Bad Oeynhausen. "So einer wie ich kann auch in einer Nussschale die Welt retten." An Selbstbewusstsein mangelt es Bernd Strombärg nicht. Er selbst empfindet sich als großartig, seine Kollegen finden ihn unbeschreiblich. Tom Nagel stellt die Figur des wohl fieseten Chefs des deutschen Fernsehens so perfekt dar, dass selbst der Original-Stromberg, Schauspieler Christoph Maria Herbst, beeindruckt war. Herbst war der umjubelte Überraschungsgast bei der gestrigen Filmpremiere von "Strombärg", der Version des IKG-Literaturkurses, in der UCI-Kinowelt.
Dafür hatte Sponsor Sascha Walter gesorgt, der Christoph Maria Herbst zur Premiere eingeladen hatte. Und der war dann auch beeindruckt von der Qualität des Films. "Toll, wie alle die Rollen angenommen haben." Und für Hauptdarsteller Tom Nagel hatte der echte Stromberg ein Riesenlob parat: "Hier steht mein regulärer Nachfolger."
Fasziniert war Herbst dann sogar vom Abspann. Denn hinter den vielen Aufgaben und Jobs, die ein Filmset bietet, las er immer wieder die selben acht Namen – Johannes Wöpkemeier, Tom Nagel, Katharina Mengel, Cornelius Hoberg, Hannes Hansky, Marvin Neumann, Leo Gonzales-Schilder und Marcel Düsterhöft. "Diese Synergieeffekte sind super, das werde ich meinem Produzenten aber nicht verraten, hinterher muss ich bei uns auch noch das Catering machen", so Stromberg-Darsteller Herbst.
Begeistert nicht nur vom Film, sondern vor allem von Christoph Maria Herbst waren auch die Schülerinnen Carmen Rarog, Ronja Stanke und Alisa Kuznecova. "Der ist auch in Wirklichkeit so lustig, der verstellt sich nicht", findet Ronja. Und Carmen fügt hinzu: "Ich finde es total cool, dass Herbst hier ist." Ein großes Lob hat Alisa für Tom Nagel übrig: "Der hat die Rolle super gespielt."
Ein halbes Jahr haben die Schüler des Literaturkurses Medienwerkstatt der Jahrgangsstufen 11 und 12 an ihrer Version der Pro7-Serie gedreht. Und damit nicht getan: Sie haben sich um Sponsoren gekümmert, Drehorte wie die Johanniter Ordenshäuser akquiriert und sogar ein Sat1-Fernsehteam zweimal in die Kurstadt gelockt. Unterstützt wurden sie dabei von Lehrer Dr. Stephan Sperlich: "Größtenteils haben die Schüler völlig selbstständig gearbeitet".
Die Handlung verlegten die Schüler aus Strombergs Abteilungsleiterbüro bei einer Versicherungsgesellschaft ins Immanuel-Kant-Gymnasium. Strombärg ist dort stellvertretender Schulleiter mit Hang zu Höherem. Bei der nächsten Schulleiterwahl will er es nun endlich packen. Ein gewagtes Vorhaben bei seiner Einstellung: "Schule ist wie ein Castortransport. Man tut alles, damit das Scheißding vorbeirauscht, aber letztlich bringt es nix". Strombärg lässt Plakate und Autogrammkarten drucken und legt bei der Wahlkampfveranstaltung den großen Auftritt hin. Zwischendurch findet er aber noch genügend Arbeitszeit, um der Schulsekretärin Jennifer Schirrmann (dargestellt von Katharina Mengel) nachzustellen und sie sogar im Krankenhaus in den Weinkrampf zu treiben.
Bei der Wahl schließlich fällt Strombärg durch: Doch Strombärg wäre nicht Meister des fiesen Fachs, fiele ihm nicht noch eine nette kleinen Intrige ein.