Töchter (15 und 9) und seinen 7-jährigen Sohn mindestens 14 Mal sexuell missbraucht zu haben. Die Mutter (36) sah dem Treiben tatenlos zu. Sie wurde wegen Beihilfe zu drei Jahren Haft verurteilt.
Mit dem Geständnis ersparte der Täter den Kindern eine Aussage im Detail. Das Geständnis wurde vom Gericht ebenso strafmildernd berücksichtigt wie das Gutachten des Sachverständigen Horst Sanner, der dem Angeklagten mit einem IQ von unter 70 eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit bescheinigte.
Die Kinder konnten sich zuhause nie sicher fühlen, mussten jederzeit mit sexuellen Übergriffen rechnen. Sogar die großen Brüder (16 und 12) leitete der Vater an, sich an den kleineren Geschwistern zu vergehen.
Die Mutter bestritt zunächst, etwas bemerkt zu haben und gab dann nach und nach zu, in "ein oder zwei Fällen" dazugekommen zu sein. "Die Kinder, die bei jeder Gelegenheit missbraucht wurden, haben sich hilfesuchend an ihre Mutter gewandt. Es kam aber nichts", machte Rechtsanwältin Anke Reese, die den Opfern zur Seite steht, deutlich. Statt ihrer Schutzpflicht nachzukommen, habe die Angeklagte den Täter geschützt.
Rechtsanwalt Jürgen Bogner, der die Mutter vertrat, sah auch sie als Opfer. Sie habe sich an den Taten nicht beteiligt. Sie sei ein Heimkind und habe Angst gehabt, Liebe, Ehe und Familie zu verlieren, wenn sie ihrem Mann Einhalt geboten hätte.
















