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08.07.2012
DETMOLD - UPDATE: 13.55 UHR
Detmolderin verhindert Notlandung
Nadine Mengedoht leistet im Flieger auf dem Rückflug von Las Palmas medizinische Hilfe
VON KAROLINE HELMS

Helferin in der Not | Foto:helms

Detmold. Panikattacken bringen Herzrasen und Engegefühle in der Brust mit sich. Die Symptome können mit einem Infarkt verwechselt werden. Schlecht, wenn das im Flugzeug passiert. Gut, wenn eine Fachfrau da ist.

Nadine Mengedoht (21) hatte gerade ihren Urlaub auf Gran Canaria beendet und saß mit ihrer Schwester im Flieger auf dem Rückweg von Las Palmas. Da kam der Notruf vom Flugpersonal, denn einer Passagierin ging es schlecht. Möglicherweise müsse das Flugzeug deswegen notlanden.

Die medizinische Fachangestellte erinnert sich: "Am Anfang des Fluges, ein paar Reihen weiter vorne, hatte eine etwa 50-jährige Frau Herzrasen und Angst. Das habe ich zuerst gar nicht mitbekommen, weil ich Musik übr Kopfhörer gehört habe." Ihre Schwester habe auf die Anfrage des Flugpersonals nach medizinischer Hilfe aber sofort reagiert und ihre Schwester aufgefordert, sich zu melden. "Die Flugbegleiterinnen waren dankbar, dass da jemand ist, der helfen kann." Die Bordmannschaft sei zunächst mit dem Notfall überfordert gewesen, erinnert sich die Detmolderin.

"Ich habe als erstes mit der Frau gesprochen und gefragt, was ihr fehlt. Sie sagte, sie hätte Angst und wäre aufgeregt wegen des Fluges", erinnert sich Nadine Mengedoht. "Nach der Durchsage im gesamten Flugzeug stieg ihre Aufregung natürlich noch weiter an. Deshalb habe ich zunächst ihren Puls gemessen und sie versucht zu beruhigen. Der Puls war mit 160 Schlägen die Minute hoch, aber regelmäßig. Daher habe ich Herzrhythmusstörungen ausschließen können", so die 21-Jährige.

Eine Flugbegleiterin brachte ihr dann noch eine Blutdruckmanschette. "Der Blutdruck war hoch, 160 zu 95 hatte sie. Der Grenzwert liegt bei 140 zu 90", erklärt Mengedoht. "Vom Bordpersonal hat sie anschließend noch homöopathische Beruhigungstropfen bekommen. Danach wurde sie ruhiger." Die Detmolderin bot sogar noch an, später erneut den Blutdruck zu messen, doch die Passagierin erholte sich schnell. "In Hannover war sie dann wieder putzmunter", erinnert sich Nadine Mengedoht.

"Der Pilot war übervorsichtig und konnte die Situation nicht einschätzen. Vielleicht wäre es wirklich zu einer Notlandung gekommen. Aber genau weiß ich das natürlich nicht", so die 21-Jährige. Dank des Einsatzes der Detmolderin konnte der Pilot unbesorgt weiterfliegen, ohne auf dem Festland eine Zwischenlandung einzulegen.

Seit fast zwei Jahren arbeitet Nadine Mengedoht als medizinische Fachangestellte in der Kardiologie-Abteilung im Klinikum Lippe in Detmold. Davor hatte sie bereits eine dreijährige Ausbildung in einer Arztpraxis abgeschlossen.

In der ersten Version des Artikels wurde die Hilfeleistung von Nadine Mengedoht nicht richtig dargestellt. Wir haben den Text nun aktualisiert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen!

Kommentare
Und seit wann müssen Herzrhythmusstörungen mit einem unregelmäßigen Herzschlag einhergehen? Stichwort regelmäßige Schmalkomplextachykardie. Ich bin selber Notarzt und war natürlich in der Situation nicht dabei- aber eine Herzfrequenz von 160/min ist nicht einfach wegzudiskutieren- Flugangst hin oder her. Das war fahrlässig.

Auf der Internetseite der Lippischen Landeszeitung steht bereits ein korrigierter Artikel. Alles halb so schlimm, die Passagierin hatte etwas Flugangst ... das war alles.

Schlechte Zeitungsarbeit!

@LZ Leser: Danke für den Hinweis, wir haben's jetzt auch geändert.
Gruß, NW


Na da muss die Redakteurin aber mit Im Flieger gesessen haben: ich habe solche Vorfälle schon mehrfach im Flieger erlebt, dieser ist aber der Erste der es in die Zeitung geschafft hat. Das spricht natürlich nicht gegen die vorbildliche Leistung der Helferin, sondern höchstens gegen die Zeitung.

Hochachtung für die Frau, die Hilfe geleistet hat. Aber wirklich schlecht ist der Artikel. Man kann einfach nicht einen Herzinfarkt mit einem Blutdruckmessgerät ausschließen. Genauso wie man ohne Röntgengerät keine Fraktur durch Handauflegen ausschliessen kann. Im Zweifel muss immer gelten, landen und ordentliche Diagnostik. Die Kritik geht nicht an die Frau die geholfen hat, sondern an den Artikel.

zunächst einmal meine hochachtung für die junge frau. sie hat wenigstens geholfen. ich gehe jede wette ein, das gerade die oberschlaumeier hier, diejenigen sind, die lieber im wege stehen und fotos machen, oder gar wegsehen! anstatt mal froh zu sein das jemand hilft oder womöglich selber etwas tun, man man man. da wundert mich bei derartigen kommentaren es echt nicht mehr wenn keiner hilft. aber ist ja typisch, man kann es nie recht machen, weil es immer klugscheißer gibt! im übrigem gebe ich @AlBundy recht. nochmals sehr gut gemacht!



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