Nadine Mengedoht leistet im Flieger auf dem Rückflug von Las Palmas medizinische Hilfe
Detmold. Panikattacken bringen Herzrasen und Engegefühle in der Brust mit sich. Die Symptome können mit einem Infarkt verwechselt werden. Schlecht, wenn das im Flugzeug passiert. Gut, wenn eine Fachfrau da ist.
Nadine Mengedoht (21) hatte gerade ihren Urlaub auf Gran Canaria beendet und saß mit ihrer Schwester im Flieger auf dem Rückweg von Las Palmas. Da kam der Notruf vom Flugpersonal, denn einer Passagierin ging es schlecht. Möglicherweise müsse das Flugzeug deswegen notlanden.
Die medizinische Fachangestellte erinnert sich: "Am Anfang des Fluges, ein paar Reihen weiter vorne, hatte eine etwa 50-jährige Frau Herzrasen und Angst. Das habe ich zuerst gar nicht mitbekommen, weil ich Musik übr Kopfhörer gehört habe." Ihre Schwester habe auf die Anfrage des Flugpersonals nach medizinischer Hilfe aber sofort reagiert und ihre Schwester aufgefordert, sich zu melden. "Die Flugbegleiterinnen waren dankbar, dass da jemand ist, der helfen kann." Die Bordmannschaft sei zunächst mit dem Notfall überfordert gewesen, erinnert sich die Detmolderin.
"Ich habe als erstes mit der Frau gesprochen und gefragt, was ihr fehlt. Sie sagte, sie hätte Angst und wäre aufgeregt wegen des Fluges", erinnert sich Nadine Mengedoht. "Nach der Durchsage im gesamten Flugzeug stieg ihre Aufregung natürlich noch weiter an. Deshalb habe ich zunächst ihren Puls gemessen und sie versucht zu beruhigen. Der Puls war mit 160 Schlägen die Minute hoch, aber regelmäßig. Daher habe ich Herzrhythmusstörungen ausschließen können", so die 21-Jährige.
Eine Flugbegleiterin brachte ihr dann noch eine Blutdruckmanschette. "Der Blutdruck war hoch, 160 zu 95 hatte sie. Der Grenzwert liegt bei 140 zu 90", erklärt Mengedoht. "Vom Bordpersonal hat sie anschließend noch homöopathische Beruhigungstropfen bekommen. Danach wurde sie ruhiger." Die Detmolderin bot sogar noch an, später erneut den Blutdruck zu messen, doch die Passagierin erholte sich schnell. "In Hannover war sie dann wieder putzmunter", erinnert sich Nadine Mengedoht.
"Der Pilot war übervorsichtig und konnte die Situation nicht einschätzen. Vielleicht wäre es wirklich zu einer Notlandung gekommen. Aber genau weiß ich das natürlich nicht", so die 21-Jährige. Dank des Einsatzes der Detmolderin konnte der Pilot unbesorgt weiterfliegen, ohne auf dem Festland eine Zwischenlandung einzulegen.
Seit fast zwei Jahren arbeitet Nadine Mengedoht als medizinische Fachangestellte in der Kardiologie-Abteilung im Klinikum Lippe in Detmold. Davor hatte sie bereits eine dreijährige Ausbildung in einer Arztpraxis abgeschlossen.
In der ersten Version des Artikels wurde die Hilfeleistung von Nadine Mengedoht nicht richtig dargestellt. Wir haben den Text nun aktualisiert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen!